Rombachs Lillehammer-Fazit: "Bestform hat noch niemand erreicht"

Ralf Rombach an der Strecke mit Alexander Ehler

Para Ski Nordisch | Weltcup

Rombachs Lillehammer-Fazit: "Bestform hat noch niemand erreicht"

Die Weltcup-Rennen von Lillehammer sind am Donnerstag (19.12.2019) mit dem Biathlon-Sprint zu Ende gegangen. Bundestrainer Ralf Rombach sah im Langlauf und Biathlon viel Positives, aber noch keinen seiner Schützlinge in Bestform. Der Blick richtet sich auf den nächsten Weltcup in Sachsen.

Fleig trotz Infekt erfolgreich - Weltcup in Sachsen steht an

Trotz eines Infekts war Sitzskiathlet Martin Fleig in Norwegen der erfolgreichste deutsche Teilnehmer: Nach seinem Sieg im Biathlon-Einzel überzeugte der 30-Jährige vom Ring der Körperbehinderten Freiburg auch im "ungeliebten" Sprintrennen, das er hinter Ivan Golubkov (RUS) als Zweiter beendete. Bundestrainer Ralf Rombach sah "ein Superrennen von Martin".

Martin Fleig

Martin Fleig

Die anderen Deutschen wollen sich bis zum nächsten Weltcup in Dresden und Altenberg (11. bis 19. Januar 2020) durch harte Trainingsarbeit verbessern. "Bestform hat von uns noch niemand erreicht. Aber das ist okay. Die wollen wir beim Saisonhöhepunkt haben", sagt Rombach mit Blick auf die Mitte März im schwedischen Östersund stattfindende Para-Biathlon-WM.

Junge Athleten mit Erfolgen - Hösch mit konstanten Leistungen

Bei teils eisigen Temperaturen und anspruchsvollen Bedingungen in der Loipe gab es dennoch zahlreiche Lichtblicke: Mit den 15-jährigen Ekaterina Kauffmann und Merle Menje sowie Marco Maier (19 Jahre) qualifizierten sich drei junge Athleten für das Halbfinale im Langlauf-Sprint. Bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung feierte Vivian Hösch einen gelungenen ersten Weltcup der Saison. Die 28-Jährige kam mit Guide Florian Grimm im Langlauf und Biathlon insgesamt viermal unter die besten Zehn.

Rombach: "Russinnen zeigen bisher nicht gekanntes Niveau"

Dominant war das russische Team, das erstmals nach der Aufhebung der im Sommer 2016 verhängten Sanktionen wegen Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen wieder bei einem Para-Ski-Nordisch-Weltcup teilnahm. "Ihr Wiedereinstieg macht sich in der Leistungsdichte bemerkbar. Vor allem bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung zeigen die Russinnen ein bisher nicht gekanntes Niveau", wird Bundestrainer Rombach auf nordski.de zitiert.

Für die deutschen Starterinnen um die Münchnerin Clara Klug gab es in Lillehammer keinen Platz unter den besten Drei. Die dreimalige Weltmeisterin von 2019 stürzte im Biathlon-Einzel und kam im Sprint mit Guide Martin Härtl auf Rang neun. Zum Abschluss der Wettbewerbe zeigte sich Klug kämpferisch: "Ich war angeschlagen. Außerdem haben die Russinnen extrem gut vorgelegt. Ich weiß, woran ich in den nächsten Jahren zu arbeiten habe. Da ist deutlich Luft nach oben."

Clara Klug mit ihrem Guide Martin Härtl

Clara Klug mit ihrem Guide Martin Härtl

Masters und Gretsch dominieren - Wicker "rückt heran"

In der sitzenden Konkurrenz dominierten zwei US-Amerikanerinnen: Oksana Masters gewann die drei Einzel-Wettkämpfe im Langlauf, Kendall Gretsch beide Biathlon-Rennen. Zufrieden durfte auch Anja Wicker vom MTV Stuttgart sein. Die 27-Jährige wurde im abschließenden Biathlon-Sprint mit einer fehlerfreien Schießleistung starke Siebte. "Sie ist wieder herangerückt an die Besten", resümiert Rombach, nachdem Wicker in den vergangenen beiden Jahren gesundheitliche Probleme hatte.

Anja Wicker

Anja Wicker

Deutsches Männertrio mit zu vielen Fehlern

In der stehenden Konkurrenz unterliefen den Para-Biathleten Alexander Ehler und Marco Maier zu viele Fehler. Es fehlte an Stabilität beim Schießen, auch in der Loipe gibt es Reserven. So standen im abschließenden Wettbewerb die Plätze zehn und zwölf zu Buche. Maier plagten allerdings hartnäckige Rückenprobleme.

Nico Messinger und Begleitläufer Robin Wunderle beendeten den Sprint bei den Startern mit Sehbeeinträchtigung auf Rang 19. Auch Messinger leistete sich zu viele Schießfehler, zudem konstatierte er eine schwache Laufleistung. Bis auf Fleig belegte kein deutscher Athlet einen der vorderen drei Plätze.

Thema in: regelmäßig bei Wintersport im Ersten

fth | Stand: 20.12.2019, 15:15

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