Winterspiele 2026 - Mailand oder Stockholm?

Ski Alpin: Cortina d´Ampezzo in Norditalien

Entscheidung am Montag

Winterspiele 2026 - Mailand oder Stockholm?

Die Entscheidung über den Gastgeber der Olympischen Winterspiele 2026 fällt am Montag (24.6.) auf der 134. Session des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne.

Der Deutsche Olympische Sportbund hält Mailand und Stockholm für herausragende Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2026. "Beide Kandidaten wären zweifelsohne perfekte Gastgeber", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Es sind klassische Wintersportländer mit großer Tradition, recht unterschiedlich in ihrer Art, aber die häufig nachgewiesen haben, dass sie das können."

Schwedens Hauptstadt Stockholm war 1912 und 1956 Gastgeber Olympischer Sommerspiele, aber noch nie der im Winter. Die Skandinavier sind mit dem Motto "Made in Sweden" und einem Budget von 1,2 Milliarden Euro in die Bewerbung gegangen. Die Wettbewerbe sollen in Stockholm, Are, Falun und Sigulda (Lettland) stattfinden.

Mailand ist noch nie Austragungsort für Olympische Spiele gewesen. Allerdings wurde 1960 die Sommer- und 2006 die Winterspiele nach Italien vergeben. Unter dem Motto "Dreaming Together" basiert die Mailänder Bewerbung auf einem Budget von 1,4 Milliarden Euro.

Die Eröffnungsfeier soll im San-Siro-Stadion von Mailand und die Schlusszeremonie in der Arena in Verona stattfinden. Geplant ist die Austragung der Wettkämpfe in Mailand, Cortina d´Ampezzo und Val di Fiemme.

Stärken

Im besonderen Fokus der Bewerbung Schwedens steht die Nachhaltigkeit. Das gilt sowohl für Klima- und Umweltfragen als auch für wirtschaftliche und soziale Aspekte, womit die Bewerbung in besonderem Maße die Anforderungen der Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees zur Zukunft der Spiele erfüllt. Außerdem gibt es eine exzellente Infrastruktur mit gutem Nahverkehr in Stockholm und leidenschaftliche Wintersportfans.

Stärken der Kandidatur Italiens sind der große Rückhalt der italienischen Bevölkerung (83 Prozent) und, dass nur zwei permanente Sportstätten gebaut werden müssen. Mailand ist mit Auto, Bahn und Flugzeug gut zu erreichen und hat ein großes Kultur- und Gastronomie-Angebot sowie historische Sehenswürdigkeiten.

Schwächen

Der schwedische Ort Are, wo Ski alpin, Snowboard und Freestyle-Ski ausgetragen werden soll, stellt ein logistisches Problem dar: Er liegt rund 600 Kilometer nordwestlich von Stockholm. Hinzu kommt die nördliche Lage Schwedens: Im Winter herrscht weniger Tageslicht als weiter südlich. Das könnte Auswirkungen auf die Länge der Wettkampftage haben.

Der Transport zwischen den Veranstaltungen in den Bergen und Mailand muss ausgebaut werden. Kritisiert wird auch, dass Ski alpin für Männer und Frauen in Norditalien an getrennten Orten stattfinden sollen, was zu höheren Kosten und logistischen Schwierigkeiten führen könnte.

Die Entscheidung soll am Montag um 18 Uhr bekannt gegeben werden.

sid/dpa | Stand: 21.06.2019, 11:56

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