Felix Loch - sieglos zum Saisonhöhepunkt

Rodler Felix Loch

Rodel-Weltmeisterschaft in Winterberg

Felix Loch - sieglos zum Saisonhöhepunkt

Die Rodel-Weltmeisterschaften sind seit Jahren ein Medaillenfest für die deutschen Rodlerinnen und Rodler. 2019 hat aber ausgerechnet der jahrelange Dominator Probleme: Felix Loch schwächelt, seit über einem Jahr gewann der Bayer kein Einzelrennen mehr. Ob ausgerechnet bei der WM in Winterberg der Knoten platzt?

"Wenn man jahrelang meist ganz oben auf dem Podest steht, dann ist klar, dass das die Leute immer von einem erwarten. Aber man darf sich nicht verrückt machen lassen", sagt der 29-Jährige vor dem Saison-Höhepunkt der Rodler. Die besten Saisonergebnisse des Ausnahmerodlers aus Berchtesgaden sind ein zweiter und ein dritter Platz. Das reicht zwar, dass er im Gesamtweltcup immerhin auf Platz drei rangiert. Gemessen an den Ansprüchen und Erfolgen von Loch in den vergangenen Jahren - sechs Mal gewann er die Weltcup-Gesamtwertung seit 2011 - ist das aber deutlich zu wenig. Seinen bis dato letzten Weltcup-Sieg feierte Loch am 14. Januar 2018 in Oberhof.

Woran es hakt? Da ist sich Loch selbst nicht ganz sicher, die Gründe sind vielschichtig. Die Leistungsdichte im Rodel-Sport hat in den vergangenen Wintern auf jeden Fall zugenommen, Kleinigkeiten seien eben entscheidend, erklärt der Bayer: "Es ist schwerer geworden, ein Männer-Rennen zu gewinnen." Aber - und das war in dieser Saison neu: Oft passte auch die Schlittenabstimmung nicht oder Loch baute ungewohnte Fahrfehler ein. Wie beim Weltcup in Calgary beispielsweise, wo nicht einmal Bestzeit im zweiten Lauf ausreichte, um den verkorksten ersten Durchgang auszugleichen.

Schon bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Innsbruck-Igls hatte Loch - erstmals seit 2007 - eine WM-Medaille verpasst. Bei Olympia in Pyeongchang im vergangenen Winter kostete ihn ein Fahrfehler im entscheidenden Lauf die Goldmedaille. Das sei aber abgehakt, versichert er - und glaubt weiter fest an seine Fähigkeiten. "Wichtig ist, die Ruhe zu bewahren und auf sich zu vertrauen. Es kann ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen", sagt er vor der Heim-WM: "Winterberg ist meine vierte WM in Deutschland. Ich habe dann alle Bahnen durch. Eine Medaille wäre schön."

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Die deutschen Medaillen-Kandidaten

Gut für die deutschen Rodler, dass das Team auch ohne Loch in allen Wettbewerben Topkandidaten für den WM-Titel hat. Bei den Herren ist der Olympia-Dritte Johannes Ludwig, bisher Gesamtweltcup-Führender, durchaus ein Goldfahrer. Sein härtester Konkurrent dürfte WM-Titelverteidiger Wolfgang Kindl aus Österreich, der Weltcupzweite, sein. Auch die beiden anderen Österreicher, Reinhard Egger und Olympiasieger David Gleirscher, sowie die Russen Roman Repilow und Semen Pawlischenko dürften sich in Winterberg einiges ausrechnen.

Klarer ist die Favoritenrolle bei den Damen und den Doppelsitzern vergeben. Bei den Damen dürfte es auf ein Duell der beiden deutschen Topfahrerinnen Natalie Geisenberger und Julia Taupitz hinauslaufen. Aber auch Dajana Eitberger konnte in dieser Saison schon ein Rennen gewinnen. Härteste internationale Konkurrentin ist die US-Amerikanerin Summer Britcher.

Bei den Doppelsitzern wäre alles andere als ein Sieg eines deutschen Duos eine Überraschung. Toni Eggert/Sascha Benecken oder Tobias Wendl/Tobias Artl - wer zeigt sich beim Saison-Höhepunkt in Bestform? Auch in der Team-Staffel ist Deutschland leicht in der Favoritenrolle. Zwei der vier Saison-Weltcups gewannen die deutschen Staffel-Rodler.

Der Zeitplan der Rodel-Weltmeisterschaft 2019
TagUhrzeitEvent
Freitag, 25. Januar13.40 UhrSprint Doppel
14.35 UhrSprint Damen
15.30 UhrSprint Herren
Samstag, 26. Januar11.10 Uhr1. Lauf Doppelsitzer
12.40 Uhr2. Lauf Doppelsitzer
14.20 Uhr1. Lauf Einsitzer Damen
16.10 Uhr2. Lauf Einsitzer Damen
Sonntag, 27. Januar11.05 Uhr1. Lauf Einsitzer Herren
13.15 Uhr2. Lauf Einsitzer Herren
15.50 UhrTeam-Staffel

Thema in: Blickpunkt Sport, 27.01.2019, 21.45 Uhr, BR Fernsehen

red/dpa | Stand: 23.01.2019, 12:22

Darstellung: