Hirscher besiegt seinen "Wengen-Fluch"

Marcel Hirscher

Herren-Slalom

Hirscher besiegt seinen "Wengen-Fluch"

Sein Dauerrivale Henrik Kristoffersen hat alles gegeben, am Ende war aber auch beim Slalom in Wengen alles wie immer: Der Österreicher Marcel Hirscher hatte die Nase erneut vor dem Norweger. Und auch für einen Deutschen gab es Grund zum Jubeln.

Wer in diesem Winter auf einen Fehler des österreichischen Superstars hofft, der kann offenbar lange warten. Marcel Hirscher gewann in Wengen seinen fünften regulären Weltcupslalom in Folge und besiegte endlich auch seinen "Wengen-Fluch". Noch nie zuvor konnte der sechsmalige Gesamtweltcupsieger nämlich auf dieser Strecke einen Sieg einfahren. Für Kristoffersen blieb trotz einer furiosen Fahrt im zweiten Durchgang einmal mehr nur Platz zwei (+ 0,93 Sekunden). Dritter wurde der Schwede Andre Myhrer (+ 1,72).

Hirscher, der in beiden Durchgängen Laufbestzeit fuhr, fährt weiterhin in seiner eigenen Liga. Nichts kann den 28-jährigen Ausnahmeathleten aus der Ruhe bringen. Obwohl die Piste schon arg ramponiert, teils eisig und teils von der Sonne aufgeweicht war, so dass man sich kaum auf einen Untergrund einstellen konnte, setzte Hirscher voll auf Angriff und war trotz ein, zwei kleinerer Fehler der Schnellste im Ziel.

Olympianorm für Strasser  - Weltcuppunkte für Holzmann

Linus Strasser beim Slalom in Wengen

Platz neun bringt ihm das Olympiaticket: Linus Strasser

Linus Straßer sorgte für die positiven Schlagzeilen aus deutscher Sicht: Als 19. nach dem ersten Durchgang wusste er, dass er für die Erfüllung der Olympianorm noch mindestens vier Plätze gutmachen musste. Und das merkte man ihm an. Der Münchner fuhr kämpferisch, ja aggressiv. Und auch wenn er nicht an die Zeiten der vor ihm fahrenden Manfred Moelgg und Julien Lizeroux herankan, übernahm er zunächst die Führung und ballte im Ziel die Faust. Da wusste er wohl schon, dass es zu dem ersehnten Platz unter den besten 15 reichen würde.

"Eigentlich war ich war nicht wirklich zufrieden, weder mit dem ersten noch mit dem zweiten Lauf. Aber es war schön, mal wieder ins Ziel zu kommen, und es leuchtet grün", so Strasser, der am Ende mit einem Rückstand von 3,44 Sekunden sogar Neunter wurde und damit in Pyeongchang dabei sein wird, im ZDF.

Auch Sebastian Holzmann (Oberstdorf), nach dem ersten Lauf mit 2,67 Sekunden Rückstand gerade so für den Finaldurchgang qualifiziert, zeigte einen starken, fehlerfreien zweiten Lauf und verbesserte sich von Rang 26 auf Platz 18. Auch wenn die Olympianorm für den 24-Jährigen kaum noch zu schaffen ist: Er brachte sich immerhin ins Gedächtnis der Funktionäre, die ja in früheren Jahren auch schon mal ein Auge zugedrückt haben.

Dopfer verpasst das Finale

Fritz Dopfer aus Garmisch, nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch noch nicht wieder der Alte, hatte sich im ersten Durchgang einen Rückstand von 3,31 Sekunden eingehandelt und damit das Finale der besten 30 verpasst. David Ketterer (Schwenningen) und Dominik Stehle (Obermaiselstein) schieden aus.

Thema in: B5 aktuell, 14.01.2018, 12.55 Uhr

wp | Stand: 14.01.2018, 14:18

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