Dreßen bei Feuz-Abfahrtssieg mit Kreuzbandriss

Beat Feuz

Weltcup-Klassiker in Beaver Creek

Dreßen bei Feuz-Abfahrtssieg mit Kreuzbandriss

Der Schweizer Abfahrts-Weltmeister Beat Feuz hat am Freitag (30.11.18) die legendäre Abfahrt im US-amerikanischen Beaver Creek gewonnen. Die deutsche WM-Hoffnung Thomas Dreßen stürzte schwer und erlitt einen Kreuzbandriss.

Wetterbedingt war die Birds of Prey-Strecke um etwa 20 Sekunden verkürzt worden, das obere Gleitstück fehlte. Der US-Speedklassiker, einer der schwierigsten alpinen Weltcup-Wettbewerbe, war von zum Teil spektakulären Fahrten auf ungewohnt weicher Piste, dichtem Schneefall und folglich schlechter Sicht geprägt - mit äußerst unglücklichem Ausgang für Thomas Dreßen.

Saison-Aus für Dreßen

Dem mitfavorisierten Dreßen verschlug es nach etwa 45 Sekunden - er war mit Bestzeit unterwegs - die Ski, es riss ihm die Beine auseinander. Dadurch verlor er die Kontrolle, stürzte und schlitterte in den Fangzaun. Minutenlang blieb der 25-Jährige im Schnee sitzen, war aber ansprechbar. Anschließend wurde er per Rettungsschlitten die Piste hinuntergefahren, von dort ging es ins Krankenhaus von Vail.

Alpinrennfahrer Thomas Dreßen stürzt schwer in Beaver Creek Tagesschau 30.11.2018 00:37 Min. Verfügbar bis 01.12.2019 Tagesschau24

Wie der Deutsche Ski-Verband später am Abend erklärte, riss sich Dreßen bei seinem Sturz das vordere und hintere Kreuzband im rechten Knie. Zudem erlitt er eine Subluxation der linken Schulter. Nach einer Rückkehr nach Deutschland werde sich der Mittenwalder weiteren Untersuchungen unterziehen. Ein Comeback in der laufenden WM-Saison ist aber ausgeschlossen.

Schweizer Doppelsieg

Beat Feuz, vor knapp einer Woche in Lake Louise noch etwas enttäuschender Sechster, kam mit den Bedingungen am besten zurecht. Mit einer Zeit von 1:13,59 Minuten verwies er seinen Schweizer Teamkollegen Mauro Caviezel um nur sieben Hundertstel auf Rang zwei. Caviezel ist zwar noch kein großer Name im Weltcup-Zirkus, sein zweiter Rang überraschte aber nicht unbedingt, war er doch im Super-G von Lake Louise schon Dritter. Nur eine Hundertstel langsamer als Caviezel wurde Vorjahressieger Aksel Lund Svindal Dritter. Der Norweger stand in Beaver Creek bereits zum 14. Mal auf dem Podest.

"Ich bin immer gerne hier, aber das ekelhafte Flachstück am Anfang hatte mir bisher immer einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte Feuz im ORF. Der 31-Jährige gewann in Beaver Creek erstmals, insgesamt war es sein elfter Weltcup-Sieg.

Ferstl hat halbe WM-Norm, Sander wieder abgeschlagen

Wie schon in Lake Louise erwischte Andreas Sander auch in Beaver Creek keinen guten Tag. Mit einem Rückstand von 1,51 Sekunden kam er nicht in die Top 30. Möglicherweise stand er aber auch unter Schock nach dem Sturz seines Teamkollegen Dreßen. Josef Ferstl zeigte sich dagegen deutlich verbessert. Sein Rückstand auf Feuz betrug nur neun Zehntel. Mit dem 13. Platz erfüllte er die halbe WM-Norm. Wie Sander kam auch Dominik Schwaiger nicht in die Top 30.

br | Stand: 30.11.2018, 22:59

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