Maier verteidigt Rebensburg-Kritik: "Ich wollte eine Lösung anbieten"

Wolfgang Maier

Kritik und Replik

Maier verteidigt Rebensburg-Kritik: "Ich wollte eine Lösung anbieten"

Der verbale Schlagabtausch zwischen Rennläuferin Viktoria Rebensburg und DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier dauert an: Maier relativierte seine Aussagen und kündigte ein baldiges Gespräch mit der Sportlerin an.

Mit einem Topergebnis bei der ersten von zwei Weltcup-Abfahrtsläufen in Bansko hätte Viktoria Rebensburg die harte Kritik von DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier widerlegen können. Doch das gelang der immer noch besten deutschen Rennläuferin nicht. Irgendwie konsterniert registrierte sie im Ziel ihre Zeit. Es wirkte, als seien ihre Gedanken ganz woanders.

"Die letzten Tage waren sehr turbulent, es war viel los", sagte Rebensburg in der ARD nach ihrer Fahrt, die nur für den 22. Platz reichte. "Die Art und Weise der Kritik an mir finde ich unverständlich. Die Aussagen sind so grundlegend. Ich werde mich dazu äußern. Im Gegensatz zu Wolfi Maier werde ich das aber intern klären. Das bin ich meinem Trainerteam und meinen Betreuern schuldig."

Maier hatte Rebensburg kritisiert und gesagt, dass die 30-Jährige ihr Trainingspensum steigern müsse, um weiter um Weltcupsiege fahren zu können. Rebensburg hatte die Kritik daraufin in einer Zeitung zurückgewiesen und sie "sowohl inhaltlich als auch in der Art und Weise absolut unverständlich" genannt.

Maier: "Meine Intention war es, eine Lösung anzubieten" Sportschau 24.01.2020 05:04 Min. Verfügbar bis 24.01.2021 Das Erste

Maier: "Wir, nicht Vicky, haben die Entwicklung unterschätzt"

Fast zeitgleich in Kitzbühel versuchte Maier, seine Worte klarzustellen und die Geschichte nicht unnötig weiter aufzubauschen: "Ich kann die Vicky verstehen. Man muss das Thema aber auch richtig beleuchten dürfen. Es war in keinster Weise von mir die Absicht, Vicki in den Schatten zu stellen, noch irgendeinen Betreuer oder Trainer oder Sponsor. Es ging um eine Anfrage, wie ich die Situation einschätze." Maier sagte, er stehe zu seinen Aussagen, die nicht vollständig wiedergegeben worden seien: "Die sind auf einen Ist-Zustand gerichtet. Nämlich wir, nicht nur die Vicky, "haben die Entwicklung im Riesenslalom unterschätzt. Die Lösung dazu ist: Intensivierung des Trainings."

"Mir ging es darum, dass sie bald wieder auf dem Podium steht"

Maier betonte auch, er stehe weiterhin hinter seiner Sportlerin. "Es war nicht meine Intention, jemanden abzuwatschen. Es tut mir ein bisschen leid, dass das jetzt so massiv auf die Vicky runterschlägt, denn das war nicht meine Intention. Meine Intention war, eine Lösung anzubieten, dass wir die beste deutsche Skifahrerin wieder vorne auf dem Podium sehen und nicht, sie in alle Einzelteile zu zerlegen." Ein gemeinsames Gespräch werde es bald geben, wahrscheinlich schon am kommenden Rennwochenende in Garmisch-Partenkirchen: "Das Tischtuch ist ja nicht zerschnitten. Mir ging es um Lösungsorientierung."

wp/sid | Stand: 24.01.2020, 15:26

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