DSV-Frauen enttäuschen beim Riesenslalom in Sölden

Ski Alpin: Enttäuschender Weltcup-Auftakt für den DSV in Sölden Sportschau 17.10.2020 02:03 Min. Verfügbar bis 17.10.2021 Das Erste

Welltcup-Auftakt in Sölden

DSV-Frauen enttäuschen beim Riesenslalom in Sölden

Von Margot Lamparter

Marta Bassino hat den Weltcup-Auftakt in Sölden gewonnen. Das DSV-Quartett um Lena Dürr verpasste einen Platz in den Top 30. "Keine im zweiten Durchgang zu haben ist natürlich enttäuschend für mich", sagte Damen-Bundestrainer Jürgen Graller.

Auf dem österreichischen Rettenbach-Gletscher wurde am Samstag (17.10.2020) ohne Zuschauer und mit strengen Hygieneregeln und Abstandsvorschriften die erste Siegerin der Weltcup-Saison 2020/21 gekürt. Im Riesenslalom von Sölden setzte sich die Italienerin Marta Bassino knapp vor ihrer Teamkollegin Federica Brignone durch. Dritte wurde die Slowakin Petra Vlhova.

Das DSV-Quartett um Lena Dürr schaffte es ohne die ehemalige Leistungsträgerin Viktoria Rebensburg und die verletzte Marlene Schmotz dagegen nicht in die Top 30. "Wir haben nicht die großen Erwartungen gehabt", sagte DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier. Dass es allerdings keine des deutschen Quartetts in den zweiten Lauf schafft, "das war nicht zu erwarten".

Graller: "Es ist natürlich schade" Sportschau 17.10.2020 00:22 Min. Verfügbar bis 17.10.2021 Das Erste

Bassino findet die perfekte Linie

Die große Weltcup-Bühne nutzten andere: Auf der harten Piste in Sölden hatte Bassino mit Startnummer zwei im ersten Riesenslalom-Lauf die perfekte Linie erwischt und die Richtzeit von 1:09,54 Minuten für die Konkurrentinnen in den Schnee gekurvt. Bis auf 0,58 Sekunden kam Teamkollegin Federica Brignone an die Zeit der 24-Jährigen heran. Mit der drittschnellsten Zeit lag die Norwegerin Mina Fürst Holtmann (+0,92 Sekunden) auf Podestkurs. Vorjahressiegerin Alice Robinson (+1,18) hatte sich zeitgleich mit der Schweizerin Michelle Gisin auf Rang vier in eine gute Ausgangsposition gebracht. Lara Gut-Behrami (SUI, +1,39), Wendy Holdener (SUI, +1,72), Sofia Goggia (ITA, +1,76), Stephanie Brunner (AUT, +1,92) und Petra Vhlova (SVK, +2,02) waren unter den Top Ten und hofften noch auf den Sprung ganz nach vorne.

Im Finale flatterten dann doch bei einigen Top-Fahrerinnen die Nerven. Die viertplatzierte Robinson stand kurz quer und vergab ihre Chance, wieder auf dem Podest zu stehen. Auch die zeitgleiche Gisin musste sich geschlagen geben. Vhlova konnte dagegen das Feld von hinten aufmischen und einen Podestplatz herausfahren. Die Italienerinnen blieben dagegen unbeeindruckt und zogen ihr Rennen durch. Bassino setzte sich bei ihrem zweiten Weltcup-Erfolg mit einer Gesamtzeit von 2:19,69 Minuten und einem Vorsprung von 0,14 Sekunden vor Gesamtweltcupsiegerin Brignone durch. Die starken Italienerinnen verwiesen Vhlova (+1,13) klar auf Platz drei.

Marta Bassino gewinnt Weltcup-Auftakt Sportschau 17.10.2020 00:56 Min. Verfügbar bis 17.10.2021 Das Erste

DSV-Quartett nicht im zweiten Lauf dabei

Aus dem DSV-Quartett konnte dagegen in der Saison eins nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg keine Fahrerin glänzen: Lena Dürr gelang mit Startnummer 31 kein Sahnelauf. An den Bedingungen lag es aus ihrer Sicht jedenfalls nicht, denn die "waren sensationell". Die Münchnerin war auf der eisigen Piste nicht ganz fehlerfrei unterwegs. "Oben gut angefangen und dann unten heraus das Tempo nicht mitgenommen", erklärte sie. "Mitte Steilhang und die Ausfahrt verpatzt, da kriegt man unten heraus die Quittung dafür." Der Rückstand von 4,74 Sekunden reichte der Münchnerin dann als 38. nicht für den Start im zweiten Lauf. "Ich bin froh, dass wir die Saison starten durften, auch wenn es nicht für den zweiten Lauf gereicht hat", so die 29-jährige Slalomspezialistin.

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Leistungsträger Rebensburg und Schmotz fehlen

"Natürlich fehlt uns eine starke deutsche Riesenslalomfahrerin", sagte Dürr mit Blick auf Rebensburg und die verletzt fehlende Marlene Schmotz. Aber "wir kämpfen uns da vor und versuchen die Fahne möglichst hoch zu halten." Für sie mache es sich nicht leichter oder schwieriger, "wenn andere dabei sind oder nicht." Die Stimmung beim Rennen ohne Zuschauer sei eigenartig. Aber "ich bin froh, dass wir überhaupt fahren können".

Lisa Marie Loipetssperger kam bei ihrem ersten Weltcup-Auftritt mit einem Rückstand von 5,61 Sekunden ins Ziel und wurde 50.. "Es war cool", freute sich die 20-Jährige nach ihrem Debüt. "Ich bin echt zufrieden, auch das ich unten bin." Die Teamkolleginnen Jessica Hilzinger (+6,24) und Andrea Filser (+6,37) reihten sich auf Platz 51 und 54 noch hinter Loipetssperger ein. Sie seien viel "zu vorsichtig gefahren", analysierte Maier, der "viel zu wenig Risiko und Attacke" gesehen hatte. "Und dann bist Du halt nicht dabei."

Graller enttäuscht, dass keine DSV-Fahrerin im zweiten Durchgang ist

Auch für Jürgen Graller verlief der Start nicht zufriedenstellend: "Keine im zweiten Durchgang zu haben ist natürlich enttäuschend für mich." Allerdings räumte er ein: "Nach dem Rücktritt von der Vicky war klar, dass die Zukunft danach einfach der Jugend gehört", so der Damen-Bundestrainer. Die große Hoffnung war die Lisa "jung, frisch, reinfahren. Was unser Weg in die Zukunft sein muss." Sie habe sich gut geschlagen und man habe gesehen, dass sie technisch gut Ski gefahren sei.

US-Skistar Shiffrin plant ersten Start im November

Allrounderin Mikaela Shiffrin plagen derzeit Rückenschmerzen. Die US-Amerikanerin verzichtete auf einen Start und will erst im November in die Weltcup-Saison einsteigen. DSV-Riesenslalomspezialistin Viktoria Rebensburg hat ihre Karriere dagegen wie Anna Veith (AUT) und Tina Weirather (LIE) beendet.

Stand: 17.10.2020, 14:06

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