Loch fährt in Winterberg zu Einsitzer-Gold

Rodel-Weltmeisterschaft in Winterberg

Loch fährt in Winterberg zu Einsitzer-Gold

Bei der Heim-WM in Winterberg hat Rodler Felix Loch Gold gewonnen. Mit einem starken ersten Lauf und einem guten zweiten Durchgang krönte er sich zum Rekord-Weltmeister. Für die Staffel gab es Bronze.

Loch (Berchtesgaden), schon im ersten Durchgang mit guten Lenkbewegungen und einem hohen Tempo, war als Letzter in den zweiten Lauf gestartet. In diesem traf er die Kurven genau und verteidigte seinen Platz an der Spitze. Dem ZDF sagte er: "Das ist der Wahnsinn. Hammer." Er erklärte: "Wir haben in den letzten Tagen viel am Schlitten verändert. Das macht den Erfolg aus." Silber ging an den Österreicher Reinhard Egger, der eine Zehntelsekunde langsamer war als Loch. Die Bronzemedaille sicherte sich der Russe Semen Pavlischenko (+0,113 Sekunden).

Schienen von Natalie Geisenberger

Für Loch war es der insgesamt sechste Weltmeistertitel. Gemeinsam mit Italiens Ikone Armin Zöggeler führt er die ewige Bestenliste nun an. "Wir haben an den richtigen Schräubchen am Schlitten gedreht", freute sich Loch nach dem Rennen und meinte damit, dass er auf den Lauf-Schienen von Kollegin Natalie Geisenberger gefahren war. Dazu hatte sich sein Team entschieden, weil Lochs Schienen im Training nicht wie gewünscht funktioniert hatten.

Ludwig verpasst das Siegerpodest

Johannes Ludwig

Johannes Ludwig

Johannes Ludwig (Oberhof), Viertschnellster im ersten Lauf, verpasste das Podest als Vierter knapp (+0,163). Chris Eißler (Zwickau) landete mit 1:44,568 Minuten auf Rang fünf. Sebastian Bley (Suhl) kam mit 1:45,310 Minuten auf Position 20.

Kevin Fischnaller, 2018 Sieger in Winterberg, musste mit einem schweren Fahrfehler im sogenannten Labyrinth seine Medaillenträume begraben. Der Italiener wurde nach Rang drei im ersten Durchgang noch auf Rang zehn durchgereicht.

Kevin Fischnaller

Kevin Fischnaller

Österreicher Müller und Gleirscher fehlen im zweiten Lauf

Jonas Müller aus Österreich, der im ersten Lauf als Erster an den Start gegangen war, schied durch einen Kippsturz aus. Er hielt blitzschnell seinen Schlitten fest und kam unversehrt aus dem Eiskanal. Auch sein Landsmann David Gleirscher, Olympiasieger in Pyeongchang, fehlte im zweiten Durchgang. Sein Schlitten war vor dem Start nicht kontrolliert worden.

Bronze für die deutsche Staffel

Die deutsche Rodel-Staffel sorgte für einen weniger glänzenden Abschluss in Winterberg. Die favorisierten Schützlinge von Bundestrainer Norbert Loch landeten auf Rang drei. Den Sieg sicherte sich Russland mit Tatjana Ivanowa, Semen Pawlitschenko und Wladislaw Juschakow/Jury Prochorow (2:24,116 Minuten) vor Österreich (0,508 Sekunden). Deutschland mit Natalie Geisenberger, Felix Loch und Toni Eggert/Sascha Benecken verpasste mit 0,531 Sekunden Rückstand die Titelverteidigung von der WM in Innsbruck 2017, damals noch mit Tatjana Hüfner und Johannes Ludwig. Loch hatte mit einem Fehler in der ersten Kurve Zeit verloren. Das konnten Eggert/Benecken nicht wettmachen. Es war die achte WM-Staffel im Rodelsport. Erstmals ging Gold nicht an Deutschland. Bundestrainer Loch sagte im ZDF: "Alle drei Nationen haben sich ganz stark präsentiert, vor allem die Russen."

Thema in: MDR aktuell am 27.01.19, 19.30 Uhr

mkö/sid | Stand: 27.01.2019, 17:00

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