Deutsche Kombinierer trotz Aufholjagd geschlagen

Teamwettbewerb Lillehammer

Deutsche Kombinierer trotz Aufholjagd geschlagen

Die deutschen Nordisch-Kombinierten waren nach dem Springen mit großem Rückstand in die Loipe gegangen. Nach toller Aufholjagd mussten sie sich im Teamwettbewerb in Lillehammer auf der Zielgeraden dann doch geschlagen geben.

Der Sieg in der Nordischen Kombination geht auch in diesem Winter wieder über die deutschen Athleten. Das Gewinnen ist zurzeit aber kein Automatismus - das zeigte sich am Samstag (02.12.2017) im Teamwettbewerb von Lillehammer. Das DSV-Quartett lief zwar einen großen Rückstand auf die Norweger zu, für den Platz ganz oben auf dem Podest reichte es aber nicht.

Frenzel mit Mühe

Der Moment der Entscheidung: Joergen Graabak und Fabian Rießle gleichauf.

Der Moment der Entscheidung: Joergen Graabak und Fabian Rießle gleichauf.

Mit 46 Sekunden Rückstand nach dem Springen ging Eric Frenzel auf die Verfolgung der wiedererstarkten Norweger. Deren Startläufer Jan Schmid hielt die Konkurrenz auf Distanz. Beim Wechsel nach fünf Kilometern hatte Frenzel lediglich rund zehn Sekunden aufgeholt. "Für mich war es wieder ein hartes Rennen", räumte Frenzel anschließend ein. Auch Bundestrainer Herrmann Weinbuch hatte sich mehr erhofft: "Er hat gut angefangen, aber Schmid hatte sich das Rennen sehr gut eingeteilt. Eric hat zehn Sekunden rausgelaufen, unser Wunsch waren 20 Sekunden. Wir müssen nun sehen, dass wir rankommen."

Rydzek arbeitet sich auf Sichtweite heran

Für Johannes Rydzek hieß die Devise also Aufholen. Nach hinten musste er sich in seinem Rennen nicht orientieren – der Vorsprung auf die Verfolger war beruhigend. Mit voller Konzentration nach vorn fraß Rydzek Sekunde um Sekunde auf den nicht so laufstarken Norweger Espen Andersen. Erst kurz vor dem Wechsel kam der Turbo bei Rydzek etwas ins Stocken: "Ich wollte unbedingt Sekunden gutmachen. Dann musste ich aber meinem hohen Anfangstempo ein bisschen Tribut zollen", erklärte der 25-Jährige im Ziel. Beim Wechsel auf  Vinzenz Geiger hatte das deutsche Team noch 17 Sekunden Rückstand.

Geiger mit tollem Rennen

Vinzenz Geiger

Vinzenz Geiger

An dritter Stelle der Norweger folgte Jarl Magnus Riiber. Der Hoffnungsträger kehrte ins Team zurück, nachdem er die vergangene Saison fast komplett verpasst hatte. Riiber hatte sich mehrfach die Schulter ausgekugelt, im Sommer unterzog er sich dann einer Operation. Offenbar ist Riiber noch nicht in Topform, denn schon nach der Hälfte seiner 5-km-Runde hatte er den jungen Deutschen im Nacken. Geiger ließ sich bis zum Wechsel nicht abschütteln und brachte das deutsche Team in eine hervorragende Ausgangsposition. Dass es am Ende nicht ganz zum Sieg reichte, war für den jungen Deutschen kein Grund zum Ärgern: "Es ist richtig geil, hier dabei zu sein. Wir haben alle eine Riesenleistung gebracht."

Weinbuch: "Nicht ganz so cool abgezockt"

Norwegen gewinnt ersten Staffelwettbewerb

Norwegen gewinnt ersten Staffelwettbewerb

Als Doppelpack gingen die Schlussläufer Fabian Rießle und Joergen Graabak in ihr Rennen. Zunächst verlegten sich die beiden aufs Taktieren. Da aber die Verfolger bis auf zehn Sekunden herankamen, mussten die Führenden das Tempo anziehen. Die letzten beiden Kilometer lief Rießle von vorn. Eine Attacke Graabaks am Anstieg parierte er ohne Probleme, musste sich aber schließlich im Zielsprint doch noch geschlagen geben. Bundestrainer Weinbuch resümierte nach dem Rennen: "Wir haben auf der letzten Runde nicht ganz so cool abgezockt. Letztes Jahr standen sich die Norweger selbst im Weg. Das ist dieses Jahr anders. Sie sind wieder eine richtige Mannschaft und auf Augenhöhe mit uns. Unsere Sprungform stimmt nicht. Daran müssen wir arbeiten."

ake | Stand: 02.12.2017, 14:53

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