Paukenschlag in der Eisrinne - Deutsche Rodler boykottieren Winterberg

Sascha Benecken zum Boykott: "Möchten das Spiel nicht mitspielen" Sportschau 21.02.2020 01:03 Min. Verfügbar bis 21.02.2021 Das Erste

Rodel-Weltcup in Winterberg

Paukenschlag in der Eisrinne - Deutsche Rodler boykottieren Winterberg

Deutliches Zeichen der deutschen Rennrodel-Doppelsitzer: Weil die Bahn in Winterberg so schlecht ist, fahren die Weltmeister und Olympiasieger nicht. Im Training gab es bereits schlimme Verletzungen.

Die deutschen Rennrodel-Doppelsitzer gehen beim Weltcup an diesem Wochenende in Winterberg nicht an den Start. Das gaben sowohl die siebenfachen Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken als auch die Vierfach-Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt und Robin Geueke/David Gamm auf Instagram bekannt.

Boykott in Winterberg - Rennrodel-Doppelsitzer fahren nicht

Sportschau 21.02.2020 00:39 Min. Verfügbar bis 21.02.2021 ARD Von Luise Kropff

Eggert/Benecken stürzen - Beinbruch beim Russen Fedorow

Rodeln - Toni Eggert und Sascha Benecken laufen die Bahn herunter

Grund für den historisch erstmaligen Sportler-Boykott in Winterberg sind Sicherheitsbedenken der Sportler. "Aus unserer Sicht lässt der momentane Eisausbau eine Fahrt im Doppelsitzer nur mit einem weit über das Normalmaß erhöhten Risiko zu. Wir haben es probiert …", schreibt das Team Eggert/Benecken auf Instagram. Die beiden waren ein einem der Trainingsläufe gestürzt, hatten sich dabei mit viel Glück bei 110 km/h aber nicht verletzt. Anders der Russe Stepan Fedorow, der sich bei seinem Sturz einen Beinbruch zuzog.

Bahn in nicht weltcupwürdigem Zustand

Luftbild der Bob- und Rodelbahn Winterberg

Nach Auskunft von ARD-Rodel-Reporter Andreas Ahn ist die Bahn in einem "nicht weltcupwürdigen Zustand". Ahn berichtet: "Die Rinne ist wellig und ruckelig. So ist kein klarer Blick auf die Bahn möglich. Bei Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h ist der Schlitten nur schwer zu lenken, das Sturzrisiko ist extrem hoch." Nach dem Bob-Weltcup in der vergangenen Woche sei die Bahn nicht gut für die Rodel-Wettbewerbe umgebaut worden. So sei die Abrundung der Bahn, im Rodlersprech "Kehlung" genannt, nicht für die Rodler geeignet.

Um die Bahn doch noch weltcupsicher zu machen, hätten am Donnerstag alle Bahnarbeiter zusammen mit 16 Trainern an der Bahn gearbeitet. Weil witterungsbedingt nicht genug Eis an der Bahn ist, hatten die Arbeiten kaum Erfolg.

Felix Loch nicht dabei - auch Österreich zieht zurück

Für den Rückzug haben die deutschen Rodler die Rückendeckung der Trainer, sowohl der bei der Junioren-WM weilende Bundestrainer Nobert Loch als auch Co-Trainer Torsten Görlitzer vor Ort unterstützen die Aktion. Benecken und Eggert sind bereits aus Winterberg abgereist.

Mittlerweile (Stand Freitagmorgen, 21.02.2020) hat sich auch das gesamte österreichische Team dem Boykott angeschlossen. Zuvor waren auch David Gleirscher und Jonas Müller gestürzt. Bei den deutschen Einsitzern hat Felix Loch entschieden, nicht an den Start zu gehen.

Veranstalter: Männer sollen vom Frauen-Start starten

Der Weltcup soll dennoch über die Bühne gehen. Nach Auskunft der Veranstalter sollen die Männer am Samstag (22.02.2020) vom tiefer gelegenene Frauen-Start ins Rennen gehen. Für die Frauen am Samstag (22.02.2020) sowie die Doppelsitzer am Sonntag (23.02.2020) ist der Start vom noch tiefer gelegenen Doppelsitzer-Start geplant. Die Maßnahmen sollen die Geschwindigkeit in der Eisrinne reduzieren. Gelingt das nicht hinreichend, könnte noch vom Junioren-Start gestartet werden.

Roden winterberg

Die Instagram-Posts der deutschen Doppelsitzer

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Dirk Hofmeister | Stand: 21.02.2020, 10:55

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