Nordische Kombination - Norwegischer Dreifachsieg bei WM-Premiere

Norwegischer Dreifachsieg bei Premiere der Kombiniererinnen Sportschau 27.02.2021 00:35 Min. Verfügbar bis 27.02.2022 Das Erste

Nordische Kombination

Nordische Kombination - Norwegischer Dreifachsieg bei WM-Premiere

Von Sanny Stephan

Gyda Westvold Hansen aus Norwegen geht als erste Weltmeisterin in der Nordischen Kombination in die Geschichte ein. Die Cousine von Langlauf-Weltmeisterin Therese Johaug gewann am Samstag (27.02.2021) bei der WM-Premiere in Oberstdorf nach einem Sprung und dem anschließenden Fünf-Kilometerrennen souverän Gold.

Westvold Hansen war als Zweite nach dem Springen nur drei Sekunden hinter Sprungsiegerin Mari Leinan Lund gestartet, hatte schnell die Führung übernommen und lief einsam zum Sieg. Dahinter kämpften Mari Leinan Lund und ihre Schwester Marte Leinan Lund um Silber. Weil Marte stürzte, holte Mari den zweiten Platz. Marte rettete Bronze.

16-jährige Haasch beste Deutsche

Beste Deutsche wurde Cindy Haasch von der TSG Ruhla als Elfte. Als 19. gestartet, lief die erst 16-Jährige ein starkes Rennen und schob sich auch an ihrer Teamkollegin Svenja Würth vorbei. "Ich bin sehr zufrieden, vor allem mit dem Rennen. Es war ziemlich hart, aber ich bin froh, dass ich noch einige Plätze gutgemacht habe", sagte Haasch, die während des Rennens noch mitzählte, wie viele Plätze sie gutgemacht hatte.

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Würth verliert 14 Plätze

Quereinsteigerin Würth kennt das WM-Flair, gewann als Skispringerin WM-Gold im Mixed 2017 und war nach einem Satz auf 101,5 Metern als Dritte mit 24 Sekunden Rückstand auf die Sprungsiegerin gestartet. In der Loipe ist die 27-Jährige aber noch nicht konkurrenzfähig.

Schon auf dem ersten Kilometer verlor Würth fast 20 Sekunden. Kurz vor dem Ziel hatte sie bei einem Sturz auch noch Pech und musste mit einem Stock ins Ziel laufen. Dort war ihr Rückstand auf 2:30,9 Minuten angewachsen. Damit fiel Würth vom dritten auf den 17. Platz zurück.

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Würth, Nowak und Gerboth dicht beisammen

Direkt nach der Ex-Skispringerin kam Jenny Nowak als 18. (+2:48,5 Minuten) ins Ziel. Die 18-Jährige galt vor der Saison als große deutsche Hoffnungsträgerin. Doch schon nach dem Springen hatte sie ein ordentliches Polster (17. Platz) und verlor in der Loipe sogar noch einen Rang.

Svenja Würth beim Langlauf der nordischen Kombination

Svenja Würth trainiert erst seit acht Monaten Langlauf.

"Ich habe es trotzdem versucht zu genießen", sagte Nowak, die die Saison "erst einmal abhaken wird und sich auf die neue konzentrieren will." Die vierte Deutsche, Maria Gerboth aus Oberhof, lief auf den 19. Platz und verbesserte sich nach dem Sprung um einen Platz.

NoKo-Trainer Edelmann: "Am Sprung müssen wir arbeiten"

Auch wenn den deutschen Kombiniererinnen kein Top-Ten-Ergebnis gelang war Trainer Klaus Edelmann durchaus mit dem Wettbewerb zufrieden: "Wir konnten uns punktuell präsentieren, wenn auch nicht im Vorderfeld", sagte der Thüringer.

Der erste Weltcup habe schon gezeigt, dass andere Länder mehr getan hätten. "Bei uns liegt es in erster Linie am Sprung. Wenn man zwei Minuten hinten liegt, hat man kaum eine Chance nach vorn zu kommen. Daran werden wir arbeiten müssen", so Edelmann.

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Geraghty-Moats verspielt Medaille beim Springen

Eine Enttäuschung erlebte die amerikanische Mitfavoritin Tara Geraghty-Moats, die die Sportart in den vergangenen drei Jahren dominiert hatte und ausgerechnet bei der WM-Premiere als Fünfte leer ausging.

Geraghty-Moats musste ihre Medaillenhoffnungen nach dem Springen begraben. Ein Satz auf nur 86,5 Meter bedeuteten den enttäuschenden 18. Rang. In der Loipe war sie die Schnellste und holte mehr als eine Minute auf Siegerin Gyda Westvold Hansen auf.

Mit Schanzenrekord zum Sprungsieg

Das Springen am Vormittag hatte die Norwegerin Mari Leinan Lund mit neuem Schanzenrekord gewonnen. Bei idealen Aufwindbedingungen flog sie auf 107 Meter. Ihre Landsfrau Westvold Hansen belegte mit 102,5 Metern den zweiten Platz.

Dahinter reihte sich Svenja Würth mit einem Sprung auf 101,5 Metern als Dritte ein. Mit einer unsauberen Ladung hatte Würth einige Punkte liegen gelassen. Für die drei weiteren deutschen Athletinnen lief es nicht ganz gut. Jenny Nowak (90,5 m), Cindy Haasch (91,0 m) und Maria Gerboth (90,5 m) lagen auf den Rängen 17, 18 und 20 schon weiter zurück.

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Letzte Männerbastion erobert

Der 27. Februar 2021 wird in die Geschichte eingehen - als Tag, an dem die letzte Männerbastion des Wintersports fiel. Fast 100 Jahre nach dem ersten WM-Rennen in der Kombination bei den Männern dürfen nun auch Frauen um Medaillen springen und laufen.

Eigentlich sollten die Kombiniererinnen in diesem Winter so richtig durchstarten. Es kam jedoch anders. Wegen der Corona-Pandemie fielen gleich mehrere Wettkämpfe aus, sodass es bislang nur ein Weltcuprennen gab.

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Stand: 27.02.2021, 15:47

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