Skirennläufer Thomas Dreßen: Kein "Kinder-Ponyreiten" in Kitzbühel

Thomas Dreßen - mit "Streif"-Sieg zum Abfahrtshelden Sportschau 17.01.2020 01:56 Min. Verfügbar bis 20.01.2021 Das Erste

80. Hahnenkammrennen

Skirennläufer Thomas Dreßen: Kein "Kinder-Ponyreiten" in Kitzbühel

Vor zwei Jahren gewann Thomas Dreßen sensationell die Kitzbühel-Abfahrt auf der "Streif". Nach Verletzungspause kehrt der Mittenwalder bei den 80. Hahnenkammrennen an den Ort seines bisher größten Erfolgs zurück.

Thomas Dreßen fährt entspannt zur 80. Auflage der Hahnenkammrennen in Kitzbühel. In seiner Comeback-Saison packte der 26-Jährige schneller als erwartet den Anschluss an die Weltspitze. Platz drei beim legendären Lauberhorn-Rennen in Wengen am Wochenende unterstreichen: Dreßen ist bereit für Podestplätze - und auch Siege - in dieser Weltcupsaison, selbst wenn das lädierte Knie manchmal zwickt.

Zwei Tage Pause gönnt sich Dreßen nach dem Wengen-Wochenende. "Da wird mich nicht viel von der Couch runterreißen", sagte Dreßen verschmitzt. Der Mittenwalder ruht in sich, um den Hype sollen sich andere kümmern.

Seit er in Österreichs Ski-Mekka Kitzbühel 2018 sensationell gewann, blickt Ski-Deutschland gebannt bei jedem Speedrennen auf den neuen Vorzeigefahrer. Die Trainer und Fans litten mit ihm, als er im Novemer 2018 in Beaver Creek schwer stürzte und sich im Knie so ziemlich alles riss, was an Bändern vorhanden war.

Bever Creek 2018: Thomas Dreßen stürzt beim Weltcup Sportschau 03.12.2019 01:21 Min. Verfügbar bis 03.12.2020 Das Erste

Dreßen - der Mann für moderne Ski-Märchen

Und genauso staunten sie, als er am 30. November 2019, exakt ein Jahr nach dem Sturz, sein Comeback im kanadischen Lake Louise feierte und die Abfahrt gewann. Thomas Dreßen ist der Mann für die modernene Ski-Märchen. Und jetzt die Rückkehr nach Kitzbühel. "Ich freue mich riesig, das ist das Rennen heuer für uns Abfahrer, wenn ich ehrlich bin: immer", sagte Dreßen mit leuchtenden Augen.

Im Deutschen Skiverband (DSV) wissen sie natürlich, was in diesen Tagen auf Dreßen zukommt. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, da einen mega Hype draus zu machen", sagt Cheftrainer Christian Schwaiger. Alpindirektor Wolfgang Maier will Dreßen jenseits der regulären Pressetermine "von der Öffentlichkeit weghalten."

Alpinchef Maier: "Dreßen braucht kein Kinder-Ponyreiten"

Aber Maier kennt auch die Bedürfnisse des derzeitigen deutschen Vorzeigefahrers: "Er braucht kein Kinder-Ponyreiten, er muss seinen Mann stehen. Die Show, das Rampenlicht - das will er schon, das wollen alle." In "Watte packen" wollen sie Dreßen vor dem am meisten erwarteten Rennen des Winters nicht, sagt Maier.

Gut möglich, dass der Hype um Dreßen ohnehin unnötig ist und er sich in diesem Jahr erst einmal langsam wieder an die "Streif" herantasten muss. Denn bei unruhigem Untergrund oder schlechter Sicht ist der Mittenwalder in seiner Comeback-Saison noch nicht wieder bei 100 Prozent.

Und Maier rechnet mit einer "Streif"-Abfahrt, die es in sich hat. "Sie werden es sicher so rau wie alle Jahre herrichten. Die Österreicher wollen den Mythos Kitzbühel erhalten, das wird am Limit sein", glaubt Deutschlands Alpinchef.

Maier über Dreßen: "Der Hund ist einfach saugut"

Also Dreßen gar kein Kandidat für vordere Plätze in diesem Jahr? Den DSV-Verantwortlichen wäre das vermutlich sogar egal. "Tom ist kein Traumtänzer", sagte Maier, "und wenn er nicht auf dem Podium steht, ist das auch nicht schlimm." Was aber wichtiger ist, betonte Maier zum Schluss: "Der Hund ist einfach saugut."

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Rennprogramm
RennenZeitWintersport im Ersten/LivestreamLive-Ticker
Samstag, 25.02.2020Abfahrt11.30 UhrAb 8.30 UhrTicker
Sonntag, 26.01.2020Slalom10.30/13.30 UhrAb 8.45 UhrTicker

red/sid | Stand: 20.01.2020, 12:33

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