Kristoffersen mit Wut im Bauch zum Sieg

Ski alpin - Bestes Saisonergebnis für Alexander Schmid Sportschau 22.12.2019 00:34 Min. Verfügbar bis 22.12.2020 Das Erste

Weltcup-Riesenslalom in Alta Badia

Kristoffersen mit Wut im Bauch zum Sieg

Von Wolfram Porr

Der Topfavorit hat's doch noch gepackt: Mit ordentlich Wut im Bauch hat Henrik Kristoffersen den Weltcup-Riesenslalom in Alta Badia gewonnen. Alexander Schmid, der einzige Deutsche im Finale, fuhr im zweiten Durchgang dieselbe Zeit wie der Norweger und verbesserte sich noch auf Rang 13.

Der Klassiker auf der Gran Risa in Alta Badia war so spannend wie selten, was auch an den schwierigen Pistenverhältnissen lag. Sieger Henrik Kristoffersen aus Norwegen hatte nach Platz sechs im ersten Durchgang noch über den Zustand der Strecke geschimpft und sogar davon gesprochen, dass sie gefährlich sei für die Fahrer.

Erster norwegischer Riesenslalomsieg auf der "Gran Risa"

Mit so viel Wut im Bauch legte er im zweiten Lauf eine fehlerfreie Fahrt und die drittbeste Laufzeit hin. Das reichte zum Sieg - dem 20. in seiner Karriere - auch weil die anderen Topfahrer schwächelten. Kristoffersens Landsmann Leif Kristian Nestvold-Haugen, der geführt hatte, war gleich mehrmals zu spät an den Toren und fiel auf Rang elf zurück. Wieder nichts mit dem ersten Weltcupsieg für den 32-Jährigen! Marco Odermatt (Schweiz), Zweiter nach dem ersten Durchgang, leistete sich gleich nach dem Start einen dicken Fehler und verletzte sich womöglich sogar dabei. Auch Alexis Pinturault (Frankreich) fiel noch vom dritten auf den achten Platz zurück.

Henrik Kristoffersen

Henrik Kristoffersen

Zweiter wurde mit Laufbestzeit im zweiten Lauf und 0,31 Sekunden Rückstand auf den Sieger der Franzose Cyprien Sarrazin, der von Rang 22 kommend aufs Podest fuhr. Dritter wurde Zan Kranjec (Kroatien/+ 0,39). "Es war ein guter Lauf, vielleicht der schwierigste Riesentorlauf in meinem Leben", sagte Kristoffersen, der als erster Norweger überhaupt einen Riesenslalom auf der Gran Risa gewinnen konnte. Mit dem Sieg im Rücken sah er auch die äußeren Umstände des ersten Laufes nicht mehr ganz so kritisch.

Schmid macht 16 Plätze gut

Von den insgesamt drei deutschen Startern qualifizierte sich nur Alexander Schmid für den Finaldurchgang. Dort setzte der 25-Jährige vom SC Fischen nicht alles auf eine Karte, sondern entschied sich für eine kontrollierte Sicherheitsfahrt - im Endeffekt keine schlechte Entscheidung, denn auch so verbesserte er sich mit der drittbesten Laufzeit noch um sage und schreibe 16 Plätze von Rang 29 im ersten Lauf auf Platz 13. "Ich bin sehr sehr froh, dass ich die gute Piste jetzt nochmal ausnutzen und noch so viele Plätze gutmachen konnte", sagte Schmid im ZDF. Für den Parallel-Riesenslalom am Montag (18.15 Uhr, im Ticker) rechnet er sich nun ebenfalls noch Chancen auf den einen oder anderen Weltcuppunkt aus.

Luitz verpasst zweiten Durchgang

Stefan Luitz (Bolsterlang) hatte den zweiten Lauf als 31. des ersten Durchgangs dagegen knapp verpasst. Bei schlechter Sicht baute der 27-Jährige ausgerechnet vor einem Flachstück einen groben Fehler ein und verlor so viel Zeit (+ 1,69). Acht Hundertstelsekunden fehlten im Ziel, um sich für das Finale zu qualifizieren. Nachwuchsfahrer Bastian Meisen kam bei seinem ersten Weltcupauftritt nicht ins Ziel, war damit aber in guter Gesellschaft: Auch Hochkaräter wie der US-Amerikaner Ted Ligety, der Schwede Matts Olsson oder der Österreicher Matthias Mayer kamen mit den vielen Unebenheiten und Schlägen nicht zurecht und schieden ebenfalls aus.

Dopfer: Thema Riesenslalom hat sich erledigt

Gar nicht erst am Start war Fritz Dopfer: Der Routinier vom SC Garmisch wird im Weltcup wohl keinen Riesenslalom mehr bestreiten. "Das Thema hat sich erledigt. Der Fritz fährt jetzt nur noch Slalom", sagte der deutsche Cheftrainer Christian Schwaiger am Rande des Rennens. Dopfers Teilnahme am Rennen zwei Wochen zuvor in Beaver Creek "war mehr oder weniger der letzte Versuch, das hat nicht funktioniert, das hat man gesehen", sagte Schwaiger. Der WM-Zweite im Slalom von 2015 hatte sich dort nicht mehr für den zweiten Lauf qualifizieren können.

Stand: 22.12.2019, 13:59

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