Doppelsieg für Rydzek und Geiger in Lahti

Gundersen-Wettkampf in Lahti

Doppelsieg für Rydzek und Geiger in Lahti

Einen Tag nach der Enttäuschung im Teamsprint sind die deutschen Kombinierer in die Siegerspur zurückgekehrt. Nach dem Doppelsieg von Lahti war sogar der Bundestrainer überrascht.

Nach 10 Kilometern Langlauf siegte Johannes Rydzek am Sonntag (04.03.2018) in Ausreißermanier vor Teamkollege Vinzenz Geiger. Rydzek, der vor fast genau einem Jahr im finnischen Lahti zu vier Weltmeisterschafts-Titel gelaufen war, feierte den 16. Weltcupsieg seiner Karriere. Der 20-jährige Geiger feierte den dritten Podestplatz seiner noch jungen Karriere. Dritter wurde der Norweger Joergen Grabaak.

Weinbuch: "Ritschie beflügelt"

"Mit Ritschie hatte ich gerechnet. Dass Vinzenz aber soweit nach vorn kommt, hätte ich nicht gedacht", freute sich Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem Wettkampf in der ARD. Zu ständigen Formverbesserung von Rydzek in den letzten Wochen sagte Weinbuch: "Ritschie hat wieder in die Spur gefunden. Vor Olympia hatte er Probleme, dann hat er dort zwei Goldmedaillen gewonnen. Das hat ihn beflügelt. Er hat wieder Selbstvertrauen." Im Gesamtweltcup verbesserte sich Rydzek auf den dritten Rang, hat aber sieben Wettkämpfe vor Saisonende einen großen Rückstand von 350 Punkten auf Spitzenreiter Akito Watabe.

Watabe als Erster in der Loipe

Nach dem Skispringen am Vormittag hatten Rydzek und Geiger noch 28 und 37 Sekunden hinter der Spitze gelegen. Bester auf der Schanze war wieder einmal Weltcupspitzenreiter Akito Watabe. Der Japaner ging mit einem Vorsprung von rund einer halben Minute auf ein großes Verfolgerfeld in die 10-Kilometer-Loipe. Dieses Polster war bis zur Hälfte des Rennens aufgebraucht. Neben Rydzek schlossen auch Geiger, Grabaak und Eero Hirvonen, der beste Finne im Weltcup, zu Watabe auf. Nach dem Zusammenschluss belauerte sich die Spitzengruppe von neun Athleten, keiner wollte vorn die Führungsarbeit machen.

Attacke bei Kilometer 8,6

Nordische Kombination - Vinzenz Geiger, Johannes Rydzek, Joergen Graabak (v.l.n.r.) beim Weltcup in Lahti

Vinzenz Geiger, Johannes Rydzek und Joergen Graabak (v.l.n.r.) jubeln beim Weltcup in Lahti

Von Kilometer fünf bis Kilometer 8,6 liefen die Kombinierer teilweise ein Steherrennen. Dann zog Rydzek am Berg an - nur Hirvonen konnte zunächst folgen. Am letzten Berg folgte dann eine weitere Attacke, und Rydzek lief allein zum Sieg. Von den Verfolgern konnte Geiger noch einmal an heranspringen und im Schlussspurt auf das Podest laufen. "Vinzenz hatte wegen seinem großen Rückstand Schwierigkeiten, nach vorn zu kommen. Aber weil voirn gebummelt wurde, konnte er ranlaufen. Und wenn es zum Endspurt kommt, hat er unheimlich viel drauf. Ich weiß auch nicht, wo er das hernimmt", lobte der Bundestrainer nach dem Wettkampf.

Frenzel, Kircheisen, Faißt abgeschlagen

Olympiasieger Eric Frenzel aus Oberwiesenthal, Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) und Manuel Faißt (Baiersbronn) hatten nach dem Springen schon mehr als 1:35 Minuten Rückstand und konnten im Kampf um die vorderen Plätze nicht eingreifen. Sie kamen auf den Rängen 15, 20 und 29 ins Ziel.

dh | Stand: 04.03.2018, 14:18

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