Deutsche Kombinierer in Lahti knapp geschlagen

Deutsche Kombinierer müssen sich Norwegen knapp geschlagen geben Sportschau 23.01.2021 00:31 Min. Verfügbar bis 23.01.2022 Das Erste

Nordische Kombination | Teamsprint in Lahti

Deutsche Kombinierer in Lahti knapp geschlagen

Die deutschen Nordischen Kombinierer sind im letzten Teamsprint vor der Weltmeisterschaft erneut aufs Podest gelaufen. Den möglichen Sieg verpassten sie aber.

Die deutschen Nordischen Kombinierer sind auch im dritten Weltcup-Rennen des neuen Jahres aufs Podest gelaufen. Beim 2 x 7,5-Kilometer-Teamsprint am Samstag (23.01.2021) im finnischen Lahti wurden Fabian Rießle und Vinzenz Geiger Zweite.

Fabian Rießle und Terece Weber während ihres Laufes.

Fabian Riessle und Terece Weber laufen zusammen auf der Strecke

Den möglichen Sieg musste das deutsche Duo aber um 0,8 Sekunden dem norwegischen Top-Team Joergen Graabak und Jarl Magnus Riiber überlassen. Auf Rang drei kam das japanische Duo mit Akito Watabe und Ryota Yamamoto (+ 2,5 Sekunden) vor dem zweiten deutschen Team Eric Frenzel und Terence Weber (+ 12,0 Sekunden).

Weber-Comeback nach Herz-Operation

Nach dem Springen am Vormittag war ein Top-Quartett an der Spitze eng beieinander. Angeführt wurde die Konkurrenz von Österreich I mit Rückkehrer Bernhard Gruber (117,5 Meter) und Mario Seidl (119,5 Meter). Der 37-jährige Gruber feierte dabei im ersten Wettkampf nach einer Herzoperation im vergangenen Jahr ein starkes Comeback.

Weber (119 Meter) und Frenzel (116 Meter) gingen als erste Verfolger der Österreicher ins Rennen. Watabe (121,5 Meter) und Ryota Yamamoto (116,5 Meter) waren Dritte, Rießle (122,5 Meter) konnte auf der Schanze ebenfalls überzeugen, Geiger erwischte mit 116 Metern einen schwächeren Sprung.

Die Top-4-Teams gingen innerhalb von nur 2,1 Sekunden auf die 1,5-Kilometer-Schleifen, die jeder Athlet fünfmal laufen musste. Die norwegischen Top-Favoriten mit Graabak und Riiber sowie Espen Björnstad und Jens Luuras Oftebro hatten schon 27 Sekunden und 30 Sekunden Rückstand.

Norweger kommen näher

Im 2 x 7,5-Kilometer-Rennen bildete sich dann kurz nach dem Start gleich das Führungs-Quartett, in dem vor allem die Deutschen vorn liefen. Die norwegischen Verfolger konnten Runde um Runde den Rückstand verkürzen, nach sechs Kilometern war der Abstand halbiert.

Kurz vor Halbzeit verschärften Frenzel und Rießle das Tempo und rissen gleich eine Lücke von neun Sekunden auf den Japaner Ryota Yamamoto und den Österreicher Mario Seidl. Norwegen drückte von hinten weiter, nach 11 Kilometern hatte Riiber zu Weber und Geiger aufgeschlossen.

Riiber und Geiger gemeinsam auf Schlussrunde

Geiger reagiert mit einer Tempoverschärfung und setzte sich vorn ab, Weber musste reißen lassen, von hinten konnte Akito Watabe wieder aufschließen. Doch die Norweger kamen immer näher, bis zum letzten Wechsel hatte Graabak die Lücke zu Rießle geschlossen.

Jarl Magnus Riiber setzt sich hauchdünn gegen Vinzenz Geiger im Ziel durch und jubelt.

Deutsche Kombinierer müssen sich Norwegen knapp geschlagen geben

Riiber und Geiger gingen zeitgleich auf die Schlussrunde. Dort belauerten sich beide, weshalb die Verfolger die Lücke schließen konnten. Einer Tempoverschärfung Riibers am letzten kleinen Anstieg und einer Abfahrt vor dem Stadion konnte Geiger dann ncht mehr folgen - und wurde Zweiter.

Geiger: "Loch plötzlich zu groß"

"Ich glaube, ich habe taktisch alles richtig gemacht, als zweites in die Abfahrt zu gehen", sagte Geiger nach dem Wettkampf im ZDF. "Aber dann war das Loch plötzlich zu groß und ich war nicht im Windschatten drin. Ich bin dann einfach nicht mehr hingekommen. Ich weiß auch nicht, ich habe mich noch ganz gut gefühlt."

Rießle war auch über den zweiten Rang glücklich: "Man hat gesehen, dass wir alles versucht haben. Am Ende hatten leider die Norweger die Nase vorn. Das war aber trotzdem ein starkes Rennen. Mit dem zweiten Platz können wir trotzdem zufrieden sein."

Weinbuch mischt die Teams durch

Im Vergleich zur Vorwoche, als die Deutschen beim Weltcup in Val di Fiemme einen Sieg im Teamsprint feierten, mischte Bundestrainer Hermann Weinbuch seine Teams durch. In der Vorwoche waren Frenzel und Rießle sowie Johannes Rydzek und Julian Schmid gemeinsam unterwegs.

Dirk Hofmeister | Stand: 23.01.2021, 19:20

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