Slowene Kranjec Überraschungssieger - Luitz starker Vierter

Zan Kranjec, Sieger des Riesenslaloms ins Saalbach

Riesenslalom in Saalbach-Hinterglemm

Slowene Kranjec Überraschungssieger - Luitz starker Vierter

Hirscher? Kristoffersen? Luitz? Nein, beim Riesenslalom in Saalbach hat keiner der Favoriten gewonnen. Dafür holte sich ein Slowene seinen ersten Weltcupsieg. Stefan Luitz war als Vierter dennoch zufrieden.

Zan Kranjec ist der überraschende Sieger des Riesenslaloms von Saalbach-Hinterglemm. Nach Rang vier im ersten Durchgang profitierte der 26-Jährige von Patzern der Konkurrenz und fuhr zu seinem ersten Weltcupsieg.

Sieger des ersten Laufs scheidet aus

Platz zwei und drei gingen an Loic Meillard aus der Schweiz (+ 0,19 Sekunden) sowie Mathieu Faivre aus Frankreich (+ 0,50 Sekunden). Die beiden Spitzenreiter des ersten Laufes schafften es dagegen nicht ins Ziel. Der Schwede Matts Olsson, der sich im ersten Lauf überraschend an die Spitze gesetzt hatte, schied nach einem Fahrfehler ebenso aus wie der zweitplatzierte Österreicher Manuel Feller, bei dem sich nach einem Schlag die Bindung öffnete.

Zan Kranjec, Sieger des Riesenslaloms ins Saalbach (Mitte), mit Loic Meillard (li.) und Mathieu Faivre (re.)

Die Top 3 von Saalbach: Zan Kranjec (Mitte), Loic Meillard (li.) und Mathieu Faivre (re.).

So war der Weg frei für den Sieg von Kranjec, der es bisher im Weltcup sieben Mal in die Top 5 geschafft hatte und dessen beste Weltcup-Patzierung bisher ein dritter Platz von Alta Badia im Dezember 2017 war.

Hirscher und Kristoffersen patzen

Top-Favorit Marcel Hirscher aus Österreich fuhr diesmal deutlich am Podest vorbei. Der Österreicher, der in den vergangenen 18 Riesenslalom-Rennen durchgehend in die Top 3 gefahren war, hatte Materialprobleme und zeigte zwei sehr unruhige Fahrten. Nach dem ersten Lauf war der Weltcup-Dominator, der in seiner Heimat nur noch "Kannibale" genannt wird, nur Fünfter, im zweiten Lauf war seine Fahrt noch holpriger. Am Ende wurde Hirscher Sechster. Damit lag er in einem Riesentorlauf so weit hinten wie seit Februar 2016 nicht.

Luitz verbessert sich auf Rang vier

Stefan Luitz beim Riesenslalom in Alta Badia

Stefan Luitz: "Brutaler Kampf"

Stefan Luitz wurde nach Platz sieben im ersten Lauf letztlich starker Vierter. Der (noch nicht bestätigte) Sieger von Beaver Creek leistete sich im zweiten Durchgang zwar vor allem im Mittelteil viele Wackler und büßte seinen Vorsprung aus dem ersten Durchgang ein. Weil die nach ihm gestarteten Top-Favoriten Henrik Kristoffersen und Hirscher aber patzten, verbesserte sich der Deutsche noch deutlich. Letztlich fehlten dem Allgäuer nach zwei Fahrten auf einer mit 1,7 Kilometern ungewöhlich langen Riesenslalom-Strecke nur acht Hundertstelsekunden auf das Podest.

Luitz: "Ein cooler Tag"

Dennoch freute sich Luitz im Ziel: "Es war ein brutaler Kampf. Es tut mir leid für Matts Olsson und Manuel Feller, dass sie ausgeschieden sind. Ich wäre auch mit einem sechsten Platz zufrieden gewesen. Es war ein cooler Tag", so der 26-Jährige im BR-Fernsehen, und fügte hinzu: "Von der Piste her war es extrem schwierig, von unten gab es viele Schläge. Es war nur ein Kampf ums Überleben. Ich bin mit mir selbst zufrieden, dass ich wieder den Angriff in meinem Skifahren drin hab."

Schmid scheidet im Finale aus

Auf der durchaus anspruchsvollen Strecke mit einem schwierigen Übergang vom oberen in den Mittelteil ereilte den zweiten Deutschen im Finale, Alexander Schmid, das gleiche Schicksal wie Olsson und Feller: Er schied aus. Der 24-Jährige, der nach dem ersten Lauf noch 21. war, rutschte gleich nach dem Start in einer Steilpassage weg. "Das war ein bitterer Ausfall", sagte Schmid im BR-Fernsehen: "Der Hang oben hängt oben weit rechts. Ich habe im Kopf gehabt, dass ich da auf dem Außenski fahren muss. Das habe ich aber nicht geschafft. Ich war dann doch etwas überrascht."

Über seine Probleme sagte der Läufer vom SC Fischen bereits nach dem ersten Lauf: "Es war ein bisschen ein Kampf wegen der Länge der Strecke. Unten war ich richtig blau und fertig." Zu den Schwierigkeiten des Übergangs in den Mittelteil erklärte Schmid: "Drei, vier Tore vor der Welle sind klar gesetzt. Dann kommt die Welle. Und erst, wenn man auf der Welle steht, sieht man das nächste Tor." Allein im ersten Lauf scheiterten 19 Läufer an der Piste, darunter der Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Im zweiten Lauf schafften es neben Schmid sechs weitere nicht ins Ziel.

Dopfer verpasst Finale um fünf Hundertstel

Gar nicht erst ins Finale schaffte es Fritz Dopfer. Der lange Zeit verletzte Bayer vom SC Garmisch kämpfte sich als 32. ins Ziel, er verpasste den zweiten Lauf der Top 30 um nur fünf Hundertstelsekunden.

Saalbach Sölden-Ersatz

Das Rennen in Saalbach-Hinterglemm war für Sölden in den Kalender gerutscht. Der taditionelle Saisonauftakt Ende Oktober in Sölden war in diesem Jahr ausgefallen.

Thema in: BR FERNSEHEN, 18.12.2018, 13 Uhr

dh | Stand: 19.12.2018, 13:55

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