Hirscher fährt Konkurrenz in Grund und Boden

Marcel Hirscher in Alta Badia

Ski-Weltcup in Alta Badia

Hirscher fährt Konkurrenz in Grund und Boden

So langsam gehen für Marcel Hirscher die Superlative aus: Den Riesenslalom in Alta Badia gewann der Österreicher mit sage und schreibe 2,53 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Thomas Fanara. Die deutschen Fahrer enttäuschten.

Was für eine Dominanz! Marcel Hirscher feierte im italienischen Alta Badia seinen 61. Weltcupsieg. Dabei fuhr der 29-Jährige seine Konkurrenten in Grund und Boden. 2,53 Sekunden hatte er nach zwei Läufen Vorsprung auf den Franzosen Thomas Fanara. Dritter wurde dessen Landsmann Alexis Pinturault (+ 2,69 Sekunden).

Noch nie gab es in Alta Badia einen Sieger mit einem größeren Vorsprung. Den "Weltrekord" im Riesenslalom hält allerdings weiterhin Ingemar Stenmark, der 1979 in Jasná 4,06 Sekunden vor Bojan Krizaj lag.

Kristoffersen abgeschlagen - Odermatt im Pech

Alle, die sich sonst zumindest eine kleine Chance gegen Hirscher ausrechnen, patzten heute in mindestens einem der beiden selektiven und viel Kraft raubenden Läufe. So fiel der Norweger Henrik Kristoffersen nach Rang fünf im ersten Lauf auf Platz 14 zurück. Der Schwede Matts Olsson, der nach dem ersten Durchgang noch auf Platz zwei gelegen hatte und als einziger Fahrer seinen Rückstand auf Hirscher bei unter einer Sekunde gehalten hatte, fuhr im zweiten Durchgang nur die 19. Zeit und wurde am Ende Sechster. Pech hatte auch der Schweizer Marco Odermatt: Mit Startnummer 27 zunächst auf Platz drei vorgefahren, schied er im Finaldurchgang aus.

Andersrum hatte der Zeitbeste im zweiten Lauf, der Italiener Luca de Aliprandini, den ersten Durchgang verpatzt. Trotzdem verbesserte er sich von Platz 29 auf Rang sieben.

Luitz' Tag zum Vergessen

Stefan Luitz in Alta Badia

Stefan Luitz in Alta Badia

Für die deutschen Fahrer lief es gar nicht rund: Stefan Luitz, der mit der Startnummer eins ins Rennen gegangen war, blieb nach den Diskussionen um seinen Sieg in Beaver Creek, bei dem er verbotenerweise Sauerstoff eingeatmet hatte, deutlich hinter den Erwartungen zurück. Den ersten Lauf ("da hat mir der letzte Biss gefehlt") ging er viel zu verhalten an, lag mit 1,75 Sekunden Rückstand auf Hirscher aber immerhin noch auf Rang zehn mit Chancen, weiter nach vorne zu fahren. Doch auch im zweiten Durchgang passte bei dem 26-Jährigen nichts zusammen. Nach einem völlig verkorksten Lauf fiel er auf Rang 20 zurück.

Erinnerungen an den Kreuzbandriss

Allerdings: Für Luitz war es ein durch und durch besonderes Rennen: Im vergangenen Jahr hatte er sich in Alta Badia das Kreuzband gerissen. Bei der Rückkehr an die Strecken in Alta Badia seien die Gefühle "wieder hochgekommen", bekannte Luitz: "Meine Verletzung, dann wieder mit der Nummer eins am Start ... das war nicht so leicht."

Luitz war der der einzige DSV-Fahrer, der sich für den Finaldurchgang qualifiziert hatte. In Abwesenheit von Felix Neureuther, der frühestens bei den Rennen in Saalbach-Hinterglemm am 19./20. Dezember wieder eingreifen will, kamen die anderen vier deutschen Starter allesamt nicht unter die besten 30. Fritz Dopfer (Garmisch) und Alexander Schmid (Fischen) konnten sich mit 3,47 beziehungsweise 4,04 Sekunden Rückstand ebenso nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren wie Julian Rauchfuss (Mindelheim/+5,90) und Linus Straßer (München), der ausschied.

Thema in: B5 Sport, 16.12.2018, 15.05 Uhr

wp/sid | Stand: 16.12.2018, 14:08

Darstellung: