"Night Race" - Straßer mag die besonderen Momente

Weltcup in Madonna di Campiglio

"Night Race" - Straßer mag die besonderen Momente

Von Wolfram Porr

Flutlicht, fantastische Stimmung - der Nachtslalom in Madonna di Campiglio verspricht wieder, ein stimmungsvolles Event zu werden. Einer, dem dieser besondere Charakter entgegenkommt, ist Linus Straßer.

Selbst ARD-Skiexperte Felix Neureuther traute in Zagreb seinen Augen kaum. Frisch zurück nach einer schmerzhaften Kahnbeinverletzung, raste Linus Straßer (München) im ersten Durchgang mit der hohen Startnummer 31 auf Platz drei. Am Ende sprang ein guter siebter Rang heraus, bereits seine zweite Top-Ten-Platzierung in diesem Winter nach dem starken Slalom-Saisonauftakt in Levi, wo er Achter wurde.

Mann für die besonderen Formate

"Super, super happy" sei er mit dem Ergebnis, sagte der 27-Jährige, der immerhin auch schon ein Weltcup-Rennen gewonnen hat: 2017 den City-Event in in Stockholm. Straßer, so viel ist klar, mag die besonderen Formate. Seine besten Ergebnisse holte er nicht bei gewöhnlichen Weltcups. Die zwei dritten Plätze, die er noch in seiner Biografie stehen hat, fuhr er beide bei Parallelslaloms heraus. Sein bestes Ergebnis bei einem "normalen" Slalom war 2015 Platz fünf, ausgerechnet beim "Night Race" in Schladming. Und nun zweimal Top Ten.

Bloß nicht zu viel denken

Levi und Zagreb sind also fast so etwas wie Ausreißer. Aber wenn's läuft, dann machen auch solche Rennen Spaß: "Ich fand's einfach nur geil. Ich glaube, das hat man auch beim Skifahren gesehen." Stimmt. Straßer, so analysierte es auch Neureuther, habe endlich gezeigt, was er drauf hat und seine Trainingsleistungen in einem Rennen umgesetzt. Nicht zu viele Gedanken machen, sondern einfach volle Attacke fahren. Das mag Neureuther, und genauso machte es Straßer in Zagreb.

Der eigene Weg taugt besser

Dabei hat sich Straßer erst jetzt von Neureuther "emanzipiert". Der Münchner will nicht mehr alles ganz genauso machen wie der Ex-Teamkamerad. Er hat seinen eigenen Weg gesucht und gefunden. Nun läuft es.

Am Mittwoch (8. Januar 2020) nun also wieder ein Flutlichtrennen. Da kribbelt es wieder ganz besonders bei Straßer, der im Training die besten Slalomfahrer regelmäßig in den Schatten stellt, weshalb sich Neureuther auch über Straßers zweiten Lauf in Zagreb und die verpasste Podestchance mächtig ärgerte. Und das war ehrliche Enttäuschung, keine Show. Henrik Kristoffersen (Norwegen), der Franzose Clement Noel, der Schwede Andre Myhrer und der Schweizer Ramon Zenhäusern - momentan die besten vier in der Weltcup-Slalomwertung - sollten also gewarnt sein.

Stand: 07.01.2020, 14:34

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