Jansrud schnappt Mayer und Kilde Super-G-Sieg weg

Kjetil Jansrud

Weltcup in Kitzbühel

Jansrud schnappt Mayer und Kilde Super-G-Sieg weg

Von Wolfram Porr

Kjetil Jansrud heißt der Kitzbühel-Sieger im Super-G. Der Norweger zeigte auf der Streif eine Klasse-Fahrt am Limit und schnappte den zeitgleichen Aleksander Aamodt Kilde und Matthias Mayer den Sieg weg. Bester Deutscher war überraschend Andreas Sander auf Rang acht.

Kaiserwetter, eine toppräparierte Piste, Riesenstimmung im Zielraum und eine spannende Entscheidung im Super-G - beim 80. Hahnenkamm-Wochenende in Kitzbühel stimmte eigentlich alles. Kleiner Schönheitsfehler für die euphorisierten österreichischen Skifans: Mit Kjetil Jansrud schnappte ein Norweger dem Österreicher Matthias Mayer den fast sicher geglaubten Sieg noch weg.

Jansrud zeigte schon im oberen Streckenabschnitt eine Klasse-Fahrt und hatte die mit Abstand schnellsten Zwischenzeiten. Im Mittelteil bekam er dann jedoch ein paar Schwierigkeiten, rettete sich aber mit einem Parforceritt am Limit durch den wie immer anspruchsvollen Kurs und hatte im Ziel 16 Hundertstelsekunden Vorsprung vor den zeitgleichen Matthias Mayer (Österreich) und Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen).

Ski Alpin aus Kitzbühel - das Super-G-Hahnenkammrennen der Herren auf der Streif Sportschau 24.01.2020 01:15:47 Std. Verfügbar bis 24.01.2021 Das Erste

Ferstl sucht weiter seine Form

Josef Ferstl

Josef Ferstl

Die DSV-Fahrer hatten genau ein Jahr nach dem Triumph von Josef Ferstl (Hammer) nichts mit der Entscheidung zu tun. Ferstl ging wie bei seinem Vorjahressieg mit der Startnummer eins ins Rennen. Nach gutem Start verpasste er aber die schnelle Linie bei der Einfahrt zur Hausbergkante, wurde weit abgetragen und verlor entscheidende Zehntel. Am Ende reichte es nicht einmal für einen Platz in den Top 30. "Die Startnummer eins war heute kein Vorteil, ich habe keine Spur gesehen, nichts. Bei mir feht's momentan, an manchen Stellen mit Köpfchen zu fahren. Vom Kopf her muss ich einfach wieder bereit sein, voll durchzuziehen", analysierte Ferstl im Ersten.

Sander rast als bester Deutscher in die Top Ten

Deutlich besser machte es Andreas Sander (Ennepetal), der zwar vielleicht noch einen Tick zu vorsichtig unterwegs war, aber eine sehr solide Fahrt zeigte. Zuletzt hatte er durch starke Leistungen im Abfahrtstraining die Hoffnung genährt, dass er mal wieder vorne reinfahren kann. Und das machte er wahr: Mit 0,99 Sekunden Rückstand auf Jansrud landete er auf einem sehr guten achten Rang und war damit bester Deutscher. "Ich bin nicht ganz zufrieden. 70 Prozent waren gut, 30 Prozent im Mittelteil waren nicht ideal. Da war etwas mehr möglich."

Dreßen: "Das war keine glorreiche Leistung"

Thomas Dreßen hätte es ihm gerne gleich getan. Der Streif-Abfahrtssieger von 2018 erwischte aber keinen guten Tag, lag im Ziel eineinhalb Sekunden hinter der Spitze und gab sich entsprechend enttäuscht: "Es hat nichts mit Respekt zu tun, wenn ich einfach Scheiße fahr. Und ich bin wirklich Scheiße gefahren, überhaupt nicht auf der Linie, die ich besichtigt habe. Das war keine glorreiche Leistung. Aber morgen ist Abfahrt und ein neuer Tag." ARD-Skiexperte Felix Neureuther sagte: "Man hat gesehen, dass er heute nicht die Kampflinie gefahren ist. Ich hoffe, die hat er sich für die Abfahrt aufgehoben."

Romed Baumann (Kiefersfelden) sicherte sich mit der hohen Startnummer 47 und nach einer langen Unterbrechung nach dem Sturz des Italieners Gugliemo Bosca als 22. (+ 1,65 Sekunden) noch ein paar Weltcuppunkte. Die verpasste der fünfte DSV-Fahrer, Dominik Schwaiger (Königssee/+ 1,99 Sekunden) als 31. knapp.

Neureuther stellt den Super-G auf der legendären Streif vor Sportschau 24.01.2020 01:50 Min. Verfügbar bis 24.01.2021 Das Erste

Das weitere Rennprogramm
RennenZeitWintersport im Ersten/LivestreamLive-Ticker
Samstag, 25.02.2020Abfahrt11.30 UhrAb 8.30 UhrTicker
Sonntag, 26.01.2020Slalom10.30/13.30 UhrAb 8.45 UhrTicker

Stand: 24.01.2020, 13:22

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