"Es tut mir leid" - Bolschunow entschuldigt sich für Eklat in Lahti

Bolschunow rammt Mäki - der Zielsprint von Lahti Sportschau 26.01.2021 00:30 Min. Verfügbar bis 26.01.2022 Das Erste

Langlauf-Weltcup

"Es tut mir leid" - Bolschunow entschuldigt sich für Eklat in Lahti

Der russische Langläufer Alexander Bolschunow hat sich für seinen Bodycheck beim Weltcup im finnischen Lahti entschuldigt. "Es tut mir leid, ich werde das nicht mehr tun", sagte der 24-Jährige dem norwegischen Rundfunk. Zuvor hatte der Verband ein "offizielles Entschuldigungsschreiben" an die Finnen geschickt.

Bolschunow war am Sonntag nach einem umkämpften Schlusssprint, bei dem ihm sein finnischer Rivale Joni Mäki auf der Zielgeraden keinen Platz gelassen hatte, ausgerastet: Er schlug zunächst mit seinem Skistock in Richtung des Finnen und streckte diesen nach dem Überqueren der Ziellinie zudem in vollem Tempo per Bodycheck nieder.

Bolschunow sprach am Dienstag (26.01.2021) in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunk (NRK) von einem Versehen. "Ich wollte mit Mäki darüber sprechen, was passiert war, und wissen, warum er das getan hatte", sagte er, "die Ski waren sehr schnell, und als ich versuchte zu bremsen, war die Bindung gebrochen. Ich wollte nicht auf ihn drauf fahren." Mäki habe sich zuvor aus seiner Sicht allerdings "unfair" verhalten.

"Das sind einfach die Emotionen und das Adrenalin. Er hat absolut falsch reagiert", sagte dagegen Russlands Trainer Markus Cramer. 

Entschuldigung für unsportliches Verhalten

Am Nachmittag zeigte Bolschunow persönlich Reue. "Ich sehe ein, dass das nicht richtig war, was ich im Ziel gemacht habe. Es tut mir leid, ich werde das nicht mehr tun", erklärte der 24-Jährige.

Zuvor war schon eine schriftliche Entschuldigung für das unsportliche Verhalten veröffentlicht worden: "Im Namen des russischen Skiverbandes entschuldigen sich Alexander Bolschunow und Präsidentin Jelena Wälbe für die Reaktion während des Staffelwettbewerbs", hieß es in einem Statement, dass der Weltverband Fis verschickte.

Der Verband habe ein "offizielles Entschuldigungsschreiben" an die Finnen geschickt. Man hoffe sehr, dass die harte Arbeit und die Leistungen der Athleten nun wieder in den Mittelpunkt rücken könne, hieß es weiter.

Der Weltverband Fis berät derzeit noch über weitere Konsequenzen. Am Sonntag war Russlands Staffel disqualifiziert worden. Eine Eskalation des Konflikts war nur deshalb ausgeblieben, weil die Finnen besonnen auf Bolschunows Wut reagiert hatten.

Bolschunow nach Eklat sogar angezeigt

Bei der örtlichen Polizei war auch eine Anzeige gegen den Russen eingegangen, das bestätigte Kommissar Tuomas Kuure der Nachrichtenagentur AFP.

"Es wurde ein Bericht angefertigt", sagte Kuure: "Wir führen eine erste Bewertung durch, um festzustellen, ob es Beweise gibt, die eine Untersuchung für einen Prozess rechtfertigen." Für ein derartiges Vergehen ist in Finnland eine Strafe von bis zu zwei Jahren Haft möglich.

Nach Angaben des finnischen Skiverbandes hat Mäki die Anzeige nicht gestellt. Er habe keine Brüche in seiner verletzten Hand davongetragen, das werde dem Ski-Weltverband FIS offiziell mitgeteilt.

dpa | Stand: 26.01.2021, 09:44

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