Skeleton – so läuft die kommende Saison

Savannah Graybill in Altenberg

Saisoncheck

Skeleton – so läuft die kommende Saison

Von Sanny Stephan

Nach der extrem erfolgreichen vergangenen Saison ist die Erwartungshaltung bei den deutschen Skeleton-Piloten groß. Zumal in der Vorbereitung zwei Nachwuchs-Athleten in den Fokus rückten.

So lief die vergangene Saison aus deutscher Sicht:

Axel Jungk, Christopher Grotheer, Alexander Gassner

Überragend. Das WM-Wunder ging in die Geschichtsbücher ein. Die deutschen Männer feierten auf der Bahn in Altenberg einen Dreifachsieg. Zum Weltmeister kürte sich dabei einer, der gar nicht im Weltcup starten durfte: Christopher Grotheer. Axel Jungk und Alexander Gassner holten Silber und Bronze. Im Weltcup sorgte zudem Jungk für einen Sieg. Gassner und Felix Keisinger schafften es auf das Podium. Dort waren die Frauen Stammgast. Tina Hermann (3 Siege) und Jacqueline Lölling (2) bescherten Deutschland Erfolgserlebnisse. Lölling gewann am Ende noch den Gesamtweltcup, Hermann wurde Vierte, gewann dafür aber Gold bei der Weltmeisterschaft. Diese Leistung zu toppen, dürfte ganz schwer werden…   

So lief die Vorbereitung:

Skeleton-Bundestrainer Christian Baude

Bundestrainer Christian Baude

"Fast reibungslos", sagte Neu-Bundestrainer Christian Baude. Die Saison im Skeleton war im März gerade vorbei, als Covid 19 zuschlug. Ende April durfte der Leistungssport dann wieder trainieren – und seitdem sind die Skeletonis im Training. Die Intensität ist nicht anders, die Details sind es aber schon. Trainiert wird in kleineren Gruppen, das Team ist komplett gesplittet, um Infektionsketten bewusst zu trennen. Damit sei man bisher gut gefahren und aktuell in einem sehr guten Zustand, urteilte Baude, der von den Leistungen bei den deutschen Meisterschaften sehr angetan war.

 Die Top-Favoriten

Skeleton-Fahrer Martins Dukurs

Mit Martins Dukurs muss man rechnen.

In einer vorolympischen Saison investiert jede Nation erfahrungsgemäß deutlich mehr. So dürfte wieder stärker mit Martins Dukurs aus Lettland und Alexander Tretjakow aus Russland zu rechnen sein. Auch Olympiasieger Yun Sung-bin aus Südkorea sollte man auf der Rechnung haben, allerdings ist unklar, ob die Koreaner überhaupt anreisen werden. Um Weltcupsiege und WM-Medaillen fahren natürlich auch die Deutschen mit, mannschaftlich hat der BSD das beste Team aller Nationen.

 Deutsche Chancen

Skeleton-Fahrerin Hannah Neise

Hannah Neise feiert in dieser Saison ihr Weltcup-Debüt.

Die deutschen Skeletonis gehen stets mit großen Siegchancen in die Saison. Bei Tina Hermann dürfte der Fokus vor allem auf der Weltmeisterschaft in Altenberg liegen. Dort steht die Titelverteidigerin als Top-Favoritin am Start. Weltcup-Newcomerin Hannah Neise dürfte für die eine oder andere Überraschung gut sein und Jacqueline Lölling ist erfahren genug, um sich nach einer durchwachsenen Vorbereitung zu steigern. Bei den Männern lechzt Felix Keisinger nach seinem ersten Sieg im Weltcup. Mit Alexander Gassner und Christopher Grotheer kommt schon aus dem eigenen Lager ordentlich Konkurrenz. Bei der WM auf der Heimbahn in Altenberg werfen sich alle drei als Mitfavoriten auf den Schlitten.

Höhepunkt

Wie schon im Vorjahr ist die Weltmeisterschaft in Altenberg (1.-14.02.2021) der große Höhepunkt. Eigentlich sollte in Übersee gefahren werden, doch in Nordamerika finden keine Wettbewerbe statt. Also sprang Altenberg ein. Die Deutschen kennen die Bahn aus dem Effeff und räumten in der Eisrinne in Sachsen kurz vor dem Lockdown im März vier von sechs Medaillen ab. Jetzt heißt es also: auf ein Neues. 

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Geplant sind wie immer acht Weltcups. Im Unterschied zu anderen Jahren fallen die Rennen in Übersee weg, stattdessen wird zweimal in Sigulda und zweimal in Innsbruck gefahren. Die WM findet wieder in Altenberg statt. Auch die Vorbereitung auf die Wettkämpfe ist anders. Die deutsche Mannschaft teilt sich keine Hotels mit anderen Nationen, bezieht Einzelzimmer und setzt auf strikte Trennung. "Wenn denn mal Teile von der Mannschaft von so einer Infektion betroffen sind, und meistens ist es nicht mehr wie eine Infektion, wir sprechen hier nicht von Kranken, von Leuten, die gesundheitliche Probleme haben, sondern von infizierten Leuten, die dann einfach zwei Wochen Pause machen müssen. Da sind wir Gott sei Dank so aufgestellt, dass dann nicht das ganze Team explodiert", erklärte Schwab. 

Termine
DatumOrtWas
20. NovemberSigulda (Lettland)Weltcup
27. NovemberSigulda (Lettland)Weltcup
11. DezemberInnsbruck (Österreich)Weltcup
18. DezemberInnsbruck (Österreich)Weltcup
8. JanuarWinterberg (Deutschland)Weltcup
15. JanuarSt. Moritz (Schweiz)Weltcup
22. JanuarKönigssee (Deutschland)Weltcup
1.-14. FebruarAltenbergWeltmeisterschaft
12. MärzPeking (China)Weltcup

sst | Stand: 25.11.2020, 08:30

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