Ski alpin: dritter Saisonsieg für "Teufelskerl" Dreßen

Ski alpin: Thomas Dreßen gewinnt Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm Sportschau 13.02.2020 00:39 Min. Verfügbar bis 13.02.2021 Das Erste

Weltcup-Abfahrt in Saalbach-Hinterglemm

Ski alpin: dritter Saisonsieg für "Teufelskerl" Dreßen

Langsam wird's unheimlich: Thomas Dreßen aus Mittenwald hat in Saalbach-Hinterglemm seine dritte Weltcup-Abfahrt in diesem Winter gewonnen. In einer "engen Kiste" verwies er die Schweizer Beat Feuz und Mauro Caviezel auf die Plätze.

Thomas Dreßen

Thomas Dreßen

Nach den Siegen in Lake Louise und Garmisch-Partenkirchen hat Thomas Dreßen seinen Konkurrenten auch in Saalbach-Hinterglemm ein Schnippchen geschlagen und bereits zum dritten Mal in diesem Winter eine Weltcup-Abfahrt gewonnen. In seiner Comeback-Saison nach auskuriertem Kreuzbandriss siegte der 26-Jährige vom SC Mittenwald dank einer wieder mal grandiosen Aufholjagd vor vier Schweizern. Zweiter wurde der im Abfahrts-Weltcup führende Beat Feuz (+ 0,07 Sekunden) vor Mauro Caviezel (+ 0,09).

Die sieben beziehungsweise neun Hundertstelsekunden holte "Teufelskerl" Dreßen wie schon vor einer Woche in Garmisch-Partenkirchen im Schlussstück heraus. Keiner konnte dem besten deutschen Abfahrer aller Zeiten, der nach einer längeren Fahrzeit offenbar die größten Kraftreserven mobilisieren kann, in diesem Abschnitt das Wasser reichen.

Konzentriert und mit viel Gefühl

Dreßen ließ sich auch von einem Fehler im oberen Teil, als er auf ruppigem Untergrund fast das Gleichgewicht verlor, und fast einer halben Sekunde Rückstand bei der ersten Zwischenzeit nicht irritieren und zeigte im weiteren Verlauf der mit vielen tückischen Schrägkurven versehenen Piste eine konzentrierte Fahrt. Der Mittenwalder bewies dabei einmal mehr ein großartiges Fahrgefühl, fuhr sehr sauber und fand die bestmögliche Linie. Feuz und Caviezel bauten just in dem Schlussabschnitt ein paar kleine Fehler ein, die ihnen letztlich den möglichen Sieg kosteten.

Dreßen: "Auch mit kleinem Fehler ist das Rennen nicht vorbei"

"Ich habe in dem Moment gar nicht mehr damit gerechnet, dass der Ski auf meinem Fuß bleibt", so ein zufriedener Dreßen im ZDF zu seinem Fehler. Dann habe er aber gedacht, "ich muss es jetzt enger probieren. Mach einfach das, was du mit dem Trainer besprochen hast. Und das ist perfekt aufgegangen."

An dem verkorksten Kitzbühel-Wochenende habe er mehr gelernt, als an allen anderen Wochenenden zusammen: "Da wollte ich zu viel und bin verkrampft. Hier habe ich gedacht: Alles was jetzt noch kommt, ist Zugabe, ich kann locker drauflosfahren. Ja, und auch mit einem kleinen Fehler ist das Rennen nicht vorbei. Man darf sich nicht rausbringen lassen."

Sander bestätigt gute Form mit Platz 13

Dreßens Teamkollege Josef Ferstl (Hammer) freute sich mit: "Thomas hatte oben einen großen Fehler, aber im Steilen. Er hat dann richtig Gas gegeben. Dass er dann vorne ist, ist unglaublich." Zu seiner eigenen Leistung sagte Ferstl, der 23. wurde: "Mir ist ein Leichtsinnsfehler passiert, leider im Flachen. Ich habe eine Welle übersehen, mich hat's ausgedreht und ich habe an Geschwindigkeit verloren."

Andreas Sander

Andreas Sander

Ferstl landete mit 1,63 Sekunden Rückstand ebenso wie Romed Baumann (Kiefersfelden/+ 1,79) als 25. trotzdem noch in den Punkten. Zweitbester Deutscher an diesem Tag war aber Andreas Sander (Ennepetal) auf Rang 13 (+ 1,02). Sander war bei den ersten Zwischenzeiten sogar noch schneller als Dreßen, verlor im unteren Abschnitt aber noch viel Zeit. Er bestätigte dennoch seine starke Form der letzten Wochen. Dominik Schwaiger (Königssee/+ 1,82) wurde 28., Manuel Schmid (Fischen/+ 2,98) verpasste die Top 30.

Kleine Kristallkugel: Entscheidung vertagt

Durch seinen Sieg hat Dreßen auch die vorzeitige Entscheidung im Abfahrts-Weltcup zumindest bis zur nächsten Abfahrt im norwegischen Kvitfjell vertagt. Hätte Feuz hier gewonnen, wäre ihm der Gewinn der kleinen Kristallkugel nicht mehr zu nehmen gewesen.

Saalbach-Hinterglemm war kurzfristig als Ersatzort für das chinesische Yanqing eingesprungen, wo die Rennen aus Angst vor dem grassierenden Coronavirus abgesagt worden war.

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wp | Stand: 13.02.2020, 14:30

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