Österreichischer Überraschungssieger in der Nordischen Kombination

Deutsche Kombinierer müssen sich geschlagen geben Sportschau 04.03.2021 04:37 Min. Verfügbar bis 04.03.2022 Das Erste

Nordische Ski-WM

Österreichischer Überraschungssieger in der Nordischen Kombination

Nicht Riiber, nicht Watabe, sondern ein 19 Jahre alter Österreicher holte sich in der Nordischen Kombination von der Großschanze den Weltmeistertitel. Johannes Lamparter sicherte sich überraschend die Goldmedaille. Die deutschen Kombinierer enttäuschten.

Im dritten Wettbewerb bei der Heim-WM wollten die deutschen Nordischen Kombinierer nach Silber im Team die nächste Medaille holen. Doch bereits nach dem Springen hatte das Team um Titelverteidiger Eric Frenzel nur noch eine theoretische Chance im Kampf um Edelmetall.

Lamparter mit Start-Ziel-Sieg

Der Gejagte auf der Loipe war Johannes Lamparter. Dem Österreicher gelang mit 138 Metern der weiteste Satz. So ging er mit einem Vorsprung von 0,22 Sekunden auf den Zweitplatzierten Akito Watabe (137,5 m) in das anspruchsvolle Zehn-Kilometer-Rennen. Topfavorit Jarl Magnus Riiber (Norwegen), der bereits im Einzel von der Normalschanze sowie mit Norwegens Team gesiegt hatte, hatte als Dritter (+0:37) noch alle Chancen auf seinen dritten Titel in Oberstdorf.

Der erst 19-jährige Lamparter machte ein gutes Rennen, teilte seine Kräfte gut ein und konnte weiter Zeit auf seine Verfolger gutmachen. Im Ziel hatte der Österreicher auf den großen Dominator Riiber 37,1 Sekunden Vorsprung. Bronze sicherte sich der Japaner Watabe (+45,8 Sek.). "Ich wollte das Tempo von Anfang an hoch halten, das ist mir sehr gut gelungen. Ich bin unglaublich glücklich, dass ich als Weltmeister hier stehen darf", sagte Lamparter.

Eric Frenzel: "Es sollte dieses Jahr nicht sein" Sportschau 04.03.2021 03:20 Min. Verfügbar bis 04.03.2022 Das Erste

Trotz Platz vier und fünf - enttäuschendes Abschneiden des DSV-Teams

"Es ist für uns enttäuschend, wir haben uns mehr ausgerechnet", hatte Bundestrainer Hermann Weinbuch bereits nach dem Skispringen am Vormittag gesagt. Als bester deutscher Springer war Fabian Rießle auf Rang zehn gelandet. Sein Rückstand auf den führenden Lamparter betrug 1:55 Minuten, die Podestplätze waren 1:18 Minuten weg.

Frenzel lag 2:14 Minuten hinter der Spitze. "Für die Medaillenränge ist der Zug abgefahren", stellte Weinbuch fest - er sollte recht behalten. Auf der Zehn-Kilometer-Strecke machten Rießle und Frenzel früh einige Plätze gut. Die Lücke zu den drei Führenden war jedoch viel zu groß. Mehr als Rang vier für Frenzel und fünf für Rießle waren nicht drin.

Leistung auf der Schanze bleibt Problem

Johannes Rydzek, der bei der WM 2017 im finnischen Lahti viermal Gold gewann, erlebte in seiner Heimat Oberstdorf die nächste Enttäuschung. Rydzek beendete das Rennen auf dem 17. Platz. Manuel Faißt wurde bei seinem ersten WM-Einsatz 19.. Erstmals seit 1999 stand im Wettkampf von der Großschanze somit kein Deutscher auf dem Podest.

Die Leistung auf der Schanze bleibt bei den Deutschen das große Problem. Auf der Langlaufstrecke kann das Weinbuch-Team immer wieder auftrumpfen, oft ist der Abstand nach ganz vorne dann aber schon zu groß. "Wir haben heute einfach an der Schanze Fehler gemacht, und das ist bestraft worden", sagte der Bundestrainer: "Immerhin haben wir das Optimale rausgeholt, die Mannschaft hat Herz gezeigt."

Kaum noch Medaillenchancen für deutsche Kombinierer

Sportschau 04.03.2021 00:40 Min. Verfügbar bis 04.03.2022 ARD


nho/dpa/sid | Stand: 04.03.2021, 15:55

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