Skirennläufer Dreßen startet in Kvitfjell

Thomas Dreßen beim Training auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen

Ski-alpin-Weltcup

Skirennläufer Dreßen startet in Kvitfjell

Trotz schmerzenden Schultern will Skirennläufer Thomas Dreßen am Wochenende beim Weltcup in Kvitfjell an den Start gehen. Die Entscheidung fiel nach den Trainingsfahrten.

Thomas Dreßen ging noch einmal auf Nummer sicher. Auch bei seiner zweiten Trainingsfahrt tastete er sich auf dem technisch anspruchsvollen Olympiabakken von Kvitfjell ans Renntempo heran - mit Erfolg. Seinen Rückstand halbierte er im Vergleich zum Vortag auf 1,88 Sekunden. Doch das war ihm völlig egal! Die entscheidende Nachricht: Die bei seinem Sturz am vergangenen Samstag in Hinterstoder lädierten Schultern hielten auch dem zweiten Test stand.

Schmerzen sind kein großes Problem mehr

Er habe noch Schmerzen beim Anschieben am Start, berichtete Dreßen am Freitagmittag, "ansonsten war es unter dem Fahren kein Problem, deswegen passt das". Was übersetzt heißt: Im Rennen am Samstag (11.00 Uhr/Liveticker auf sportschau.de) "werde ich auf alle Fälle starten." Das, betonte Dreßen, habe er schon nach dem ersten Training am Donnerstag entschieden. Nur über die passende Linie auf der Olympiastrecke von 1994 müsse er sich "hier und da" noch Gedanken machen.

Härtetest im Tiefschnee

Nach seinem Sturz in Hinterstoder hatte sich Dreßen zunächst einige Tage geschont - dies scheint die richtige Strategie gewesen zu sein. Am Mittwoch (04.03.2020) war er mit seinen Kollegen im norwegischen Winterwunderland beim Tiefschneefahren, "um zu sehen, wie es geht. Ich hatte zwar noch etwas Schmerzen in den Schultern, aber es ist insgesamt gut gegangen." Daher habe er sich auch für die Teilnahme an den Testläufen entschieden - das Resultat: gut. "Ich habe probiert, ein paar Schritte nach vorne zu machen, was mir auch gelungen ist."

Kvitfjell und Dreßen - das passt

Kvitfjell und Dreßen - das passt ohnehin. Im Februar 2017 fuhr er auf der Piste, auf der Markus Wasmeier seine erste von zwei olympischen Goldmedaillen gewann, als Sechster erstmals in die Top 10 im Weltcup. Im März 2018 bewies er mit seinem zweiten Triumph nur wenige Wochen nach dem sensationellen Kitzbühel-Sieg, dass er kein "One-Hit-Wonder" ist.

Damals kam sich Dreßen auf dem Stockerl zwischen seinen einstigen "Heroes" Aksel Lund Svindal und Beat Feuz noch etwas seltsam vor, inzwischen ist er dort Stammgast. Fünf Siege hat der erfolgreichste deutsche Abfahrer der Weltcup-Geschichte inzwischen auf seiner Visitenkarte stehen, drei davon fuhr er in der aktuellen Comeback-Saison nach "Totalschaden" im Knie und Schulter-OP ein. Dazu kommen drei weitere Podestplätze bei insgesamt 14 Rennen. "Ich habe in diesem Winter schon mehr geschafft, als ich mir je erträumt hätte", sagte er zuletzt, "alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe".

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wp/sid | Stand: 06.03.2020, 15:01

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