Rebensburg-Kritik: Alpinchef Maier fühlt sich missverstanden

DSV-Alpinchef Maier über Rebensburg-Thematik: "Macht aus einer Mücke einen Elefanten" Sportschau 08.02.2020 06:38 Min. Verfügbar bis 08.02.2021 Das Erste

Deutscher Skiverband

Rebensburg-Kritik: Alpinchef Maier fühlt sich missverstanden

Von Bernd Eberwein

Der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier hat beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen seine Kritik an Viktoria Rebensburg relativiert: "Man macht aus einer Mücke einen Elefanten." Ein klärendes Gespräch soll es trotzdem noch geben.

"Das ist alles überhaupt nicht so wild. Ich kann es nicht ganz nachvollziehen, warum man aus dem Thema ein Riesenthema macht", sagte Maier in der ARD-Sportschau nach dem Sieg von Viktoria Rebensburg bei der Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen.

Rebensburg stört öffentliche Kritik

Maier hatte der deutschen Nummer eins zu mehr und intensiverem Training in ihrer einstigen Paradedisziplin Riesenslalom geraten. Der Ratschlag kam bei Rebensburg allerdings alles andere als gut an. Die 30-Jährige störte vor allem, dass solche Kritik öffentlich und nicht intern angesprochen wurde und forderte ein klärendes Gespräch.

Klärendes Gespräch soll noch stattfinden

Dieses steht noch aus, soll aber noch stattfinden. "Es war wichtig für mich, dass ich bei mir bleibe, mich aufs Skifahren konzentriere. Das war die ersten Tage natürlich nicht ganz einfach", sagte Rebensburg in Garmisch-Partenkirchen.

Maier bemühte sich, den vermeintlichen Konflikt sachlich kleinzureden. "Wir hatten die Thematik, dass es um den Riesentorlauf ging und dass wir da nicht mehr in der Weltspitze sind. Und dann sage ich in meiner Funktion als Sportdirektor: Wir müssen Training und Intensität verändern, damit wir an die Weltspitze zurückkommen", erklärte Maier.

Maier, die Mücke und der Elefant

Dabei sei dann aus einer Mücke, "für mich ist es eine Mücke", ein Elefant gemacht worden: "Man stellt die Leute gegeneinander, obwohl das überhaupt gar kein Problem ist." Maier übte durchaus Kritik an den Medien, durch die das Thema seiner Meinung nach hochgekocht wurde.

"Wenn ich mir das Thema anschaue, dann denke ich mir: Ok, worum geht's da eigentlich", so Maier weiter: "Es geht darum, dass man festgestellt hat, dass man in einer Disziplin nicht dabei ist. Es geht darum, dass wir eine Athletin haben, die absolute Weltspitze sein kann - und jetzt gerade nicht rankommt. Und dann sagt man: Wir müssen das Training verändern. Und das war's. Mehr war es letztendlich nicht."

Maier: Kann nichts für Interpretationen

Für den Alpindirektor scheint das Thema damit abgehakt, zumindest in der Öffentlichkeit: "Ich kann nichts dafür, was man da alles reininterpretiert. Wenn man die Zitate so liest, wie ich sie gesagt habe, dann war's so. Deshalb bin ich da draußen aus dem Spiel."

br | Stand: 08.02.2020, 13:59

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