Marco Odermatt beim Super G in Wengen

Ski Alpin Odermatt gewinnt auch den Super-G in Wengen

Stand: 13.01.2022 13:50 Uhr

Euphorisiert von seinem Riesenslalomsieg in Adelboden hat der Schweizer Marco Odermatt auch den Super-G in Wengen gewonnen. Von den deutschen Fahrern tat sich Romed Baumann als guter Vierter hervor.

Von Wolfram Porr

Erstmals seit 1994 gab es in Wengen wieder einen Super-G - als Ersatz für das ausgefallene Rennen in Bormio. Auf dem sehr direkt gesteckten Kurs hätten eigentlich die Speedspezialisten einen Vorteil haben sollen. Aber der Schweizer Marco Odermatt, der eher vom Riesenslalom kommt, machte den schnellen Abfahrern einen dicken Strich durch die Rechnung.

In 1:29,00 Minuten setzte der Führende im Gesamtweltcup, der zurzeit auf einer Erfolgswelle reitet, eine Fabelbestzeit in den Schnee, die keiner der Mitfavoriten knacken konnte. "Das ist cool, ich bin einfach in einem Super-Flow", sagte Odermatt im ZDF.

Kilde vergibt möglichen Sieg im engen Ziel-S

Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen), der die letzten drei Super-G-Rennen gewinnen konnte, lag zwar bis zur letzten Zwischenzeit knapp vorne. Im technisch anspruchsvollen Ziel-S verlor Kilde aber entscheidende Hundertstelsekunden auf Odermatt und musste sich mit Rang zwei (+ 0,23 Sekunden) begnügen.

Baumann: "Drei Hundertstel - ja mei ..."

Dritter wurde der Österreicher Matthias Mayer (+ 0,58). Sehr knapp dahinter, nämlich nur drei Hundertstel, landete Romed Baumann (Kiefersfelden) als bester Fahrer des Deutschen Skiverbandes (DSV) auf Rang vier. "Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Aber wenn ich die Zwischenzeiten sehe und die drei Hundertstel, die aufs Podium fehlen ... ja mei. Irgendwann kommen die Hundertstel auch wieder zurück", sagte Baumann im ZDF und deutete an, dass er schon gerne den Sprung aufs Podium gepackt hätte.

Romed Baumann beim Super G in Wengen

Top-Ten-Platz für Ferstl - Jocher holt Weltcuppunkte

Mit der hohen Startnummer 26 gelang auch Josef Ferstl (Hammer) ein guter Lauf. Wenn auch nicht ganz fehlerfrei, zeigte der 33-Jährige ein beherztes Rennen und wurde im Ziel mit Rang sechs belohnt - seine beste Saisonplatzierung. "Auf Angriff fahren, auf Instinkt - das ist mein Skifahren", freute sich Ferstl über die Topplatzierung. "Ich bin jetzt glücklich, aber letztlich zählt es, wieder ganz vorne mitzufahren."

Verpatzter Lauf von Sander

Simon Jocher (Garmisch-Partenkirchen) durfte sich als 23. ebenfalls über Weltcuppunkte freuen. Nicht so gut lief es für Andreas Sander (Ennepetal), der keine rechte Einstellung zu der Strecke aufbauen konnte und mit 2,09 Sekunden Rückstand weit abgeschlagen landete. Auch Dominik Schwaiger (Königssee/+ 2,47) verpasste die Top 30 und damit Weltcuppunkte.

Der Wahl-Allgäuer war damit aber nicht allein: Der bei seinem Heimrennen mitfavorisierte Beat Feuz verlor nach einem grobem Fehler im Mittelteil, als er ein Tor fast verpasste, zu viel Zeit und kam mit großem Rückstand (+ 1,73) ins Ziel.

Am Freitag (14.01.2022) und Samstag geht es auf der Lauberhornstrecke in Wengen mit zwei Weltcup-Abfahrtsläufen weiter. Der Slalom am Sonntag beschließt das Weltcupwochenende in dem Schweizer Wintersportort.