Klammer, Killy und der "Blitz von Kitz"

Klammer, Killy und der "Blitz von Kitz"

Wer bei den Hahnenkammrennen gewinnt, wird zur Alpin-Legende - egal, ob auf der "Streif" oder auf dem Ganslernhang. Auch deutsche Starter feierten in Kitzbühel schon große Erfolge. Die Helden vom Hahnenkamm in Bildern.

Christian Pravda

1931 finden zum ersten Mal die Hahnenkammrennen statt, die sich in den ersten Jahren mehr oder weniger zu geschlossenen österreichischen Meisterschaften entwickeln. Bei den ersten 18 Austragungen und 54 Rennen (Abfahrt, Slalom, Kombination) bis 1958 (anfangs wird nicht jährlich gefahren) steht nur fünf Mal ein Nicht-Österreicher ganz oben auf dem Podest. 1951 feiert Christian Pravda, Teil des österreichischen "Wunderteams" der 50er, sogar das Triple aus Abfahrts-, Slalom- und Kombinationssieg. Pravda ist mit insgesamt acht Siegen (zwei Abfahrt, drei Slalom, vier Kombi) in der ewigen Bestenliste auf Platz zwei.

1931 finden zum ersten Mal die Hahnenkammrennen statt, die sich in den ersten Jahren mehr oder weniger zu geschlossenen österreichischen Meisterschaften entwickeln. Bei den ersten 18 Austragungen und 54 Rennen (Abfahrt, Slalom, Kombination) bis 1958 (anfangs wird nicht jährlich gefahren) steht nur fünf Mal ein Nicht-Österreicher ganz oben auf dem Podest. 1951 feiert Christian Pravda, Teil des österreichischen "Wunderteams" der 50er, sogar das Triple aus Abfahrts-, Slalom- und Kombinationssieg. Pravda ist mit insgesamt acht Siegen (zwei Abfahrt, drei Slalom, vier Kombi) in der ewigen Bestenliste auf Platz zwei.

Es dauert 19 Jahre, bis erstmals ein deutscher Fahrer ganz oben auf dem Podest steht. 1950 gewinnt der Bayer Sepp Folger den Slalom. 15 weitere Jahre vergehen, bis auch in der Abfahrt ein Deutscher siegt - und der ist zur Hälfte auch noch Österreicher. 1965 gewinnt Ludwig "Luggi" Leitner (Bild), geboren im Kleinwalsertal, die legendäre Abfahrt auf der "Streif". Zwei Jahre zuvor ist er wie auch Folger im Slalom die Nummer eins von Kitzbühel.

Anton Engelbert "Toni" Sailer ist einer der ersten Stars der Hahnenkammrennen. Der Lokalmatador, in seiner aktiven Karriere mit dem Namen "Der schwarze Blitz aus Kitz" versehen, trägt sich erstmals 1956 in die Siegerlisten ein - und wie: Sailer feiert das Triple aus Abfahrts-, Slalom- und Kombinationssieg. 1957 gewinnt er erneut die Abfahrt.

Mit Andreas "Anderl" Molterer führt ein gebürtiger Kitzbüheler bis heute zahlreiche Rekordlisten an. Molterer gewinnt 1958 als dritter Fahrer nach Pravda und Sailer das Triple aus Abfahrt, Slalom und Kombination. Insgesamt steht er in Kitzbühel neun Mal auf Platz eins (zwei Mal Abfahrt, drei Mal Slalom, vier Mal Kombination) und ist damit auch Erster der ewigen Kitzbühel-Siegerliste. Neun Triumphe glücken sonst niemandem.

Eine der größten Legenden des alpinen Skisports ist Jean-Claude Killy. Und der Franzose trägt sich natürlich auch in Kitzbühel häufiger in die Siegerlisten ein und steht in der ewigen Bestenliste auf Platz drei. In den 60er-Jahren gewinnt er drei Mal die Kombination, drei Mal den Slalom und die Krönung 1967: Killy gewinnt die legendäre Hahnenkamm-Abfahrt. In diesem Jahr triumphiert er auch in Slalom und Kombination und feiert das Kitzbühel-Triple wie zuvor nur die drei Österreicher Christian Pravda (1951), Toni Sailer (1956) und Andreas Molterer (1958). Dies gelingt seitdem keinem Fahrer mehr.

Der Österreicher Karl Schranz ist einer der größten Rivalen von Killy - und überflügelt ihn zumindest, was die Zahl der Abfahrtssiege in Kitzbühel angeht. Der dreimalige Weltmeister siegt 1966, 1969 und 1972 auf der "Streif".

Kann er besser Skifahren oder besser Singen? 1974 ist Lokalmatador Johann Ernst "Hansi" Hinterseer definitiv auf Brettern besser. Am 27. Januar gewinnt er in seiner Heimat den Slalom, es ist der erste Weltcupsieg für den Wedelkönig mit den wallenden blonden Haaren.

Der Kärntner Franz Klammer trägt sich in Kitzbühel vier Mal in die Siegerlisten der Abfahrt ein. Dem Triple in den 70ern (1975, 1976, 1977) lässt er einen weiteren Sieg 1984 folgen.

Christian Neureuther ist am 21. Januar 1979 Schnellster auf dem Ganslernhang und siegt im Slalom. Es ist letzte von sechs Weltcupsiegen des Partenkirchners. Er feiert mit Phil Mare und einer weiteren Größe auf dem Ganslernhang: Ingemar Stenmark, der mit fünf Slalomsiegen in Kitzbühel bis heute der Rekordhalter in dieser Disziplin ist.

1979 ist bis heute das erfolgreichste Jahr aus Sicht des Deutschen Skiverbands. Nicht nur Neureuther steht im Slalom ganz oben auf dem Podest. In der Abfahrt gewinnt der Ruhpoldinger Sepp Ferstl. 1978 muss er sich Platz eins noch mit dem zeitgleichen Österreicher Josef Walcher teilen, 1979 krönt er sich zum alleinigen Sieger.

Der Beste aller Zeiten in Kitzbühel, seit die Rennen gleichzeitig als Weltcups ausgetragen werden. Mit sieben Siegen ist der der Wahl-Luxemburger Marc Girardelli der erfolgreichste Kitzbühelstarter seit 1967. Sechs Mal gewinnt er den Slalom, 1989 auch die Abfahrt. Die ist allerdings gar kein "echtes" Hahnenkammrennen. Immer wieder springt Kitzbühel als Ersatzort ein, wenn das Wetter anderswo Rennen verhindert, und die Fans dürfen in manchen Jahren zwei Abfahrten genießen.

"Tomba la Bomba" auf dem Weg zum Sieg: Der italienische Ausnahme-Slalomfahrer Alberto Tomba gewinnt den Slalom in Kitzbühel 1992 und 1995.

Ein Seriensieger der Jahrtausendwende: Der Norweger Kjetil-André Aamodt schnappt sich 1998, 1999, 2000 und 2002 den Kitzbühel-Titel in der Kombination, was außer ihm nur dem Österreicher Andreas Molterer und dem Kroaten Ivica Kostelic gelingt.

Ein Schweizer ärgert die Österreicher - und das gleich mehrmals Mal in Folge. Didier Cuche gewinnt die Hahnenkammabfahrt 2008 und dann drei Mal hintereinander von 2010 bis 2012. 2010 (Super-G) und 1998 (Sprint-Abfahrt) siegt er auch noch in zwei Zusatzrennen. In der ewigen Bestenliste ist Cuche mit sechs Siegen gleichauf mit den österreichischen Legenden Karl Schranz und Hermann Maier.

Überragender Kitzbühel-Fahrer in der Kombination ist bis heute der Kroate Ivica Kostelic. Er gewinnt die Hahnenkamm-Kombi als einer von drei Fahrern Fahrer vier Mal. In den Jahren 2010 bis 2013 allerdings vier Mal in Folge - so stark ist bis heute kein anderer Kombinierer.

Drei Mal Neureuther, zwei Mal Felix: Der Sohn überholt den einmaligen Kitzbühel-Sieger Christian (1979) mit gleich zwei Siegen. 2010 und 2014 gewinnt Felix Neureuther den Klassiker.

Fast aus dem Nichts zur "Kitz"-Legende: Bei der Abfahrt 2018 düpiert der Mittenwalder Thomas Dreßen die Weltelite und fährt zum Sieg.

In den Spuren des Vaters: 2019 sorgt Josef Ferstl für den nächsten deutschen Sieg, er gewinnt den Super-G - 40 Jahre nach dem letzten Triumph von Vater Sepp Ferstl in der Abfahrt.

Stand: 19.01.2020, 10:17 Uhr

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