Missbrauch: Lange Haftstrafe für südkoreanischen Ex-Shorttrack-Coach

Die südkoreanische Shorttrack-Läuferin Shim Suk-hee

Prozess

Missbrauch: Lange Haftstrafe für südkoreanischen Ex-Shorttrack-Coach

Der frühere südkoreanische Top-Shorttrack-Trainer Cho Jae Beom ist wegen sexuellen Missbrauchs zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das habe das Bezirksgericht in Suwon entschieden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Die Staffel-Olympiasiegerin von 2014 und 2018, Shim Suk Hee, hatte den Coach schon 2018 wegen körperlicher Gewalt angezeigt. Cho war kurz vor den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang als Trainer entlassen worden und wurde im Januar 2019 zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt.

20 Jahre gefordert

Den Vorwurf der Vergewaltigung über mehrere Jahre zeigte Shim erst im Januar 2019 an. Die Staatsanwaltschaft hatte dafür eine Haftstrafe von 20 Jahren für Cho gefordert. Daher wird der Anwalt von Shim nun möglicherweise gegen das Urteil noch in Berufung gehen.

Immer wieder Skandale

Die südkoreanische Shorttrack-Szene wurde in den vergangenen Jahren bereits mehrmals von Skandalen erschüttert. Im Februar 2019 war Shorttracker Kim Gun Woo für einen Monat suspendiert worden, weil er sich Zutritt zum Schlafsaal der Läuferinnen im Trainingszentrum verschafft hatte.

Shorttrack hat für den Wintersport Südkoreas einen enorm hohen Stellenwert. Mit drei Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen stellten die Südkoreaner bei den Winterspielen 2018 im heimischen Pyeongchang erneut das stärkste Team vor den Niederländern.

dpa | Stand: 22.01.2021, 16:29

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