Olympia - die nächste Generation

Victoria Stirnemann (links) und ihre Mutter Gunda Niemann-Stirnemann

Olympische Jugend-Winterspiele 2020 in Lausanne

Olympia - die nächste Generation

In Lausanne in der Schweiz starten die dritten Olympischen Winterspiele der Jugend. Liest man die Namen der deutschen Teilnehmer, gibt's ein Déjà-vu: Zahlreiche Töchter und Söhne ehemaliger Olympiasieger sind am Start.

Im Eisschnelllauf wird man den Namen "Stirnemann" auf der Anzeigetafel lesen. Victoria Stirnemann vom ERC Erfurt eifert ihrer Mutter Gunda NIemann-Stirnemann nach, der erfolgreichsten Eisschnellläuferin der Geschichte. Acht olympischen Medaillen, 19 WM-, acht EM- und 34 deutsche Meistertitel, dazu 98 Einzel- und 19 Weltcupgesamtsiege - die Bilanz von Gunda Niemann-Stirnemann liest sich bis heute imposant. In Lausanne betreut sie ihre Tochter als Trainerin.

Bei den Skispringerinnen geht Anna Jäkle (Skiteam Schonach-Rohrhardsberg) über den Bakken. Vater Hansjörg gewann 1994 in Lillehammer Olympiagold mit dem Team. Monobobfahrer Alexander Czudaj (BSC Sachsen Oberbärenburg) tritt wie sein Vater Harald im Eiskanal an. Harald Czudaj siegte bei Olympia 1994 mit dem Viererbob.

Olympische Jugendspiele stimmungsvoll eröffnet

Am Donnerstagabend wurden die Olympischen Jugendspiele mit einem farbenfrohen Programm in Lausanne eröffnet. Bis zum 22. Januar werden die jungen Athletinnen und Athleten in 16 Disziplinen um Medaillen kämpfen.

Olympisches Haus in Lausanne

Im September wurde die Olympische Flamme im griechischen Olympia entzündet und machte sich danach auf eine fast viermonatige Reise in Richtung Lausanne.

Im September wurde die Olympische Flamme im griechischen Olympia entzündet und machte sich danach auf eine fast viermonatige Reise in Richtung Lausanne.

Insgesamt haben hunderte Läufer die Flamme in die Stadt getragen, wo die Olympischen Jugendspiele stattfinden.

Yodli heißt das offizielle Maskottchen der Jugendspiele in Lausanne. 140 Studentinnen und Studenten einer Fachhochschule hatten an der Entwicklung von Yodli mitgearbeitet. Die Entscheidung bei der Auswahl des Maskottchens wurde von 500 jungen Schweizer Athletinnen und Athleten gefällt.

Yodli ist eine Mischung aus einer Kuh, einer Ziege und einem Bernhardiner. Es sind drei für die Schweiz typische Tiere. Der Name wurde vom Jodeln abgeleitet, das benutzen die Hirten in den Bergen als Kommunikationsmittel.

Die heiß begehrten Medaillen.

Das Olympische Dorf in Lausanne wurde in Form eines Rundbaus errichtet, ist 27 Meter hoch und wird die Sportlerinnen und Sportler während der Jugendspiele beherbergen. Später sollen hier 1.000 Studierende der Universität wohnen.

Der Startschuss für die Olympischen Jugend-Winterspiele fiel am 9. Januar. 1872 Athletinnen und Athleten aus 79 Ländern kämpfen bis zum 22. Januar um Medaillen.

Zwei Sportidole der Schweiz, der Ex-Skirennfahrer Didier Cuche und die Eishockey-Spielerin Florence Schelling, trugen die Olympische Flagge ins neu erbaute Eisstadion Malley 

Curler Benjamin Kapp trug die deutsche Fahne vor 7.900 Besucher ins Stadion.

Die Begeisterung ist den jungen deutschen Athleten anzusehen.

Die Zuschauer erlebten eine stimmungsvolle und oft poetische Eröffnungsfeier mit viel Musik, Tanz und spektakulären Momenten.

Eine Artistin schwebt mit der Olympischen Flamme ins Stadion. Bei den Proben verunglückte eine Teilnehmerin schwer. Lebensgefahr besteht zum Glück nicht mehr.

Die 14-jährige Eiskunstläuferin Gina Zehnder, jüngste Schweizer Teilnehmer, entzündete die Flamme.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga erklärt die Spiele für eröffnet.

Fahnenträger Degenhardt und Kapp

Auch der deutsche Fahnenträger, Curler Benjamin Kapp vom CC Füssen, kommt aus einer Olympiafamilie. Vater Andreas, wie Niemann-Stirnemann als Coach bei den Olympischen Jugendspielen dabei, nahm drei Mal an Olympischen Winterspielen teil. Kapp wird die Fahne bei der Eröffnungsfeier in Lausanne tragen. Fahnenträgerin bei einer zweiten, parallelen Eröffnung im Wettkampfort St. Moritz ist Rodlerin Jessica Degenhardt.

Jugend-Olympia - Rodlerin Jessica Degenhardt ist Fahnenträgerin Sportschau 09.01.2020 00:32 Min. Verfügbar bis 09.01.2021 Das Erste

Die Olympischen Jugendspiele im Winter

Die Medaillen der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020

Die Medaillen der Olympischen Jugend-Winterspiele 2020

Seit 2010 finden auf eine Inititative des Internationalen Olympischen Komitees Olympische Jugendspiele im Sommer und Winter statt. Die Winterausgabe gibt es nach Innsbruck 2012 und Lillehammer 2016 zum dritten Mal. Die Juegndspiele sind für Nachwuchssportler im Alten von 15 bis 18 Jahren.

In Lausanne geht es bis zum 22. Januar in 81 Wettkämpfen in 16 Disziplinen um Medaillen. Die Wettbewerbe finden an acht Wettkampforten in der Schweiz, überwiegend im Kanton Waadt, statt. Lausanne ist Gastgeber der Siegerehrungen, der Eröffnungsfeier (9. Januar) und der Schlussfeier (22. Januar). Insgesamt sind knapp 1.872 Sportlerinnen und Sportler aus 79 Nationen am Start. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist mit 52 Athletinnen und 38 Athleten vertreten.

Olympiateilnehmer Kober und Wellinger begleiten das deutsche Team

Die deutschen Olympiasieger Amelie Kober (Snowboard) und Andres Wellinger (Skispringen) begleiten das deutsche Team in der Schweiz als Mentoren. Auch Wellinger selbst ging den Weg von den Jugendspielen zu den "richtigen" Winterspielen: Bei den Jugendspielen 2012 in Innsbruck gewann er Gold im Mix-Team, in Sotschi 2014 (Team) und Pyeongchang 2018 (Einzel) gewann er jeweils Gold bei Winterspielen.

Amelie Kober gewann mit dem Snowboard Silber (Turin 2006) und Bronze (Sotschi 2014) bei Olympischen Winterspielen.

red/dosb | Stand: 09.01.2020, 12:21

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