Nordische Kombination - der Rückstand ist alarmierend

Johannes Rydzek

Weltcupfinale in Oslo

Nordische Kombination - der Rückstand ist alarmierend

Die Saison der Nordischen Kombinierer ist beendet. Aus Oslo bringen die einstigen Seriensieger einen Rucksack voller Hausaufgaben mit. Der Rückstand auf Schanze zu den Norwegern ist ein Jahr vor der Heim-WM besorgniserregend.

Auch die zehn Podestplätze von Vinzenz Geiger konnten das Gesamtergebnis nicht trügen. Die deutschen Kombinierer sind alarmierend weit hinter dem Erzrivalen Norwegen zurückgefallen. "Wir wussten, dass es eine schwierige Saison wird. Wir haben zwar gekämpft und im Springen ein, zwei Schritte nach vorne gemacht, aber der Abstand ist immer noch groß", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch in einem ersten Fazit. "Norwegen und speziell der Riiber sind uns enteilt."

Der Norweger Jarl-Magnus Riiber dominierte von Beginn an die Saison, gewann 14 der 17 Einzelrennen und sorgte mit seiner Überlegenheit für reichlich Langeweile. Auch in den Mannschafts-Wettbewerben führte der 22-Jährige Norwegen zum Sieg. Mit 5660:3826 Punkten lag "Norge" in der Nationenwertung glasklar vor Deutschland, das drei Jahre zuvor noch die Skandinavier mit 6688:2823 deklassiert hatte.

Jan Magnus Riiber

Bei 14 von 17 Rennen stand Jarl Magnus Riiber ganz oben auf dem Podest.

"Am Laufen liegt es sicher nicht"

"Auf uns wartet viel Arbeit", weiß Weinbuch, um bis zu den Weltmeisterschaften im Allgäu (23. Februar bis 7. März 2021) die Verhältnisse wieder umzukehren. Immerhin ist die Baustelle klar abgesteckt: "Am Laufen liegt es sicher nicht", sagte Fabian Rießle, der am Samstag nach einem starken Auftritt in der Loipe nur hinter Riiber lag: "Wir müssen einfach schauen, dass wir auf der Schanze vorwärts kommen."

Training statt vorzeitiger Urlaub

Damit fangen die einstigen "Dominierer" nun schnell an: Weil der Schwarzwaldpokal am kommenden Wochenende in Schonach mangels Schnee ersatzlos gestrichen wurde, schieben die Deutschen vor dem Urlaub einen Trainingsblock ein. Die Sprungschwäche, zu der laut Rießle auch "zwei, drei Kilo zuviel Gewicht" zu Saisonbeginn beitrugen, zog sich durch den gesamten holprigen Winter mit nur deutschen zwei Siegen durch Geiger, im Gesamtweltcup weit hinter Riiber als Dritter bester Deutscher.

Schwächste Saison seit 1999/2000

Weniger DSV-Erfolge gab es zuletzt 1999/2000, vor drei Jahren hatten die damaligen "Dominierer" noch 22 von 25 Rennen für sich entschieden. Kein deutscher Kombinierer blieb von Sprungproblemen verschont, in praktisch jedem Rennen mussten Geiger und Co. auf Verfolgungsjagd gehen.

Eric Frenzel

Eric Frenzel enttäuscht - auf der Schanze lief es für den Routinier nur selten richtig gut.

Vor allem die beiden erfolgreichsten deutschen Kombinierer erlebten eine schwarze Saison. Rekordweltmeister Eric Frenzel blieb erstmals seit 2008/09, Doppel-Olympiasieger Johannes Rydzek erstmals seit 2009/10 ohne Podestplatz. Beide wollen weitermachen und bei der Heim-WM noch einmal angreifen.

Thema in: Sportschau, 14.03. 2020, 09:00 Uhr

red/sid | Stand: 08.03.2020, 11:29

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