25. Todestag von Ulrike Maier: Die Gefahr fährt weiter mit

Ulrike Maier bei einem Weltcuprennen

Abfahrtssport

25. Todestag von Ulrike Maier: Die Gefahr fährt weiter mit

Bei der Weltcup-Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen kam es erneut zu einigen Stürzen, eine Italienerin verletzte sich schwer. Die Gefahr im Skirennsport fährt immer mit - auch 25 Jahre nach dem tödlichen Unfall der Österreicherin Ulrike Maier an gleicher Stelle.

Die Tragödie vom 29. Januar 1994 schockte die Ski-Welt: Als Ulli Maier an diesem Samstag um 13.58 mit der Startnummer 32 auf die Strecke ging, waren die Besten bereits im Ziel. Die Österreicherin gehörte nicht zur Abfahrtselite, sie hatte ihre Stärken im Riesenslalom sowie im Super-G, in dem sie 1989 in Vail Weltmeisterin geworden war: Damals war sie im dritten Monat schwanger gewesen. Als sie 1991 wieder WM-Gold gewann, wartete Tochter Melanie im Ziel auf dem Arm des Vaters.

Sturz entgegen aller bekannten Szenarien

Das Unglück geschah in der Traverse vor dem Zielhang. Bei Tempo 105 verschnitt Maier den rechten Ski, stürzte entgegen aller bekannten Szenarien bergauf, prallte auf einen mit einem Strohballen abgedeckten Schneekeil, der den angesägten Pfosten für die Zeitmessanlage sichern sollte. Durch die Wucht des Aufpralls und die Körperrotation wurden Halswirbelsäule und Rückenmark durchtrennt: Genickbruch. Wer den Sturz in Zeitlupe sah, wer sah, wie die damals 26-Jährige bei dem Aufprall den Helm verlor und einige Meter leblos die Piste hinunter rutschte, der ahnte: Dieser Tag würde kein gutes Ende nehmen. Jetzt jährt sich der tödliche Unfall zum 25. Mal.

Ulrike Maier - ein Fernsehbild von ihrem Sturz

Ulrike Maier - ein Fernsehbild von ihrem Sturz

Stürze auch bei der aktuellen Abfahrt

Bei der Abfahrt der Damen in diesem Jahr kam es wieder zu Stürzen. Die Italienerin Federica Sosio brach sich dabei den Unterschenkel. Dennoch ist die Sicherheit auch in Folge des Maier-Sturzes, an den ein Gedenkstein auf der Kandahar-Strecke erinnert, inzwischen deutlich verbessert.

Sicherheitsmaßnahmen deutlich weiterentwickelt

"Ich glaube schon, dass sich eine Menge getan hat", sagt Frauen-Renndirektor Atle Skaardal und erklärt: "Es gibt ständig eine gewisse Entwicklung, etwa wie viele Netze man aufstellt oder die Qualität der Sicherheitsinstallationen". Nach Maier gab es zwar andere tödliche Unfälle von Skifahrern, aber keinen mehr bei Rennen.

Renndirektoren vor Gericht

Die zweimalige Super-G-Weltmeisterin aus Österreich stürzte damals wohl auch infolge der neuen Carvingski mit den aggressiven Kanten. Der Unfall setzte eine breite Diskussion über Sicherheit und Verantwortung bei Ski-Weltcups in Gang. Die Renndirektoren wurden sogar vor einem Gericht in München wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Das Verfahren wurde eingestellt unter der Auflage, dass 600.000 Schweizer Franken Schadenersatz an Ulrike Maiers Tochter gezahlt werden. Das kleine Mädchen war damals erst vier Jahre alt.

Ski-Historie - der tragische Unfall von Ulrike Maier vor 25 Jahren Sportschau 28.01.2019 09:14 Min. Verfügbar bis 29.01.2020 Das Erste

dpa/sid | Stand: 28.01.2019, 12:30

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