Es kriselt bei den deutschen Slalom-Männern

Mit Neureuther ist weiterhin zu rechnen Morgenmagazin 07.01.2019 01:32 Min. Verfügbar bis 07.01.2020 Das Erste

Slalom-Weltcup

Es kriselt bei den deutschen Slalom-Männern

Das jahrelang erfolgsverwöhnte deutsche Slalom-Team ist in eine Mini-Krise geschlittert. In Zagreb schafften es am Sonntag von sieben gestarteten Athleten nur zwei in den Finallauf. Die Kritik wird lauter - auch aus den eigenen Reihen.

"Jeder kämpft ein bisschen ums Überleben, das ist keine leichte Situation. Da fehlt generell im Team der Zug und am Schluss der Spaß an der Freude, am Skifahren." Harte, aber ehrliche Worte. Ausgesprochen von Linus Straßer. Der Münchner Slalomfahrer kämpft noch um seine WM-Norm. In Zagreb schied er schon im ersten Durchgang aus. Bei seinen sechs Weltcup-Starts des Winters kam er nicht einmal in die Punkteränge. Für die garantierte WM-Nominierung verlangt der Deutsche Skiverband einen Platz unter den ersten Acht oder zwei Top-15-Ränge im Weltcup.

"Jeder hat seine eigene Baustelle"

Linus Straßer verpasste den zweiten Durchgang in Zagreb

Linus Straßer verpasste den zweiten Durchgang in Zagreb

Und nicht nur Straßer steckt in der Krise. Auch seine Ski-Kollegen enttäuschten. Gleich fünf Starter verpassten beim ersten Weltcup des Jahres den zweiten DurchgangDominik Stehle scheiterte als 34., Straßer als 47. Noch schlimmer erging es Sebastian Holzmann, David Kletterer und Fritz Dopfer, die das Ziel nach Fahrfehlern nicht erreichten.

Auch bei Felix Neureuther fehlt die Konstanz. Nach einem schweren Fahrfehler im ersten Lauf lag er nur auf Rang 23, zeigte dann aber Comeback-Qualitäten und verbesserte sich um 15. Plätze. "Natürlich merkt man im Team schon, dass jeder seine eigene Baustelle hat, dass jeder mit seinen Fehlern und der eigenen Situation zurechtkommen muss", so Straßer.

Blick nach vorn: Vier Slalom-Rennen bis zur WM

Noch vor drei Jahren waren Felix Neureuther und Dopfer regelmäßige Kandidaten für das Podest, Straßer galt als angehender Spitzenmann im Slalom. Das Abschneiden seines Teams - abgesehen von Neureuther - enttäuschte Bundestrainer Mathias Berthold in Zagreb. "Gott sei Dank kommen jetzt gleich die nächsten Rennen", sagte er im Hinblick auf das anstehende Technik-Wochenende in Adelboden mit einem Riesentorlauf und einem Slalom.

In der Schweiz könnten sich seine Schützlinge revanchieren, meinte der Coach. Danach stehen noch weitere Slalom-Klassiker in Wengen, Kitzbühel und Schladming an. "Ich glaube fest daran, dass ich die Kurve kriege", sagte Straßer vor der Abreise aus Kroatien. Auch Neureuther blickt dem Jahreshöhepunkt optimistisch entgegen: "Ich bin streckenweise schon sehr schnell unterwegs, muss aber kleine Schritte bis zur Weltmeisterschaft machen und nicht probieren, alles auf einmal zu zerreißen." Die Weltmeisterschaft findet vom 5. - 17. Februar im schwedischen Åre statt.

sst/dpa | Stand: 07.01.2019, 10:12

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