Hirschers Schladming-Show, Neureuther über das Karriereende

Nachtslalom Schladming 2019

Ski-alpin-Weltcup

Hirschers Schladming-Show, Neureuther über das Karriereende

Der Dominator schlägt zurück: Nach zuletzt zwei Slaloms ohne Sieg deklassierte der Österreicher Marcel Hirscher beim Nachtrennen von Schladming die Konkurrenz deutlich. Felix Neureuther fuhr in die Top Ten - und äußerte sich danach zu einem möglichen Karrierende.

Hart und eisig war die Planai in Schladming beim diesjährigen Nachtslalom. Die ersten Starter in Durchgang eins fungierten teilweise als Testpiloten für die ideale Linie, gleich zwei der ersten drei kamen nicht ins Ziel: Österreichs Manuel Feller und der Franzose Clément Noël, zuletzt gleich zwei Mal hintereinander siegreich in Wengen und Kitzbühel.

Einige Fahrer, so schien es, schreckten die frühen prominenten Ausfälle doch ab, den Österreicher Mario Matt etwa, der doch mit angezogener Handbremse unterwegs war. Andere sagten sich offenbar: Jetzt erst recht. Allen voran Slalom-Dominator Marcel Hirscher. Wenig hatte er in den Interviews nach den unerwarteten Niederlagen in Wengen und Kitzbühel gesagt. In Schladming ließ er dafür die Ski sprechen.

Erst kommt Hirscher, dann lange nichts

Als er mit der Startnummer sechs die Ziellinie passierte, erschien auf der Anzeigetafel eine ganze Sekunde Vorsprung vor dem zweitplatzierten Alexis Pinturault aus Frankreich. Der Schweizer Daniel Yule, der unmittelbar nach Hirscher ins Rennen ging, kam 99 Hundertstel hinter Hirscher an und schob sich noch knapp vor Pinturault. Österreichs Edeltechniker Hirscher hatte die Konkurrenz einmal mehr schon im ersten Lauf fast deklassiert.

Doch die wollte sich lange nicht so leicht geschlagen geben. Als Pinturault als drittletzter Läufer den zweiten Durchgang beendete, setzte sich der Franzose mit Laufbestzeit und über einer Sekunde Vorsprung an die Spitze. Yule und Hirscher oben waren also gefordert. Yule patzte leicht, fiel zurück, 39 Hundertstel hinter Pinturault. Und Hirscher?

Der umkurvte die Stangen genauso souverän wie in Durchgang eins. Er schnappte Pinturault Laufbestzeit und Platz eins weg und triumphierte wie im Vorjahr in Schladming. 1,21 Sekunden Vorsprung hatte der Österreicher nach beiden Läufen.

Felix Neureuther - Abschiedslauf in Schladming?

Felix Neureuther, stand nach einem nicht fehlerfreien ersten Durchgang mit 2,26 Sekunden Rückstand zunächst auf Rang zwölf. "Viel zu wenig Grip", habe er aufnehmen können, analysierte Neureuther im Ziel, dadurch sei ihm "der Außenski weggekommen" - mehr war angesichts solcher Fehler nicht drin: "Leider war es nicht gut, es ist unruhig geworden. Ich muss im zweiten Durchgang schauen, dass ich wieder ruhiger Ski fahre." Dort präsentierte sich Neureuther dann agressiver und fuhr noch auf Platz acht nach vorne.

Der Lauf von Felix Neureuther im 2. Durchgang von Schladming Blickpunkt Sport 29.01.2019 02:14 Min. Verfügbar bis 29.01.2020 BR

Im Ziel wurde Neureuther euphorisch von den österreichischen Fans gefeiert. Lange blieb er stehen, winkte und verteilte Küsschen - fast eine Abschiedsvorstellung, als wäre Neureuther zum letzten Mal in Schladming gefahren. Im Vorfeld des Rennens hatte die österreichische "Kronen Zeitung" berichtet, dass sich die Anzeichen für einen Neureuther-Abschied verdichten würden.

"Das wird man sehen", sagte Neureuther nach dem Rennen im Interview mit BR Sport: "Ich werde sicher bald eine Entscheidung treffen, wie es mit mir weitergeht und werde das auch bekanntgeben. Ich fahre jetzt Ski, darauf konzentriere ich mich - und alles was kommt, wird sich zeigen." Die Szenen nach dem Zieleinlauf wollte Neureuther nicht überbewerten: "Ich habe den Moment einfach so genossen ... Ich hatte schon vor der Ziellinie Gänsehaut."

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Nur noch Stehle im zweiten Lauf, fünf deutsche Starter vorzeitig raus

Dominik Stehle landete mit 2,81 Sekunden Rückstand auf Rang 25 und war im zweiten Lauf noch dabei. Dort fuhr er allerdings alles andere als fehlerfrei und wurde am Ende 22 - wobei insgesamt nur 24 Läufer im zweiten Durchgang ins Ziel kamen.

Anton Tremmel (+3,56), Sebastian Holzmann (+4,31 Sekunden), Fritz Dopfer (+4,56), Linus Straßer (+5,05) und Fabian Himmelsbach (+5,55) verpassten schon im ersten Lauf einen Top-30-Platz und damit die Qualifikation für den zweiten Durchgang.

Thema in: Blickpunkt Sport, BR Fernsehen, 29.01.2019, 17.45 und 20.15 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 29.01.2019, 21:38

Ski Alpin | Weltcupstand Damen

NameP
1.Mikaela Shiffrin2204
2.Petra Vlhová1355
3.Wendy Holdener1079
4.Viktoria Rebensburg814
5.Nicole Schmidhofer771

Ski Alpin | Weltcupstand Herren

NamePkt
1.Marcel Hirscher1546
2.Alexis Pinturault1145
3.Henrik Kristoffersen1047
4.Dominik Paris950
5.Vincent Kriechmayr739
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