Ski Alpin | Lech/Zürs Parallel-Event: Dürr kämpft sich mit nur einem Stock in die Top Ten

Stand: 13.11.2021 18:20 Uhr

DSV-Slalomspezialistin Lena Dürr hat mit einem starken Auftritt ein Top-10-Ergebnis eingefahren. Kurios: Sie fuhr ohne Stock in der rechten Hand los. Der Sieg ging überraschend noch an die Slowenin Andreja Slokar.

Die deutschen alpinen Frauen konnten beim einzigen Parallel-Event des Weltcup-Winters im österreichischen Lech/Zürs ein kleines Ausrufezeichen für die Saison setzen. Lena Dürr fuhr bis ins Viertelfinale vor und wurde am Ende gute Siebte. "Ich bin voll zufrieden, es hat richtig Spaß gemacht. Es war ziemlich stressig, da hat man keine Zeit zu überlegen", sagte Dürr: "Achtmal bin ich da heute Abend runtergefahren - da weiß man, wofür man im Sommer trainiert." Emma Aicher und Andrea Filser hatten die K.o.-Runde der besten 16 nur knapp verpasst.

Dürr bringt Stockverlust nicht aus der Ruhe

"Die Marschrichtung stimmt", sagte Dürr bereits nach den beiden Qualifikationsläufen, in denen sie mit der insgesamt viertschnellsten Zeit schon eine gute Leistung ablieferte. Im Achtelfinale fielen dann am frühen Abend dicke Schneeflocken, als die 30-Jährige auf Maryna Gasienica-Daniel traf und gleich am Startgate einen Stock einbüßte. Das erste Duell gegen die Polin konnte die Bayerin aber unbeeindruckt mit einem Vorsprung gewinnen. Auch im zweiten Lauf fuhr Dürr solide und war im Viertelfinale dabei.

Slalomspezialistin Dürr: "Den siebten Platz nehme ich gerne"

Erich Wartusch, Sportschau, 14.11.2021 11:05 Uhr

Gegen Marta Bassino, die Parallel-Weltmeisterin von Cortina d'Ampezzo, fuhr Dürr dann zunächst sogar knappe vier Hundertstel Vorsprung heraus. Im zweiten Lauf kostete sie dann ein kleiner Fehler im Mittelstück das Weiterkommen. In der Entscheidung um die Plätze fünf bis acht unterlag Dürr zunächst der Norwegerin Marte Monsen. Gegen die Slowenin Tina Robnik machte sie zum Abschluss im letzten Duell dann Platz sieben perfekt. Ihren bislang einzigen Einzel-Weltcup-Sieg hatte die DSV-Hoffnungsträgerin 2013 in Moskau in einem Parallel-Wettbewerb eingefahren.

Scheinbar nicht zu schlagen schien bis zum finalen Rennen Thea Louise Stjernesund. Die Norwegerin verpasste den Sieg im letzten Duell gegen Andreja Slokar (SLO) um 0,12 Sekunden. Dritte wurde Stjernesunds Teamkollegin Kristin Lysdahl.

Lena Dürr beim Parallelrennen in Lech

Hier können Sie den genauen Rennverlauf nachlesen

Filser und Youngster Aicher verpassen Achtelfinale knapp

Das DSV-Duo Andrea Filser und Emma Aicher verpasste den Einzug in die Runde der besten 16 Fahrerinnen nur knapp. Filser schrammte als 18. nur um eine Hundertstelsekunde am Achtelfinale vorbei, Aicher lag als 19. der Qualifikation weitere vier Hundertstelsekunden zurück. Die 18-Jährige bekam immerhin auch eine gute Nachricht.

Sollte die im schwedischen Sundsvall aufgewachsene Tochter eines Deutschen und einer Schwedin die Olympia-Norm in den anstehenden Rennen knacken, wäre sie bei den Winterspielen in Peking nach einer Ausnahmegenehmigung des IOC für Deutschland jetzt startberechtigt. Vergangenen Winter war Aicher bereits überraschend für den Parallel-Teamwettbewerb bei der WM in Cortina d'Ampezzo nominiert worden und holte mit der deutschen Riege Bronze.

Die Ergebnisse des Rennens zählen nicht zur Qualifikation für die Olympischen Spiele, werden vom Verband allerdings für die Nominierung zum olympischen Team-Wettbewerb berücksichtigt.

Ohne die Topfahrerinnen Shiffrin und Vlhova

Zwei Stars fehlten: Ausnahme-Skirennfahrerin Mikaela Shiffrin, die beim Saisonauftakt in Sölden noch ihren 70. Weltcup-Sieg gefeiert hatte, verzichtete auf eine Teilnahme. Die 26-Jährige US-Amerikanerin plagen Rückenprobleme. Ihre slowakische Dauer-Konkurrentin und Gesamt-Weltcup-Siegerin Petra Vlhova wollte sich dagegen voll und ganz auf die darauffolgenden Slalom-Rennen im finnischen Levi am 20. und 21. November konzentrieren.

Straßer, Luitz und Schmid am Sonntag gefordert

Am Sonntag (14.11.2021, 10.00/16.00) steht in Lech/Zürs das Parallel-Event der Männer auf dem Programm. Für den Deutschen Skiverband (DSV) gehen Linus Straßer, Stefan Luitz, Fabian Gratz, Julian Rauchfuß und Alexander Schmid an den Start.