"Krasse" Quarantänezeit: Loch blickt mit gemischten Gefühlen auf Olympia in China

Sportschau Olympia Countdown: mit Felix Loch

Sportschau-Olympia-Podcast

"Krasse" Quarantänezeit: Loch blickt mit gemischten Gefühlen auf Olympia in China

Nach seinen jüngsten Weltcup-Erfahrungen spricht Top-Rodler Felix Loch im Sportschau Olympia-Podcast offen über seine Gedanken zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.

Rodler Felix Loch ist der Konkurrenz im Einsitzer lange davongefahren und hat dabei 13 Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und drei bei den Olympischen Spielen abgeräumt. Beim Weltcup-Start auf den Olympiabahn von Peking reichte es nur knapp nicht zum ersten Saison-Erfolg. Die Aussichten sind zwar gut, auch bei den Olympischen Spielen im Februar nach 2010 und 2014 Gold zu gewinnen, doch im "Olympia Countdown"-Podcast der Sportschau mit Julia Scharf und Philipp Nagel spricht der 32-Jährige über die gemischten Gefühle nach seiner Quarantänezeit in China.

Felix Loch: "In China hast du kein freies Leben" Sportschau-Olympia-Podcast 09.12.2021 33:40 Min. Verfügbar bis 21.11.2032 ARD

Der dreimalige Rodel-Olympiasieger Felix Loch geht in Peking 2022 in seine vielleicht letzten Winterspiele. Beim Weltcup im November durfte er den Eiskanal, aber auch China als Land schon einmal kennenlernen. Seine Bilanz nach einem Wettkampf unter ständiger Beobachtung fällt ernüchternd aus. "Ich fahr da maximal noch einmal hin - und dann nie wieder", sagt er im Sportschau-Olympia-Podcast.


Felix Loch über das Frühaufstehen:

Ich bin schon eher der Frühmensch. Ich geh in der Früh duschen, aber auf gar keinen Fall kalt. Ich kann es zugeben, ich bin Warmduscher.



... über die Erlebnisse rund um den Weltcup-Auftakt in China:

Was ich da fast drei Wochen erleben durfte, ist krass. Was da drüben abläuft, man kann es sich überhaupt nicht vorstellen. Wir haben jeden Tag Corona-Tests gemacht, PCR-Tests. Es war schon sehr, sehr strange.

... über die Quarantäne nach der Ankunft:

Bei der Ankunft wurde jemand positiv getestet, und wir waren halt alle sehr, sehr nah bei dem gesessen. Und deswegen haben sie dann gesagt, okay, ihr seid alles Kontaktpersonen. Zack, in Quarantäne drei Tage. Nach den drei Tagen wurde das ein bisschen aufgesplittet. Und da war ich einer der Glücklichen, der nicht so nah dran war. Ich durfte dann schon wieder ganz normal essen gehen. Die Natalie (Geisenberger, Anm. d. Red.) und eigentlich fast alle aus der Mannschaft haben 14 Tage am Zimmer essen müssen.

... zum Worstcase - der positive Corona-Test von Tobias Arlt:

Es war wie im Film, ich will nicht sagen, da haben die Handschellen geklickt, aber dann haben sie ihn in den Krankenwagen gesetzt. Er ist im Anzug am Damen- oder Doppelsitzer-Start abgeholt worden, ab ins Auto, ab ins Krankenhaus zum weiteren Coronatest. Dann war er zwei Tage lang in einem Corona-Hotel. Was schon ein bisschen menschenunwürdig ist, da sind Käfer am Boden gekrabbelt bei ihm im Zimmer.

... zur Olympiavergabe nach China:

Wo ich mir jetzt im Nachhinein einfach Gedanken mache: Wie kann ich in so ein Land Olympische Spiele vergeben? Jetzt nicht aufgrund von Corona, sondern aufgrund vieler anderer Sachen.

... zu Gedanken an eine Olympia-Absage:

Die Gedanken macht man sich auf jeden Fall. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, wie es ist in so einem Land, wo sich keiner gefühlt irgendwas traut zu sagen oder zu helfen. Ich fahr da maximal einmal noch hin. Und dann nie wieder.

... zur möglichen fünften Olympia-Teilnahme in Cortina d'Ampezzo 2026:

Es ist auf jeden Fall machbar, und es ist das große Ziel, dort nochmal schöne Olympische Spiele zu erleben mit Freunden, mit Familie. Mit dem, was alles den Wintersport ausmacht. Was ich ja schon zwei-, dreimal erleben durfte.

red | Stand: 09.12.2021, 12:05

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