Nächste Bewährungschance für Linus Straßer & Co.

Linus Straßer in Kitzbühel

Nachtslalom in Schladming

Nächste Bewährungschance für Linus Straßer & Co.

Nach dem Weltcupslalom in Kitzbühel kritisierte ARD-Experte Felix Neureuther vor allem Linus Straßer für dessen unnötiges "Aus". Die deutschen Slalom-Spezialisten schaffen es zu selten, zwei gute Läufe ins Ziel zu bringen. Beim Nachtslalom in Schladming gibt's heute die nächste Bewährungschance.

Die deutschen Slalomfahrer auf der Suche nach zwei starken Läufen in einem Rennen: Linus Straßer, Sebastian Holzmann und Anton Tremmel haben das Zeug, um in der Weltspitze mitzufahren. Das zeigten sich auch in Kitzbühel. Der Haken: Derzeit überzeugen die deutschen Technikspezialisten meist nur einen Durchgang lang.

Deutsche Männer überzeugen in Kitzbühel nur im ersten Lauf

Auch beim Slalom-Klassiker am Ganslernhang am vergangenen Wochenende begeisterten die deutschen Männer nur im ersten Durchgang. Der Münchner Straßer lag nach dem ersten Lauf zwar nur auf Platz 14., angesichts der engen Zeitabstände hatte er aber noch beste Podestchancen. Auch Anton Tremmel (Rottach-Egern) und Sebastian Holzmann (Oberstdorf) sorgten für Freude im deutschen Team: Sie fuhren mit den hohen Startnummern 50 und 65 in den zweiten Durchgang der besten 30, Tremmel als Siebter sogar in die Nähe der Podestplätze.

Die Ernüchterung im zweiten Durchgang

Der zweite Lauf war dann eher enttäuschend. Straßer schied aus, Holzmann und Tremmel nahmen auf den Plätzen 17 und 18 immerhin Weltcuppunkte mit - für Tremmel war es sogar das beste Weltcupergebnis der Karriere. Etwas mehr Risiko bei beiden und es wäre wohl noch mehr dringewesen.

"Es ist ein brutal hartes Geschäft", relativierte Holzmann allerdings: Die Leistungsdichte im Slalom ist derzeit extrem hoch. "Ein Fehler und du bist nicht in den Top 30 drin", ergänzte er: "Aber wir haben Kampfgeist, wir können es!"

Ski Alpin der Herren - die Stimmen und Analyse zum Hahnenkamm-Slalom aus Kitzbühel Sportschau 26.01.2020 03:59 Min. Verfügbar bis 26.01.2021 Das Erste

ARD-Experte Felix Neureuther ging aber vor allem mit Straßer hart ins Gericht: Der Ski-Löwe vom TSV 1860 München habe eine "riesengroße Chance" weggeworfen. "Er hat völlig überdreht", analysierte Neureuther, "da ist der alte Linus durchgekommen. Er muss kapieren und lernen, dass er es vom Kopf her anders angeht."

Der 27-jährige Straßer nahm die Kritik entspannt auf. "Ich kann mit dem gut leben", sagte er: "Ich habe probiert Gas zu geben, es ist sich nicht ausgegangen - so what! Ich habe mir nichts vorzuwerfen."

Nächste Ausfahrt Schladming

Die nächste Chance für Straßer, Holzmann und Tremmel - daneben werden voraussichtlich noch David Ketterer, Julian Rauchfuss und Dominik Stehle für den Deutschen Skiverband antreten - gibt's im Nachtslalom von Schladming am heutigen Dienstagabend (28.01.2020).

Auch da ist Straßer wieder der größte Hoffnungsträger - wenn er wieder einmal zwei saubere Läufe ins Ziel bringt. Beim Nachtrennen in Madonna di Campiglio Anfang Januar patzte er gleich in beiden Läufen und wurde nur 22. Beim Flutlichtrennen in Zagreb drei Tage zuvor war er dagegen auf Platz sieben direkt nach seiner Verletzungspause zu seinem besten Saisonergebnis gefahren. Straßer und Nachtrennen - eigentlich passt das ganz gut.

Der Nachtslalom in Schladming live

BR24 Sport überträgt den Nachtslalom in Schladming live im BR Fernsehen und in der BR Mediathek (17.30 Uhr / 20.15 Uhr). Bei BR24 Wintersport auf Facebook gibt's zum 2. Lauf (ab 20.45 Uhr) außerdem eine Kommentatoren-Cam in der Reporterkabine. Am Mikrofon: der frühere Weltklasserennläufer Rainer Schönfelder und ARD-/BR-Reporter Bernd Schmelzer.

Der Nachtslalom in Schladming live bei BR24 Sport Blickpunkt Sport 28.01.2020 00:43 Min. Verfügbar bis 28.01.2021 BR

red/sid | Stand: 28.01.2020, 11:40

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