Stuhec gewinnt bei Premiere - Deutsches Duo überrascht

Michaela Wenig bei der Abfahrt in St. Christina

Ski Alpin | Weltcup in Gröden

Stuhec gewinnt bei Premiere - Deutsches Duo überrascht

Ilka Stuhec geht in die Geschichtsbücher ein. Die Slowenin gewann die erstmals in Gröden ausgetragene Damen-Abfahrt. Bei der Weltpremiere auf der "Saslong" legte auch Michaela Wenig einen Traumlauf hin.

Michaela Wenig und Gröden - das war Liebe auf den ersten Blick. Die 26-Jährige vom SC Lenggries überzeugte schon im Training und bestätigte die Leistung im Rennen am Dienstag (18.12.2018). Mit Platz fünf gelang der Bayerin das beste Weltcup-Ergebnis ihrer Karriere. Gleichzeitig löste sie das Ticket für die Weltmeisterschaft. Im Ziel konnte Wenig ihr Glück kaum fassen. "Ich war im Training oft schon gut und habe es dann im Rennen nicht heruntergebracht. Es lohnt sich aber immer weiter zu kämpfen", sprudelte es aus Wenig, die mit Startnummer 27 ins Rennen gegangen war, heraus.

Ohne den großen Schnitzer im Mittelteil wäre sogar das Podium möglich gewesen. Der Ärger hielt sich dennoch in Grenzen. "Im ersten Moment konnte ich es nicht glauben, weil es doch ein großer Schnitzer war. Zum Glück hat der Grundspeed gestimmt. Es hat viel Spaß gemacht und mir gefällt die Strecke mit den vielen Wellen", sagte Wenig.

Auch Weidle schnell unterwegs

Auch Kira Weidle schaffte erneut einen Top-Ten-Platz. Nach Platz drei und elf in den ersten beiden Saisonrennen landete die 22-Jährige, die als Vierte ins Rennen gegangen war, auf dem achten Platz. "Es war auf jeden Fall eine Steigerung zum Training. Die große Schwierigkeit ist die Ciaslat-Wiese, die habe ich ganz gut erwischt", so Weidle.

Stuhec mit erstem Sieg nach langer Pause

Ilka Stuhec bejubelt ihre Führung in Val Gardena

Ilka Stuhec gewinnt die erste Damen-Abfahrt in Gröden.

Die frühe Start-Nummer war dabei nicht unbedingt ein Vorteil. Die Sicht wurde mit zunehmender Dauer besser und das nutze Weltmeisterin Ilka Stuhec (Slowenien) zu einem Traumlauf. An der Zeit von 1:22,81 Minuten bissen sich alle Konkurrentinnen die Zähne aus. "Ich habe super Gefühle gehabt. Alles zusammen war es ein toller Lauf", jubelte die Siegerin, die die gesamte vergangene Saison wegen eines Kreuzbandrisses verpasst hatte.

Delago überrascht mit Podestplatz

Stuhec musste nur einmal um ihren Sieg bangen. Die Italienerin Nicole Delago kam ihr empfindlich nah, im Ziel fehlten nur 0,14 Sekunden. Ramona Siebenhofer (Österreich/+0,51) schaffte es als Dritte auf das Podium.

Strecke deutlich entschärft

Die Strecke für die Frauen unterschied sich von der bei den Männern deutlich. Die berühmt-berüchtigten "Kamelbuckel" ließen die Frauen aus. Dafür ging es auch über die wellige Ciaslat-Wiese, die fast alle gut meisterten. Zwei Rennläuferinnen stürzten, blieben dabei aber unverletzt. Vor einer Woche war Marc Gisin, der ältere Bruder von Michelle Gisin (Platz 18), im Abfahrtsrennen fürchterlich gestürzt. Das Damenrennen ging bei perfekten Bedingungen ohne weitere Stürze über die Bühne.

Starterfeld "dünner" als gewohnt

Bei der Weltpremiere in Gröden fehlten einige namhafte Athletinnen. Neben der im Gesamtweltcup führenden Mikaela Shiffrin (USA/Pause), Lindsey Vonn (USA), Sofia Goggia (Italien) und Cornelia Hütter (Österreich) stürzte sich auch Viktoria Rebensburg nicht die Saslong hinab. Deutschlands beste Rennläuferin will sich auf den Super-G am Mittwoch (11.30 Uhr im Ticker und Stream) und den Riesenslalom in Courchevel am Freitag (10:30 Uhr im Ticker und Stream) konzentrieren.

Dann stehen auch wieder Meike Pfister und Patrizia Dorsch am Start. Für die beiden Deutschen reichte es diesmal nicht für einen Platz unter den besten 30.

sst | Stand: 18.12.2018, 13:15

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