Rodlerin Natalie Geisenberger schrammt erneut an Gold vorbei

Rennrodlerin Geisenberger verpasst EM-Titel und wird wieder Zweite Sportschau 10.01.2021 00:33 Min. Verfügbar bis 10.01.2022 Das Erste

Weltcup und EM in Sigulda

Rodlerin Natalie Geisenberger schrammt erneut an Gold vorbei

Natalie Geisenberger muss in ihrer Comeback-Saison weiter auf ihren ersten Sieg warten. Die Teamstaffel konnte für Deutschland zum Abschluss der EM in Sigulda noch eine weitere Medaille sichern.

Wieder Zweite: Natalie Geisenberger aus Miesbach hat den erhofften ersten Saisonsieg auch beim Weltcup in Sigulda, der gleichzeitig als EM galt, knapp verpasst. Nachdem sie ihren Schlitten im ersten Lauf am Sonntag (10.01.2021) noch am schnellsten durch die Eisrinne gesteuert hatte, zog Tatjana Iwanowa (Russland) im Finale noch vorbei.

Geisenberger verpasste ihr fünftes EM-Gold nach 2008, 2013, 2017 und 2019 um 0,052 Sekunden. Bronze sicherte sich mit Victoriia Demtschenko eine weitere Russin. Julia Taubitz (Erzgebirge Oberwiesenthal) musste sich mit Rang vier begnügen (+0,310 sek).

Iwanowa im Finale zu stark

Tatjana Iwanowa im Eiskanal von Sigulda

Tatjana Iwanowa gewinnt EM-Gold im Eiskanal von Sigulda

Einen Wimpernschlag von 0,005 Sekunden hatte Geisenberger nach dem ersten Lauf in Führung gelegen, doch mit einer makellosen Fahrt zog die Titelverteidigerin Iwanowa, die sich in Sigulda extrem wohlfühlt, noch vorbei.

Geisenberger scheint indes auf den zweiten Platz programmiert zu sein. Nach ihrem Comeback war sie sofort wieder in die Weltspitze gerodelt, ein Platz ganz oben auf dem Siegertreppchen ist ihr bisher aber noch nicht vergönnt.

"Ich habe im Ziel die 2 aufleuchten gesehen, habe gelacht und dachte: Okay, wie immer", erzählte die frühere Dominatorin nach dem Rennen. Um den Hals baumelte die Silber-Medaille: "Der zweite Platz gehört irgendwie mir."

Taubitz verpasst erhoffte Medaille

Etwas enttäuscht war Julia Taubitz nach dem undankbaren vierten Platz. In beiden Läufen ließ die Weltcup-Siegerin der Vorsaison einiges am Start liegen und konnte so nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich rodle mittlerweile sehr gerne dort. Einen Podestplatz nehme ich mir auf jeden Fall vor", hatte Taubitz vor dem Rennen erklärt.

Eitberger nicht in den Top Ten

Auch Dajana Eitberger, die vor vier Tagen ihren 30. Geburtstag gefeiert hatte, blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Die Thüringerin, Dritte der Gesamtwertung und erstaunlich stark nach ihrer Baby-Pause, landete bei der EM in Lettland nur auf dem elften Platz.

Berreiter mit Sicherheitsfahrten

Für Anna Berreiter vom RC Berchtesgaden war es kein leichter Wettkampf. Die 21-Jährige war in Sigulda vor Beginn der Wettkampfserie bei einem Internationalen Testrennen schwer gestürzt und hatte sich erhebliche Verletzungen im Gesicht zugezogen. Entsprechend verhalten ging sie diesmal auf der Bahn zu Werke und beendete das Rennen als 17.

"Ich habe mir nach meinem Sturz auch Hilfe geholt, das hilft mir sehr, denn so ein Trauma ist nicht leicht zu verarbeiten", sagte Berreiter.

Bronze zum Abschluss für deutsches Team

In der Teamstaffel konnten sich die deutschen Rodler dann noch eine weitere Medaille sichern. Hinter den neuen Europameistern aus Russland und den Silbermedaillen-Gewinnern aus Lettland kam das Quartett um Geisenberger, Felix Loch und den Doppelsitzern Tobias Wendl/Tobias Arlt auf Rang drei.

Geisenberger verlor bereits etwas mehr als drei Zehntel auf die einmal mehr schnellste Rodlerin im Feld, die Russin Tatjana Iwanowa. Auch Loch handelte sich gegenüber Semjon Pawlitschenko weitere sieben Hunderstel Rückstand ein. Diese Hypothek war für das Duo Wendl/Arlt nicht mehr zu stemmen, auch wenn sie das Defizit auf etwa 0,189 Sekunden halbieren konnten.

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Auf die zweitplatzierten Letten (Eliza Tiruma, Arturs Darznieks sowie Andris und Juris Sics) fehlten am Ende 0,022 Sekunden.

Titelverteidiger Österreich disqualifiziert

Die Titelverteidiger aus Österreich konnten gar nicht in die Entscheidung eingreifen. Madeleine Egle traf den Auslöser im Zielbereich nicht, somit waren die Sieger von 2020 disqualifiziert.

sst | Stand: 10.01.2021, 14:09

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