Hirscher gewinnt Nachtslalom - Schneebälle auf Kristoffersen

Nachtslalom in Schladming

Hirscher gewinnt Nachtslalom - Schneebälle auf Kristoffersen

In Kitzbühel musste sich Marcel Hirscher dem Dauerrivalen Henrik Kristoffersen noch geschlagen geben. Unter Flutlicht in Schladming rückte er die Verhältnisse zurecht. Überschattet wurde das Rennen vom unsportlichen Verhalten einiger Zuschauer.

Marcel Hirscher jubelt beim Nachtslalom in Schladming über seinen Sieg

Marcel Hirscher jubelt beim Nachtslalom in Schladming über seinen Sieg

Weltcupspitzenreiter Hirscher fand nur zwei Tage nach dem Ausrutscher von Kitzbühel in die Erfolgsspur zurück. Nach Platz zwei von Sonntag (21.01.2018) hinter dem Norweger Kristoffersen drehte er am Dienstag (23.01.2018) die Kräfteverhältnisse wieder um. Vor 50.000 Zuschauern in Schladming feierte er seinen neunten Saisonsieg.

Schneebälle auf Kristoffersen

Beim Nachtspektakel unter Flutlicht legte Hirscher im ersten Durchgang keinen perfekten, aber einen schnellen und im zweiten Durchgang einen aggressiven und fast fehlerfreien Lauf in den Schnee. Kristoffersen, der Hirscher mit einem Fabelllauf im zweiten Durchgang unter Druck setzte, musste sich letztlich um 39 Hundertstel geschlagen geben. Für zusätzliche Verägerung beim Norweger sorgten Zuschauer, die während des Finaldurchgangs Schneebälle auf Kristoffersen warfen.

Statt sich über den zwölften Podestplatz zu freuen, überwog beim 24-Jährigen die Wut über die große Unsportlichkeit der Hirscher-Fans. "Marcel war heute besser, aber was die Fans da gemacht haben, war respektlos", sagte Kristoffersen, der in Kitzbühel die Serie seines großen Konkurrenten von fünf Slalom-Siegen nacheinander beendet hatte.

Hirscher zieht mit "Herminator" gleich

Marcel Hirscher beim Nachtslalom in Schladming

Marcel Hirscher beim Nachtslalom in Schladming

Noch im Ziel zeigte auch Hirscher, dass er mit den Schneebällen nicht einverstanden war. Den Siegesschrei konnte sich der Weltcup-Gesamtsieger dennoch nicht verkneifen. Hirscher gewann hier auf der "Planai" nicht nur ein Rennen, er stieß in eine neue Dimension vor. Mit seinem insgesamt 54. Weltcup-Sieg zog der 28-Jährige mit "Herminator" Hermann Maier (Österreich) gleich.

"Es ist mega, dass ich den 54. Sieg hier feiern darf", sagte Hirscher sichtlich bewegt. Nur Ingemar Stenmark (Schweden/86 Siege) liegt nun noch vor ihm.

Yule wieder auf dem Podest

Dritter mit einem Riesen-Rückstand von 2,13 Sekunden wurde der Schweizer Daniel Yule, der vom sechsten Platz noch auf das "Stockerl" fuhr. Nach seiner Weltcup-Podestpremiere in Kitzbühel schlug der 24-Jährige in Schladming erneut zu.

Straßer: "Fahre gegen mich selbst"

Linus Straßer

Linus Straßer

Die deutschen Starter schafften es nicht in die Top 15. Bester aus dem DSV-Sextett wurde Linus Straßer, der nach Rang 25 im ersten Durchgang noch 18. wurde. Der 25-Jährige blieb trotz Verbesserung unter seinen Erwartungen und sagte im Ziel: "Ich wollte im zweiten Durchgang richtig Gas geben und bin nicht vom Fleck gekommen. Es ist bitter, wenn man alles probiert und es kommt nicht heraus, was man erwartet", ärgerte sich Strasser im Bayerischen Fernsehen und analysierte: "Ich glaube, ich fahre zu viel gegen mich selbst. Das ist ein großes Manko von mir. Ich muss da meinen eigenen Weg finden."

Stehle ohne Brille ins Ziel

Zufrieden mit Rang 19 war dagegen Dominik Stehle, der mit der hohen Startnummer 42 im ersten Lauf 28. wurde und sich mit einem couragierten Lauf noch weiter verbesserte. Bemerkenswert, weil Stehle die Hälfte des Rennens mit heruntergerutschter Brille fuhr.

Dopfer unzufrieden: "Langer Druckpunkt"

Fritz Dopfer beim Nachtslalom in Schladming

Fritz Dopfer beim Nachtslalom in Schladming

Fritz Dopfer, der sich nach einem komplizierten Wadenbeinbruch erst langsam wieder in die Weltspitze zurückkämpft, verlor nach Rang 20 im ersten Durchgang im zweiten Lauf viel Zeit und konnte nur deshalb seinen 20. Platz behaupten, weil vier Kontrahenten im zweiten Durchgang ausschieden.

Nach dem ersten Lauf sagte der 30-Jährige noch im Bayerischen Fernsehen: "Ich habe versucht, alles reinzulegen. Das ist mir nicht so gut gelungen. Ich habe einen langen Druckpunkt gehabt. Ich hätte aber einen deutlich kürzeren Schwung fahren müssen". Für den zweiten Durchgang versprach er eine Steigerung, legte aber keinen flüssigen Lauf auf die vereiste Piste.

DSV-Trio verpasst Finale

Knapp das Finale verpasste David Ketterer, dem als 32. nur 16 Hundertstelsekunden für die Top 30 fehlten. Ebenfalls nicht im zweiten Lauf dabei waren Sebastian Holzmann als 35. und Philipp Schmid, der im oberen Teil der Strecke einfädelte und ausschied.

dh | Stand: 23.01.2018, 21:53

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