Vom Ritt auf der Trockenpiste zum Edeltechniker

David "Dave" Riding 2018

David "The Rocket" Ryding

Vom Ritt auf der Trockenpiste zum Edeltechniker

Von Margot Lamparter

David "The Rocket" Ryding kommt aus keiner klassischen Ski-Nation. Dennoch hat es der Brite unter die Top-Techniker der Welt geschafft. Beim Slalom-Saisonstart in Levi ließ der 32-Jährige sein Potenzial wieder einmal aufblitzen.

Der Skirennfahrer von der Insel ist im Wintersport kein Unbekannter mehr. In Ryding steckt das Potenzial zum Siegfahrer. Im Januar 2017 hatte er seinen ersten Weltcup-Erfolg nur knapp verpasst. Im legendären Slalom von Kitzbühel musste er sich nur Dominator Marcel Hirscher geschlagen geben. In Levi hatte Ryding am Sonntag (24.11.19) die Chance seine Skigeschichte weiterzuschreiben. Nach der zweitbesten Zeit im ersten Lauf, schied er im Finale aus. Die besseren Nerven hatte der mögliche Hirscher-Nachfolger Henrik Kristoffersen.

Von der Trockenpiste zum Edeltechniker

Der Grundstein für die Ski-Karriere von David "Dave" Ryding wurde schon früh gelegt. "Wenn du Skifahren lernst, kannst du mit in den Familienurlaub", haben seine Eltern ihm 1992 mit sechs Jahren als Anreiz gegeben, erzählt Ryding auf seiner Homepage. Da eine Piste mit Schnee in England schwer zu finden war, begann er im "Pendle Ski Club" in Nordwestengland auf einer 100 Meter-Trockenskipiste zu üben und war beim Skiurlaub fortan dabei.

Hartes Training auf britischen Kunststoff-Pisten

Der Skisport hatte Ryding gepackt und so trainierte er bis 2000 weiter auf den britischen Kunststoff-Pisten auf denen er auch seine ersten Rennen bestritt. Mit 13 wurde er in das "England Schools Team" aufgenommen. 2001 startete er dann mit dem intensiven Training auf Schnee und schaffte es 2002 ins nationale Ski-Team.

David "Dave" Riding 2010 im Training

Mit 18 entschied sich Ryding, den Ski-Sport professionell zu betreiben. Ein Jahr später tourte er durch die FIS-Rennen Europas und sammelte 13 Siege, 2008 und 2009 wurde er Britischer Meister im Slalom. Sein Weltcup-Debüt gab er im Dezember 2009 in Alta Badia, wo er bereits im ersten Durchgang ausschied.

Erste Olympische Spiele in Vancouver

2010 folgte ein weiterer Meilenstein in der Karriere des Briten - die Nominierung für die Olympischen Spiele in Vancouver. Platz 27 im Slalom gab ihm den nötigen Push, um auf das nächste Trainingslevel zu kommen. Im finnischen Levi sammelte Ryding dann 2013 als 26. die ersten Weltcup-Punkte. Und gewann als erster Brite überhaupt im Slalom den Europa Cup.

Exotenstatus abgestreift

David "Dave" Riding beim Slalom in Kitzbühel Zweiter, Sieger Marcel Hirscher, Dritter Alexander KHOROSHILOV

Die Zeit war reif, den Exoten-Status abzulegen. Bei den Olympischen Spielen in Sotschi schaffte es Ryding bereits auf Rang 17. Und mit 30 Jahren erfüllte sich dann sein Kindheitstraum - in die Top 30 der Welt aufzusteigen. Zweimal konnte er in der Saison 2016/17 in die Top Ten fahren. Nach dem sechsten Platz in Levi gelang ihm am legendären Ganslerhang in Kitzbühel erstmals der Sprung aufs Podest. Auf dem anspruchsvollen Kurs musste er sich nur Skistar Marcel Hirscher geschlagen geben. Bei seiner dritten Olympiateilnahme landete er 2018 in Pyeongchang auf Platz neun. Auch in der Saison 2018/19 präsentierte sich der Brite in guter Form und fuhr sechs Mal in den Top Ten. Vielleicht gelingt Ryding ja in der aktuellen Saison der Sprung ganz nach oben.

Stand: 25.11.2019, 10:16

Ski Alpin | Weltcupstand Damen

NamePkt
1.Federica Brignone1378
2.Mikaela Shiffrin1225
3.Petra Vlhová1189
4.Corinne Suter837
5.Marta Bassino817

Ski Alpin | Weltcupstand Herren

NamePkt
1.Aleksander Aamodt Kilde1202
2.Alexis Pinturault1148
3.Henrik Kristoffersen1041
4.Matthias Mayer916
5.Vincent Kriechmayr794
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