Kriechmayr gewinnt Klassiker in Wengen

 Vincent Kriechmayr in Wengen

Weltcup-Abfahrt

Kriechmayr gewinnt Klassiker in Wengen

Der Österreicher Vincent Kriechmayr hat die Lauberhornabfahrt im schweizerischen Wengen gewonnen. Die Eidgenossen feierten ihren Landsmann Beat Feuz für Rang zwei. Die deutschen Speedfahrer spielten keine Rolle.

Auf der längsten Abfahrt im Weltcup mit einer Fahrzeit von fast zweieinhalb Minuten erwischte Kriechmayr die beste und schnellste Linie von allen. Alle Kriterien wie den Sprung am Hundschopf, die "Canadian Corner", das Kernen-S und auch das Ziel-S bewältigte er ohne erkennbare Fehler und distanzierte so die Konkurrenz.

Zu den Geschlagenen zählte auch der Schweizer Topfavorit und Führende im Abfahrts-Weltcup, Beat Feuz (+ 0,14 Sekunden), der bei den Zwischenzeiten lange vorne lag, aber im unteren Streckenabschnitt noch entscheidende Hundertstel verlor. Dritter wurde der Norweger Aleksander Aamodt Kilde (+0,26), der seinen Landsmann Aksel Lund Svindal (+0,52) knapp auf Rang vier verdrängte.

Feuz über Kriechmayr: "Technisch zurzeit einer der Besten"

Beat Feuz in Wengen

Beat Feuz in Wengen

"Den Kriechmayr hatte ich schon auf dem Zettel. Technisch ist er zurzeit einer der Besten, wenn nicht sogar der Beste", sagte Feuz im Zielraum. Die Schwierigkeit sei gewesen, sich auf die wechselnden Schneeverhältnisse - mal eisig, mal griffig - einzustellen.

"Wengen ist nach Kitzbühel das zweitwichtigste Abfahtsrennen im Jahr. Wenn das reicht, dann freue ich mich riesig", sagte Kriechmayr, der sich auch nach der Startnummer 25 noch nicht als Sieger feiern lassen wollte. "Mit meiner Fahrt bin ich sehr zufrieden. Ich muss auch ein großes Dankeschön an meinen Servicemann sagen, weil der obere Streckenteil sehr entscheidend ist, und da ist alles sehr gut aufgegangen."

Wie schwierig und selektiv dieser Klassiker ist, zeigte die Liste der Ausfälle. Topfahrer wie Max Frantz, der im Ziel-S wegrutschte, Steven Nyman oder auch Matthias Mayer, dem es im sehr glatten Kernen-S die Skier wegzog, kamen nicht ins Ziel.

Ski Alpin - die Abfahrt der Herren in Wengen Sportschau 19.01.2019 01:10:37 Std. Verfügbar bis 19.01.2020 Das Erste

Ski Alpin - die Stimmen zur Abfahrt der Herren in Wengen Sportschau 19.01.2019 09:15 Min. Verfügbar bis 19.01.2020 Das Erste

Ferstl ohne Chance

Die ohne die verletzten Thomas Dreßen und Andreas Sander arg dezimierte deutsche Mannschaft konnte diesmal kaum Akzente setzen. Ausgerechnet Manuel Schmid, der mit der hohen Startnummer 39 die schlechteste Ausgangsposition im DSV-Team hatte, war mit 1,81 Sekunden Rückstand auf den Sieger auf Platz 18 bester Deutscher. Josef Ferstl und Dominik Schwaiger kamen mit einem Rückstand von 2,54 bzw. 2,63 Sekunden ins Ziel und mussten bis zum Schluss um einen Platz in den Top 30 bangen. Am Ende reichte es zu Rang 28 und 29.

Die vielen Fans, die vor allem wegen Feuz gekommen waren, ließen sich die Stimmung vom Sieg des Österreichers nicht vermiesen. Zwar fiel die Schweizer Siegerparty aus. Die Stimmung neben der Strecke und im Zielraum tat dies kaum einen Abbruch.

Thema in: B5 aktuell, 19.01., 13.54 Uhr

wp | Stand: 19.01.2019, 15:07

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