Ein Rauffer-Sieg, ein Reh und mehr - 50 Jahre Speedrennen auf der "Saslong"

Gröden kurios 2004: Ein Reh auf der Piste Sportschau 19.12.2019 00:34 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste

Alpin-Weltcup im Grödner Tal

Ein Rauffer-Sieg, ein Reh und mehr - 50 Jahre Speedrennen auf der "Saslong"

Von Bernd Eberwein

Ein Abfahrtsklassiker feiert Geburtstag: 1969, vor 50 Jahren, gab es den ersten Ski-Weltcup auf der legendären "Saslong" in Gröden. Erst zwei deutsche Fahrer konnten sich bisher in die Siegerlisten eintragen. Ein italienischer Fahrer bekam Besuch von einem Reh.

Der Name ist fast so klangvoll wie "Streif" oder "Lauberhornabfahrt": Die "Saslong" in Gröden zählt zu den spektakulärsten Speedstrecken im Ski-Weltcup und gehört längst zu den Klassikern. 1969 fand dort erstmals ein Abfahrtsrennen statt, die Piste feierte Premiere.

Die Grödner Erbauer hatten sich dabei an neuen Richtlinien des Weltskiverbands FIS orientiert. Waren Abfahrtsstrecken bis dahin vor allem durch Buckel, Vertiefungen und Felsen gekennzeichnet, sollten schnelle Strecken in Zukunft sicherer werden: Mehr Technik, weniger Risiko - so das Credo beim Bau der "Saslong". Dass überhaupt eine neue Strecke angelegt wurde, lag an der Ski-Weltmeisterschaft 1970, die ins Grödnertal vergeben wurde.

Elfeinhalb Sekunden schneller als 1969

Seitdem finden fast jährlich Abfahrtsweltcups statt, 1983 erstmals auch ein Super-G. Durch die Weiterentwicklung der Skitechnik wurden die Zeiten von Jahr zu Jahr schneller. 2:07,75 Minuten benötigte der Schweizer Jean Daniel Dätwyler, der erste Sieger 1969. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde, Sieger im vergangenen Winter, kam nach 1:56,13 Minuten ins Ziel.

Die "Kamelbuckel" - eine der legendärsten Weltcuppassagen

Dazu kam, dass die Athleten natürlich mit immer neuen Tricks versuchten, zusätzliche Hundertstel herauszuholen. Speziell die Kamelbuckel, eine Passage mit drei Buckeln, weckte die Tüftler in den Startern. Der Österreicher Uli Spieß war 1980 der erste, der den dritten Buckel mit einem Sprung vermied.

Andere taten es ihm nach, nicht immer erfolgreich. Denn Sprünge bis zu 80 Meter weit und bis zu sechs Meter hoch konnte nicht jeder sicher landen - schwere Stürze waren die Folge. Im Laufe der Jahre wurden die Kamelbuckel entschärft. Spektakulär ist die Passage aber immer noch.

Nur Rauffer und Ferstl in den Siegerlisten

Deutsche Triumphe auf der "Saslong" gab es in 50 Jahren erst zwei. 2004, vor 15 Jahren, gewann Max Rauffer vor dem Schweizer Jürg Grünenfelder und dem Österreicher Hans Grugger. Für den Oberbayern vom SC Leitzachtal, der im Jahr darauf zurücktrat, war es der einzige Weltcupsieg der Karriere.

Max Rauffer gewinnt 2004 die Abfahrt von Gröden Sportschau 19.12.2019 01:44 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 Das Erste

2017 trug sich Josef Ferstl in die Super-G-Siegerliste ein. Für den Traunsteiner war es der erste Weltcupsieg seiner Karriere, er verwies die österreichischen Spitzenfahrer Max Franz und Matthias Mayer auf die Plätze. Weitere deutsche Podestfahrer in Gröden waren Sepp WIldgruber (3., Abfahrt 1985), Markus Wasmeier (3., Abfahrt 1986) und Berni Huber (2., Abfahrt 1990).

Rekordsieger Aksel Lund Svindal

Der Überflieger auf der "Saslong" ist der nicht mehr aktive Norweger Aksel Lund Svindal. Sieben Mal triumphierte er in Gröden, zwei Mal in der Abfahrt, fünf Mal im Super-G. Je vier Siege haben die Österreicher Michael Walchhofer und Franz Klammer sowie der Italiener Kristian Ghedina auf dem Konto.

Ghedina war auch an einem der spektakulärsten Momente in 50 Jahren "Saslong" beteiligt. Als er beim Rennen 2004 gerade in den Zielhang einbog, tauchte ein Reh am Streckenrand auf, das kurzzeitig sogar ins Laufduell mit dem Italiener ging. Eine Kollision bleibt zum Glück aus, beide - Ghedina und das Reh - kamen am Ende unversehrt im Zielraum an.

Stand: 19.12.2019, 11:15

Ski Alpin | Weltcupstand Damen

NamePkt
1.Federica Brignone1378
2.Mikaela Shiffrin1225
3.Petra Vlhová1189
4.Corinne Suter837
5.Marta Bassino817

Ski Alpin | Weltcupstand Herren

NamePkt
1.Aleksander Aamodt Kilde1202
2.Alexis Pinturault1148
3.Henrik Kristoffersen1041
4.Matthias Mayer916
5.Vincent Kriechmayr794
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