Taubitz rodelt im Schneetreiben zum Sieg

Weltcup am Königssee

Taubitz rodelt im Schneetreiben zum Sieg

Julia Taubitz hat ein verrücktes und von Stürzen überschattetes Rennen am Königssee nach einer Aufholjagd noch gewonnen. Im Schneetreiben profitierte die Deutsche auch von "Bahn-Putzern".

Taubitz lag trotz einer fehlerfreien Fahrt nach dem ersten Lauf am Samstag (05.01.2019) nur auf dem sechsten Platz und schüttelte ratlos den Kopf. "Es ist schon komisch, wenn man keinen Fehler gemacht hat und im Ziel trotzdem nur Platz sechs aufleuchtet", sagte die 22-Jährige vom WSC Oberwiesenthal und kündigte eine Aufholjagd an. Die glückte - auch, weil unmittelbar vor ihr der Schnee aus der Bahn geschüttet wurde. Taubitz legte eine Zeit vor, an der sich die fünf besser platzierten Athletinnen aus dem ersten Durchgang die Zähne ausbissen. Für die junge Rodlerin war es der zweite Weltcupsieg. "Dass ich das so herunter bekomme, hätte ich nicht gedacht. Sehr schön und sehr überraschend", lachte sie im ZDF.

Eine Enttäuschung erlebten die arrivierten Rodlerinnen. Die Weltcup-Führende Natalie Geisenberger (Miesbach) landete auf Rang acht. Dajana Eitberger (Ilmenau) kam auf auf den elften Platz. Tatjana Hüfner (Oberwiesenthal) machte mit der drittschnellsten Laufzeit im zweiten Durchgang einen Sprung vom 21. auf den 15. Platz. "Vielleicht gibt es in Zukunft eine Möglichkeit, das Rennen regulärer zu bestreiten", sagte Eitberger sichtlich bedient.

Demtschenko-Tochter stürzt schwer, Ärzt geben Entwarnung

Rodeln am Königssee

Rodeln am Königssee

Im ersten Lauf war es auf der schwierigen Bahn zu schweren Stürzen gekommen. Am schlimmsten erwischte es Viktoria Demtschenko, die vom Schlitten geschleudert wurde. Die Tochter des früheren Weltklasserodlers Albert Demtschenko verlor beim im ersten Lauf nach dem Kreisel in einem der schnellsten Abschnitte der Bahn die Kontrolle und wurde von ihrem Schlitten geschleudert. Sie schlug mit dem Helm auf dem Eis auf und rutschte bewusstlos weiter. Dabei stieß die 23-Jährige erneut mit dem Kopf gegen die Wand der Eisrinne. Die Russin erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstlosigkeit. "Sie war zu jeder Zeit kreislaufstabil", sagte der verantwortliche Rennarzt Dr. Andreas Leidinger. Sanitäter hatten sich umgehend um Demtschenko gekümmert und sie aus der Bahn geborgen. Sie wurde zur Beobachtung in die Klinik Bad Reichenhall transportiert. Am Tag nach dem Rennen gab es dann leichte Entwarnung: Es gebe keine ernsthaften Verletzungen.

Auch Demtschenkos Teamkollegin Jekaterina Baturina und die Österreicherin Birgit Platzer verloren die Kontrolle über ihre Schlitten. Diese beiden Stürze endeten jedoch glimpflich.

Thema in: B5 Sport, 05.01.2019, 15.55 Uhr

sst/sid | Stand: 06.01.2019, 15:02

Rodeln | Weltcupstand Damen

NamePkt
1.Natalie Geisenberger1052
2.Julia Taubitz793
3.Summer Britcher637

Rodeln | Weltcupstand Herren

NamePkt
1.Semjon Pawlitschenko788
2.Roman Repilow718
3.Felix Loch685
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