Neureuther: "Es muss sich was ändern"

Felix Neureuther mit Trainer

Ski Alpin

Neureuther: "Es muss sich was ändern"

Das letzte WM-Rennen war kaum gefahren, da traten atmosphärische Störungen im DSV-Team zu Tage. Ausgerechnet Felix Neureuther übte Kritik, die der Verband nun in Ruhe bewerten will.

Was genau den besten deutschen Techniker verstimmte, wollte er nicht verraten. "Das ist intern." Klar ist: Es betrifft die Teamkollegen ebenso wie den Verband. Dass aus Neureuther auch die Enttäuschung über die eigene Saisonleistung mitschwang, ist ebenso deutlich. Ob der 34-Jährige nun nach dieser Saison zurücktritt oder doch nicht? Diese Frage ist weiter offen.

"Natürlich haben wir darüber gesprochen. Es gibt auch eine Tendenz, aber er ändert auch öfter seine Meinung. Da er mit so viel Leidenschaft dabei ist", sagte Ehefrau Miriam Neureuther der "Bild-Zeitung". Ach so? Vieles in den vergangenen Wochen klang nach Abschied. Doch offenbar hat Neureuther doch noch Spaß an seinem Sport und Lust auf weitere Rennen. Der WM-Slalom hat ihn möglicherweise darin bestärkt, obwohl er wegen eines Einfädlers im zweiten Durchgang ausschied. Das Rennen zeigte aber auch: Neureuther kann durchaus noch mithalten.

"Ich muss wieder vorne mitfahren können"

Vor der Heimreise aus Are deutete Neureuther an, dass einiges für ihn nicht stimmt, um bei den Besten dabei zu sein. "Wenn es weitergeht, dann muss ich an mir ein paar Dinge ändern und auch um mich herum müssen sich ein paar Dinge ändern. Ich muss wieder vorne mitfahren können. Wenn ich das Gefühl nicht habe, dann ist es auch besser, aufzuhören."

Was er meint? Neureuther muss erstens gesund bleiben und zweitens mit seinem Material wieder konkurrenzfähig werden. Die Skifirma, bei der er bis 2022 unter Vertrag steht, hat Nachholbedarf. Neureuther ist der einzige Topfahrer, den sie betreut. Andere Firmen sind in der Entwicklung weiter. Möglicherweise müsste Neureuther also aus dem bestehenden Vertrag heraus und sich einem anderen Ausrüster anschließen.

Neureuther - "Entweder ganz oder gar nicht" Sportschau 17.02.2019 02:07 Min. Verfügbar bis 17.02.2020 Das Erste

Kritik am Team: Harmonie ist wichtig

Mit "um mich herum" meint er in erster Linie das Slalom-Team, das sich diesen Winter nicht gut präsentiert habe. "Da muss man analysieren, an was es gelegen hat, auch in welche Richtung der Verband ziehen will." Die Harmonie in der Mannschaft sei wichtig, betont Neureuther, "weil ich ein Teil davon bin".

Potenzial und Leidenschaft sind noch da

Auch kein Geheimnis: Neureuther müsste wieder mehr trainieren. DSV-Alpinchef Wolfgang Maier will mit seinem Aushängeschild bald in Ruhe besprechen, was ihn denn störe. Er sagt auch, er sei überzeugt, dass Neureuther, sollte er weitermachen, "die Top drei allemal wieder erreichen würde". Und spätestens seit Sonntag sieht Neureuther dies wohl ähnlich: Er wäre nach einer Saison voller Rückschläge ohne den Einfädler guter Sechster geworden, es wäre für ihn, für alle der Beweis: Da geht noch was. "Ich freue mich sehr aufs Leben danach", sagte Neureuther noch über seine Zukunft, "ich bin aber halt auch noch leidenschaftlicher Skifahrer".

Thema in: B5 Aktuell, 18.02., 12.54 Uhr

Stand: 18.02.2019, 11:52

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