Trainer misshandelte Shorttrack-Olympiasiegerin

Shorttrack | Prozess

Trainer misshandelte Shorttrack-Olympiasiegerin

Schläge mit dem Eishockeyschläger, Tritte an den Kopf: Shorttrack-Olympiasiegerin Shim Suk Hee ist jahrelang von ihrem Trainer misshandelt worden. Vor Gericht sagte sie jetzt erstmals aus.

Die südkoreanische Shorttrack-Olympiasiegerin Shim Suk Hee hat mit schockierenden Aussagen vor Gericht jahrelange Misshandlungen durch ihren Trainer öffentlich gemacht. Unter Tränen berichtete die 21-Jährige, dass ihr Coach Cho Jae Beom sie regelmäßig geschlagen und beschimpft habe.

Gehirnerschütterung kurz vor Olympia

Einmal brach er ihr bei der Züchtigung mit einem Eishockeyschläger sogar die Finger. Wenige Wochen vor den Winterspielen in Pyeongchang habe der Trainer sie derart getreten und gegen den Kopf geschlagen, dass sie gedacht habe: "Ich könnte jetzt sterben." Bei diesem Angriff erlitt die Athletin eine Gehirnerschütterung, gewann mit der Staffel dennoch wie vier Jahre zuvor in Sotschi Olympiagold.

Trainer gesteht Misshandlungen

Cho hat bereits gestanden, Shim und drei weitere Athleten in einem Trainingslager geschlagen zu haben, um ihre "Leistung zu verbessern". Im ersten Prozess im Oktober war er wegen Körperverletzung zu zehn Monaten Haft verurteilt worden, ging aber in Berufung. Bei der ersten Verhandlung hatte Shim nach eigener Aussage noch nicht den Mut gefunden, ihren Peiniger zu konfrontieren. Sie befindet sich in psychologischer Behandlung.

Erst Anfang des Monats war das Trainerteam der südkoreanischen Curling-Frauen wegen "Beleidigung und Ausbeutung" der Spielerinnen entlassen worden. Die "Knoblauch-Girls", die beim Heimspiel überraschend Silber gewonnen hatten, warfen ihren Betreuern vor, sie immer wieder verbal angegangen zu haben.

sst/sid | Stand: 18.12.2018, 12:22

Darstellung: