Abfahrt: Paris dominiert auf der Kandahar

Ski Alpin: DSV-Abfahrer verpassen Top Ten, Ferstl stürzt heftig Sportschau 05.02.2021 01:31 Min. Verfügbar bis 05.02.2022 Das Erste

Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen

Abfahrt: Paris dominiert auf der Kandahar

Domink Paris aus Italien hat die Abfahrt auf der prestigeträchtigen Kandahar in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Für die deutschen Speed-Spezialisten gab es diesmal keinen Top-Ten-Platz. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte ein Vorläufer.

Wären Zuschauer in Garmisch-Partenkirchen zugelassen gewesen - er hätte sicher den größten Applaus bekommen: Vorjahressieger Thomas Dreßen, auch wenn er nur als Vorläufer unterwegs war.

Nach seiner Hüft-OP im November kämpft er sich Stück um Stück in den Weltcup zurück, kehrte am Donnerstag im Training auf der Kandahar in den alpinen Skizirkus zurück.

Thomas Dreßen im Ziel

Für einen Renneinsatz reicht es aber noch nicht. "Das Selbstvertrauen ist noch nicht so ganz da", sagte der Mittenwalder. Mit seiner Fahrt als Vorläufer war der 27-Jährige zufrieden: "Fahrerisch lief es schon besser als gestern." Sein Ziel ist weiterhin die Teilnahme an der WM im italienischen Cortina d'Ampezzo, die nächste Woche beginnt.

Paris gewinnt WM-Generalprobe

Wer würde also der Nachfolger von Dreßen auf der anspruchsvollen Kandahar? Die Abfahrt fand auf verkürzter Strecke statt: Nicht das Wetter, sondern Corona war der Grund dafür. Der eigentliche Startbereich war zu eng, Corona-konformes Abstandhalten war nicht möglich.

Die Kandahar blieb aber weiter anspruchsvoll. Viele Fahrer hatten ihre Probleme. Am besten kam Dominik Paris mit der Strecke zurecht. Der Italiener legte vor allem im technisch anspruchsvollen Teil eine gute Fahrt hin. Im Ziel lag er 0,37 Sekunden vor dem Doppel-Kitzbühel-Sieger Beat Feuz (SUI). Dritter wurde der Österreicher Matthias Mayer (+0, 40 Sek.).

Dominik Paris in Garmisch-Partenkirchen

"Es war eine super Fahrt , vor allem im unteren Teil. Im Ziel war ich etwas überrascht, aber voller Freude. Jetzt zurück zu sein, ist schon etwas Großartiges", sagte Paris, der sich im vergangenen Jahr einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Kein Top-Ten-Platz für DSV-Fahrer

Nach den guten Top-Ten-Resultaten in den jüngsten fünf Abfahrten von Romed Baumann und Andreas Sander waren die Erwartungen an die beiden hoch. Doch beim Heimrennen konnten sie nicht überzeugen.

Baumann, der in Garmisch schon mal auf dem Podest stand, fuhr vor allem in der "Hölle" zu direkt und stellte oft die Skier quer: "Die Fahrt war solide. Wenn der Fehler in die Einfahrt Hölle nicht gewesen wäre, wäre es ein gutes Resultat geworden. Jetzt heißt es: Abhaken, weiter geht's", sagte Baumann im ZDF. Als 14. lag er 1,53 Sekunden hinter dem Sieger.

Sander zeigte zwar eine solide Fahrt ohne größere Fehler, lag im Ziel aber weit hinter der Spitzenzeit. Mit einem Rückstand von 2,37 Sekunden reichte es nicht einmal für einen Platz für die besten 20. Am Ende landetet er auf dem 24. Platz.

Schwaiger überzeugt mit Top-15-Platz

Dominik Schwaiger, der beim ersten Kitzbühel-Rennen Zwölfter wurde, zauberte eine sehr gute Fahrt auf die Kandahar. Nur im unteren Teil machte er einen Fehler und vergab dadurch einen Top-Ten-Platz. Mit Platz zwölf (+1,36 Sek.) war der Bayer dennoch zufrieden. "Das ist ein schönes Gefühl. Das ist eine gute Motivation für die WM", sagte der 29-Jährige, der bei der Heim-Abfahrt bester Deutscher war.

WM-und Saisonaus für Ferstl

Josef Ferstl war sehr gut unterwegs, war bei der dritten Zwischenzeit nur vier Zehntel von Paris entfernt. Doch bei der Einfahrt in den Seilbahnsprung verkantete er die Skier und stürzte spektakulär in die Fangnetze. Der 32-Jährige konnte selbst den Weg nach unten antreten.

"Ich habe Glück gehabt. Das hätte schlimmer ausgehen können. Beide Knie sind in Ordnung, aber das Sprunggelenk und die Hüfte schmerzen", bemerkte Ferstl direkt nach dem Sturz noch. Doch nach einer MRT-Untersuchung stand fest: Der Bayern hat sich einen Muskelbündelriss im linken Hüftbeuger sowie ein angebrochenes linkes Sprunggelenk zugezogen und fällt damit für die WM und den Rest der Saison aus. "Diese Verletzung wenige Tage vor den Weltmeisterschaften ist natürlich bitter. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass nicht mehr passiert ist. Ich werde die Verletzungen ausheilen und dann in die Vorbereitung für die Olympiasaison einsteigen", sagte der Sportler.

Manuel Schmid kam mit einem Rückstand von 2,96 Sekunden als 29. ins Ziel. Auch Simon Jocher sammelte als 25. noch Weltcup-Punkte (+2,78 Sek.).

Nicole Hornischer | Stand: 05.02.2021, 16:36

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