Shorttrackerin Bianca Walter nach Leidenszeit zurück

Bianca Walter

EM in Debrecen

Shorttrackerin Bianca Walter nach Leidenszeit zurück

Am kommenden Wochenende werden im ungarischen Debrecen EM-Medaillen vergeben. Und dort wird sich auch die Dresdnerin Bianca Walter nach langer Verletzungspause zurückmelden.

Monatelang konnte die Dresdnerin wegen starker Kniebeschwerden nicht trainieren, geschweige denn einen Wettkampf bestreiten. Und jetzt soll es bei der EM vielleicht sogar zu einer Staffel-Medaille reichen. "Ich will herausfinden, wie weit es noch geht“, erklärt "Bibi", die nach eigener Aussage nie an einem Rücktritt gedacht hatte. "Kein Sportler will mit einer Verletzung aufhören, sondern selbst entscheiden."

Staffelstart in Debrecen

Die Verletzungsmisere begann bereits nach den Olympischen Spielen in Peongchang 2018. Der Körper wollte nicht mehr, letzten Sommer in Polen dann das vorläufige Aus. Im Trainingslager ging nichts mehr, das entzündete Knie, die Hüfte und der Rücken schmerzten. "Ich konnte kaum mehr gehen, glaubte schon, an Krücken laufen zu müssen", blickt die 29-Jährige auf eine dreimonatige Zwangspause zurück. Nach intensiver Reha traute sich Walter erst Anfang Dezember wieder aufs Eis, ist jetzt nach eigener Aussage schmerzfrei. Für einen Start in den Einzelrennen reicht es bei der EM wegen des krassen Trainingsrückstandes aber noch nicht. Und auch der Heimweltcup in Dresden im Februar soll nicht erzwungen werden. Aber eine Medaille mit der Staffel wäre Balsam für die Seele. Bei der Qualifikation liefen die Damen um Anna Seidel Zeiten, "mit denen wir bei der EM im A-Finale mitkämpfen könnten".

Anna Seidel - Yoga gegen die Leere im Kopf

Anna Seidel

Auch Seidel steckte in einem Tief zu Beginn der Saison, einem mentalen. "Ich freue mich das erste Mal in dieser Saison auf einen Wettkampf", strahlt Deutschlands beste Shorttrackerin, der der jahrelange Wettkampfstress die rechte Freude am Sport vermieste. "Es ist alles jedes Jahr sehr ähnlich, das kann eine Rolle gespielt haben", sagt Seidel, die beim Yoga den wichtigen Ruhepunkt fand. Jetzt wolle sie auch bei der EM in Ungarn nicht mehr nach "irgendwelchen Zeiten" streben. "Ich schaue von Rennen zu Rennen und bin zufrieden, wenn ich dann einfach weiter bin."

 

pm/sid/red | Stand: 23.01.2020, 12:00

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