Seltener Lichtblick bei den deutschen Slalom-Frauen

Christina Geiger auf der Skipiste

Slalom-Weltcup

Seltener Lichtblick bei den deutschen Slalom-Frauen

Knapp einen Monat vor Beginn der WM in Schweden sind die Aussichten auf eine Slalom-Medaille bei den Frauen düster. Einzig Christina Geiger hält momentan halbwegs Tuchfühlung zur übermächtigen Konkurrenz.

Christina Geiger war bester Laune, sie hatte auch guten Grund dazu. Vier Wochen vor Beginn der WM im schwedischen Are (4. - 17.2.) sorgte die Skirennläuferin aus Oberstdorf im Schneetreiben von Flachau als Sechste für einen Lichtblick. "Super glücklich" mache sie ihre dritte Top-Ten-Platzierung innerhalb von nur acht Tagen. Sie wolle nun weiter fleißig trainieren und "dann schauen wir, dass es zur WM auf den Höhepunkt kommt."

Geiger ist tatsächlich gut drauf zur Zeit: In ihren jüngsten drei Rennen ist sie Siebte, Fünfte und nun Sechste geworden. Alpinchef Wolfgang Maier sieht die 28-Jährige damit im Soll. "Das ist das, was ich von ihr erwarte. Mehr wollen wir auch gar nicht", so Maier, der zugleich aber höhere Erwartungen bremst. Das Podium sei unrealistisch. "Dazu sind die anderen zu gut", so Maier.

Ski alpin - Geiger überzeugt bei Vlhová-Sieg Morgenmagazin 09.01.2019 01:34 Min. Verfügbar bis 09.01.2020 Das Erste

Großes Gefälle zwischen Weltspitze und dem Rest

In der Tat gibt es im Frauen-Slalom fünf, sechs Läuferinnen, die in einer eigenen Liga fahren. "Und danach reißt es ab. So krass habe ich das noch nie gesehen", so Maier. Beleg dafür: Lena Dürr etwa wurde in Flachau mit fast fünf Sekunden Rückstand noch 15.

Das Gefälle im Slalom der Frauen ist extrem. Die Ränge eins und zwei machen seit Saisonbeginn Mikaela Shiffrin (USA) und Petra Vlhová (Slowakei) unter sich aus, in Flachau gewann im sechsten Slalom des Winters erstmals Vlhová. Und die Deutschen? Völlig chancenlos. Und das schon seit Jahren. Eine deutsche Läuferin stand in einem Slalom zuletzt im Dezember 2013 auf dem Podest. Das war Maria Höfl-Riesch.

Petra Vlhova fährt gegen Mikaela Shiffrin

Petra Vlhova (li) und Mikaela Shiffrin. (Archiv)

Hoffnungen ruhen auf wenigen Spitzenläufern

Für die WM in Are sind die Medaillenaussichten also düster. Top-DSV-Läuferin Viktoria Rebensburg hat, wenn sie fit ist, sicher Chancen in ihren Spezialdisziplinen, doch dahinter fehlt es an Qualität. Der Deutsche Skiverband ist bei Frauen und Männern zunehmend von den wenigen Spitzenläufern abhängig. "Und wenn die Großen ausfallen, wird es richtig heftig", so Maier. Dennoch: "Angst vor der Zukunft habe ich nicht", versichert er. "Wir werden nicht verschwinden. Und wir werden auch nicht das Licht ausschalten, wenn Rebensburg und Neureuther nicht mehr da sein sollten".

Thema in: Deutschlandfunk, Sport aktuell, 09.01.2019, 22.45 Uhr

sid/ten | Stand: 09.01.2019, 12:32

Darstellung: