Italienerin Federica Brignone jubelt, als sie die Ziellinie beim alpinen Ski-Weltcup-Super-G der Frauen in Lenzerheide überquert

Ski Alpin | Super-G Starkes Shiffrin-Comeback nach Olympia-Enttäuschung in Lenzerheide

Stand: 05.03.2022 11:00 Uhr

Romane Miradoli gewinnt den Super-G in Lenzerheide vor Mikaela Shiffrin und Lara Gut-Berahmi. Kira Weidle wird Siebte. Federica Brignone holt sich den Gesamtsieg im Super-G.

Auf einem schwierig gesteckten Kurs sichert sich Romane Miradoli den Sieg in Lenzerheide. Mit einem mutigen Lauf fuhr die Französin mit 1:19,87 Minuten die Bestzeit vor der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin (+0,38 Sekunden) und der Schweizerin Lara Gut-Behrami (0,88). Federica Brignone sicherte sich den Gesamtsieg im Super-G. Die einzige deutsche Starterin Kira Weidle wurde Siebte (+2,02).

Super-G-Gesamtsieg für Brignone

Dass die Italienierin Brignone den Gesamtsieg in der Teildisziplin Super-G holen würde, stand fest, bevor sie überhaupt das Starthäuschen betreten hatte. Kurz zuvor war ihre ärgste Konkurrentin - Landsfrau Elena Curtoni - an der Strecke gescheitert und ausgeschieden.

Brignone attackierte bei ihrem Lauf dann dennoch, rutschte auch deshalb ein-, zweimal weg und kam mit 1:22:07 ins Ziel. Eine Zeit, die am Ende nur knapp für Rang neun reichte, aber mehr als genug für die kleine Kristallkugel war.

Viele Ausfälle auf der Strecke

Schon im Vorfeld hatte die Strecke, die Petra Vlhovás Trainer Maruo Pini gesteckt hatte, für Diskussionen gesorgt. Sie sei eher ein Riesenslalom denn ein Super-G - hieß es schon vor Beginn aus dem Fahrerinnenlager. Dass die Strecke tatsächlich keine einfache war, zeigte sich schnell. Denn von den ersten drei Starterinnen, Mirjam Puchner, Ariane Rädler, Tamara Tippler (alle Österreich), sah keine die Ziellinie. Am Ende kamen nur 33 der 49 Starterinnen ins Ziel.

Erst mit Startnummer vier setzte Riesenslalom-Expertin Tessa Worley eine erste Zeit. Sie war es dann, die Teamkollegin Miradoli per Funkgerät letzte Informationen über die Strecke durchgab, bevor sie an den Start ging. Infomationen, die sie offenbar gut nutzen konnte. Denn die 27-Jährige zeigte kaum Unsicherheiten, fuhr mutig und aggressiv - und legte im Ziel eine Zeit vor, die keine der Starterinnnen noch knacken konnte.

Weidle mit Top-Ten-Platzierung

Weidle ging mit gleich zwei Handicaps in das Rennen: Nach ihrem Trainingssturz in Crans Montana habe sie "noch etwas Probleme", erklärte die 26-Jährige Im Vorfeld. Zum anderen ist Weidle in Lenzerheide noch nie gefahren: "Die Strecke ist für mich also Neuland."

Doch Weidle biss sich in den Kurs hinein, kämpfte sich durch die engen Kurven und kam am Ende mit 2,02 Sekunden Rückstand ins Ziel. Platz sieben, ihr bestes Super-G-Ergebnis der Saison.

Shiffrin übernimmt Führung im Gesamtweltcup

Im Kampf um den Gesamtweltcup sicherte sich Shiffrin eine gute Ausgangsposition. Die Amerikanerin und die Slowakin Petra Vlhová waren punktgleich in das Rennen gegangen. Shiffrin konnte sich nach den enttäuschenden Winterspielen in Peking, bei denen sie die hoher Erwartungen nicht erfüllte, durch die 80 Punkte für den zweiten Platz etwas absetzen. Shiffrin lobte im Abschluss Vlhovás Trainer Pini für die Kurssetzung.

Vlhová holte mit Platz 18 nur 13 Punkte. "Es war der härteste Super-G, den ich je gefahren bin", sagte Vlhová im ZDF und blickte auf die letzten sieben Weltcup-Rennen voraus: "Ich muss einfach gut Skifahren und mein Bestes zeigen. Wir sind eng beisammen, aber jedes Rennen ist wichtig."