Ski alpin - Luitz und Schmid im Riesenslalom in den Top 15

Ski Alpin - Solide Deutsche und eine Überraschung aus Norwegen Sportschau 18.10.2020 03:09 Min. Verfügbar bis 18.10.2021 Das Erste

Riesenslalom in Sölden

Ski alpin - Luitz und Schmid im Riesenslalom in den Top 15

Von Margot Lamparter

Beim Weltcup-Riesenslalom in Sölden hat der 20-jährige Norweger Lucas Braathen für die erste Überraschung der Saison gesorgt. Die DSV-Starter Stefan Luitz und Alexander Schmid fuhren in die Top 15.

Bei besten Bedingungen sind die alpinen Skirennfahrer am Sonntag (18.10.2020) auf dem Rettenbach-Gletscher in Sölden in die Saison gestartet. Für Stefan Luitz und Alexander Schmid reichte es bei der ersten Standortbestimmung des WM-Winters zwar nicht aufs Podest. Aber mit Platz 14 und 15 ließen sie ihr Potenzial für einen Top-Ten-Platz aufblitzen.

Marco Odermatt (SUI), Lucas Braathen (NOR), Gino Caviezel (SUI) feiern ihre Podestplätze

Marco Odermatt (SUI), Lucas Braathen (NOR), Gino Caviezel (SUI)

Den Sieg holte sich überraschend ein Youngster. Lucas Braathen stahl frisch und frech den Topfavoriten die Show. Auch bei den Schweizern überzeugte ein 23-Jähriger. Marco Odermatt verwies seinen 28-jährigen Teamkollegen Gino Caviezel auf Platz drei hinter ihm.

Caviezel führte nach dem ersten Lauf

Nach dem ersten Lauf führte Gino Caviezel, der risikofreudig durch den Kurs im Steilhang raste und sich mit 1:08,13 Minuten an die Spitze setzte. "Der Speed war da, der Zug auch", freute sich der Führende. Nur sechs Hundertstel dahinter lag der Slowene Zan Kranjec. Auch die Favoriten hatten sich nur wenige Hundertstel hinter Kranjec auf Platz drei und vier in Position gebracht. Mitfavorit Henrik Kristoffersen (NOR) lag 0,10 Sekunden zurück, Vorjahressieger Alexis Pinturault (FRA) hatte nach einem kleinen Fehler zwar Zeit verloren, im Ziel dennoch nur 0,15 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit.

Schmid mit starkem ersten Lauf

Gut präsentierten sich auch die deutschen Hoffnungsträger Stefan Luitz und Alexander Schmid, die den Riesenslalom-Gesamtweltcup in der wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochenen Vorsaison auf den Plätzen 22 und 19 beendet hatten. Schmid kurvte einen starken Lauf in den Schnee und lag mit nur 0,93 Sekunden Rückstand auf Platz 13. "Im Zweiten will ich noch mal richtig gut Skifahren", kündigte der 26-jährige Oberstdorfer an. Teamkollege Luitz fuhr dagegen verhaltener und hatte im Ziel 1,75 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit eingefahren. Für den Allgäuer ging es von Platz 23 in den finalen Lauf.

Luitz attackiert und schiebt sich nach vorne

Luitz riskierte dann im enscheidenden Durchgang mehr, fuhr die Tore direkter an und war im Ziel deutlich zufriedener mit seiner Performance. Der 28-Jährige ärgerte sich danach zwar noch über den zu verhaltenen ersten Auftritt, wo er sich "noch zu viel Kopf gemacht" habe und "zu viel in der Gegend rumgefahren" sei. Im Zweiten kam immerhin die Lockerheit wieder ein Stück zurück. "Es geht in die richtige Richtung. Ich hab versucht, normal Ski zufahren", sagte er im ZDF-Interview. Das zahlte sich aus, denn Luitz konnte sich noch vor Schmid platzieren. Der war nicht ganz so stark unterwegs und am Ende zwei Hundertstel langsamer als sein DSV-Kollege. Schmid war dennoch "im Großen und Ganzen echt sehr zufrieden mit meinem Skifahren". Eine bessere Platzierung hatte der Oberstdorfer mit einem Patzer bei der Ausfahrt aus dem Steilhang ins Flache vergeben. "Da muss man einfach alles riskieren, leider Gottes habe ich ein Tor zu früh Druck gegeben", analysierte er nach dem Rennen.

Braathen und Odermatt wirbeln Podest durcheinander

Den Sieg machten aber die Top-Ten-Fahrer unter sich aus. Überraschend setzte sich am Ende der Norweger Lucas Braathen in 2:14,41 Minuten durch. Er verwies das Schweizer Duo Marco Odermatt (+0,05 ) und Gino Caviezel (+0,46) auf die Plätze zwei und drei. Braathen hatte sich von Rang fünf auf eins vorgeschoben, Odermatt von Platz sieben auf die zwei. Die Topfavoriten waren dagegen nicht auf dem Podest vertreten: Pinturault blieb Vierter. Kristoffersen rutschte um zwei Plätze ab und reihte sich zeitgleich mit Loic Meillard auf Rang fünf ein.

Gratz nicht im zweiten Durchgang, Mitfavorit Kilde fliegt raus

DSV-Nachwuchsfahrer Fabian Gratz (+2,90) zeigte bei seinem erst zweiten Weltcup-Einsatz eine gute Fahrt, verpasste aber sein Ziel, den zweiten Durchgang zu erreichen. Für Gesamtweltcupsieger Alexander Aamodt Kilde (NOR) endete die Fahrt dagegen im Steilhang. Der Norweger verkantete, verlor einen Ski und flog aus dem Kurs.

Eisige Piste sorgt für unfreiwillige Rutschpartie

Wie steil und eisig der Kurs war, zeigte die unfreiwillige Rutschpartie eines Tonmannes.

So steil ist es in Sölden - Tonmann gerät ins Rutschen Sportschau 18.10.2020 01:12 Min. Verfügbar bis 18.10.2021 Das Erste

Stand: 18.10.2020, 14:20

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